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Analysten sehen kaum Einflüsse auf Apple durch Motorola-Verkauf

31.01.2014 | 11:00 Uhr |

Google verkauft die Handy-Sparte von Motorola an Lenovo weiter und will sich auf Software konzentrieren, die Geräte kommen zukünftig von Lenovo.

Hatte die Übernahme vor allem der Patente vor zwei Jahren einen starken Einfluss auf den Markt und die Patentschlachten um ihn, sehen Analysten durch die Übernahme durch Lenovo kaum Auswirkungen auf Apple. Der Gartner-Analyst Tong Nguyen erklärte unseren Kollegen der Macworld zwar, dass sich die Dynamik im Gesamten verändert habe, das bei Apple aber niemandem schlaflose Nächte bereiten werde. "Für Lenovo geht es darum, außerhalb Chinas einen Fuß in den Markt zu bekommen. Apple spielt aber im High-End-Bereich. Ich kenne keine Lenovo-Marke, die in diesem Preisbereich angesiedelt wäre und Apple bedrohen könnte", beruhigt Nguyen. Lenovo war im letzten Jahr der fünftgrößte Hersteller weltweit und konnte sich im letzten Quartal auf Platz vier setzen. Apple steht auf Platz zwei und Samsung mit mehr als 30 Prozent Marktanteil auf Platz eins. Die Marke Motorola würde Lenovo zwar gewisse Aufmerksamkeit in Nordamerika bescheren, Samsung und Apple liegen jedoch mit weitem Abstand vorn. Apple und Samsung fahren auch die meisten Gewinne im Markt ein, Google hatte Motorola nach der Übernahme in Richtung Low-End entwickelt, wo die Margen gering sind.

Ben Bajarin von Creative Strategies teilt die Einschätzung: "Das könnte Lenovo in Nordamerika auf die Sprünge helfen, allein die Marke Motorola gibt dafür keine Garantie." Lenovo müsse weiter in Marke und Technologien investieren, um erfolgreich zu sein. Allenfalls in den USA werde ich der Wettbewerb verstärken, meint Bajarin. Dort liegt Sasmung als stärkster Android-Anbieter auf dem zweiten Platz hinter Apple, verfüge aber weiterhin über eine "starke Marke".

Samee Singh von Tech Thoughts hingegen erwartet nicht nur stärkeren Wettbewerb in den USA, gerade in Europa, wo Android dominiert, könnte Lenovo-Motorola den Markt aufmischen. Nur dort hätten auch Windows-Smartphones einen signifikanten Anteil.

Dass der Low-End-Bereich schwierig ist und dort wenig zu holen, musste wohl auch Apple im vergangenen Quartal erfahren. Zwar hat der Hersteller keine konkreten Zahlen genannt, doch dürfte der Löwenanteil der 50 Millionen im Quartal verkauften iPhones auf das iPhone 5S entfallen. Das bunte iPhone 5C hat sich unter den Erwartungen verkauft, räumte Apple auf der Bilanzpressekonferenz in dieser Woche ein.

Als Gefahr für Apple stuft Avi Greengart von Current Analysis gegenüber Cnet die Situation ein. Ohne Motorola könne sich Google besser auf seine Software konzentrieren und diese Hersteller übergreifend optimieren. Eine solcherart verbesserte Anwendererfahrung wäre starke Konkurrenz für Apple.Lenovo dürfe man zudem nicht unterschätzen, die chinesische Firma habe schon vor einem Jahrzehnt nach der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM den Markt aufgerollt.

Neil Mawston von Strategy Analytics wirft zudem einen weiteren Blick auf den Low-End-Bereich. Apple habe es mangels Präsenz darin versäumt, deutlich höhere Volumina zu verkaufen. in China, wo Lenovo schon vorher stark gewachsen seim ist Apple bis auf den sechsten Platz zurück gefallen.

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