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Analysten: Trotz Jaguar könnte Apple scheitern

30.08.2002 | 10:32 Uhr |

München/Macwelt - Nach der ersten Begeisterung für den 17 Zoll-TFT-iMac und das neue Betriebssystem Mac-OS X 10.2 Jaguar, die auch Kolumnisten und Analysten außerhalb der Mac-Szene teilten (Macwelt berichtete), kommen nun wieder verstärkt mahnende und kritische Stimmen auf. Masha Zager, Autor von NewsFactor.com, beschreibt in seiner Analyse "Jaguar opens strong, but can it save Apple?" die beeindruckende Markteinführung von Jaguar, die bereits über 100.000 Kunden zum Kauf des Upgrades bewegt haben soll und somit die erfolgreichste Präsentation eines Macintosh-Betriebssystems wäre. Der Artikel erwähnt auch die bekannten Vorzüge von Mac-OS X 10.2. Andererseits gibt es mindestens zwei Marktforschungsinstitute, für die Apple noch keineswegs aus dem Schneider ist. So sehen sowohl die Giga Information Group als auch IDC die Macintosh-Firma bei einem Marktanteil von 4 Prozent stagnieren - gegenüber 16 Prozent, die das Mac-OS vor der Einführung von Windows 95 hatte. Heute sei Apple aus dem Markt für Bildungsprogramme und Büroanwendungen so gut wie heraus gedrängt. Wenn dieser Anteil gegen Null gehe, würde Apple auch im Konsumentenmarkt verlieren. Denn niemand wollte zu Hause ein Betriebssystem haben, das man weder in der Schule noch im Beruf vorfinde. Als besonders problematisch erscheint in dieser Analyse, dass Apple auf die Einheit von Hardware und Betriebssystem beharrt. Dem stehe der Wunsch des Kunden gegenüber, sein Equipment frei wählen zu können, wie es in der PC-Welt üblich ist. Dort läuft das Windows-Betriebssystem von Microsoft auf zahlreichen Computern der unterschiedlichsten Hersteller. Apple sollte demnach aufhören, Hardware und Betriebssystem derart eng aneinander zu koppeln - oder doch wenigstens Upgrades für das Mac-OS kostenlos oder günstig weiterzugeben. Für den Jaguar-Preis von 129 US-Dollar hatte Apple auch aus der Mac-Szene Kritik erfahren. Die Firma aus Cupertino habe zu wenig Wert auf Systemadministration im Geschäftsbereich gelegt, werfen diese Kritiker vor. Die Verwaltungswerkzeuge seien unzulänglich und Systemadministration per Fernsteuerung mit dem Mac unmöglich. Auf diesen Zukunftsmarkt sei Apple nicht vorbereitet und werde Windows daher nicht Paroli bieten können. Insofern, prophezeit Giga, würde das Mac-OS X dazu beitragen, dass Apple bei einem Marktanteil von zwei Prozent ende. Spätestens dann falle es schwer, das Unternehmen als Wettbewerber ernst zu nehmen. tha

Info: NewsFactor.com

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