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Analysten mögen den iTunes Music Store

30.04.2003 | 15:37 Uhr |

Am Tag nach dem Start von Apples Musikservice haben Analysten die Strategie des Unternehmens aus Cupertino bewertet. Dabei hält die Mehrheit der Experten den iTunes Music Store für eine gute Idee - den Einstiegspreis aber für zu hoch.

Roger Kay, von IDC meinte unseren Kollegen von Maccentral gegenüber, dass 99 Cents Gebühr für einen Song zwar als niedriger Preis erscheine, die Schwelle sei aber für die meisten Mac-Anwender zu hoch, um sich im Web bei Apple Musik zu kaufen. Stattdessen schlägt Kay einen Preis von 15 Cent pro Song vor. Michael Gartenberg von Jupiter-Research widerspricht dieser Ansicht jedoch, Mac-Anwender würden diesen Preis akzeptieren. Einig sind sich die Analysten darin, dass nur eine Persönlichkeit wie Steve Jobs mit seinen Kontakten in die Film- und Musik-Industrie es gelingen konnte, das Programm aller fünf Majors zusammenführen zu können. Die Marktmacht und die finanziellen Voraussetzungen, wie sie beispielsweise Microsoft mitbrächte, beeindruckten die Entscheider im Musikbusiness nach Ansicht von Kay und Gartenberg wenig. Zudem sei niemals jemand mit einem Vorschlag an sie herangetreten, wie ihn Steve Jobs gemacht hat. Zur rechten zeit von der richtigen Person vorgetragen, sei dies der wesentliche Faktor für den Geschäftsabschluss gewesen.Piraterie könne der iTunes Music Store auch bei kleineren Einstiegspreisen nicht unterbinden, meinen die Analysten übereinstimmend. Wer sich bislang kostenlos in Tauschbörsen bedient hat, den will Apple nach Aussagen von Musik-Marketing-Leiter Chris Bell mit Qualität überzeugen. Jeder der angebotenen Songs sei mit hundertprozentiger Zuverlässigkeit der Echte und liege in AAC-Qualität vor. Um Peer-to-Peer-Netze zu stören, haben die großen Plattenfirmen zuletzt selbst gefälschte Songs in das Web gestellt, so dass Teilnehmer von Kazaa und Konsorten häufig nach langen Downloads nur leere Files oder eine fluchende Madonna hörten.Angesprochen auf eine Ausweitung des Service, erklärt Bell die momentane Beschränkung auf die USA mit der Art der Verträge, die man mit der Musikindustrie geschlossen hat. Um eine Ausweitung auf andere Länder und Kontinente sei man jedoch bemüht. Ebenso will man Windows-Anwendern bis zum Ende des Jahres Zugang zum iTunes Music Store gewähren. Analyst Michael Gartenberg hält diese Expansion für eine große Herausforderung für Apple, allein das größere Transaktionsvolumen brächte diverse Probleme mit sich. Als Mac-only-Service sollte der iTunes Music Store jedoch gut laufen. Roger Kay sieht jedoch einen beschränkten Geschäftserfolg für den Online-Musikladen, sofern diesem eine Windows-Komponente auf Dauer fehle.  pm

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