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iPhone: Schlechtes Geschäft für die Netzbetreiber

09.12.2008 | 11:50 Uhr |

Ein Unternehmensberater hält das iPhone für ein schlechtes Produkt - aus Sicht der Mobilfunkbetreiber. Man könne damit kein Geld verdienen. Apple habe einen Hype geschaffen, der sich nicht in Gewinn umsetzen lasse.

Das iPhone sei "der schlechteste Freund der Betreiber", sagen die dänischen Berater von Strand Consult in einer Presseerklärung . Die PR-Abteilung von Apple habe eine beispiellose Kampagne eröffnet und die "Paris Hilton unter den Mobiltelefonen" geschaffen. Die Betreiber sollten sich allerdings weniger um das iPhone als um ihre Aktionäre kümmern, so das Unternehmen.

iPhone-Hype

Das iPhone erreiche nur einen sehr begrenzten Markt. Apple habe sich einen Marktanteil von einem Prozent vorgenommen und diesen teilweise sogar übertroffen, schreibt Strand Consult. Dennoch bleibe das iPhone ein Nischenprodukt, das den Massenmarkt nicht erreiche. Zudem hätten die Anbieter, die das iPhone verkaufen, einen immensen Aufwand seitens des Managements betrieben. Die Zeit, das iPhone auf den Markt zu bringen und die Beschränkungen seitens Apple zu verhandeln, stünde nicht im Verhältnis zu den etwa fünf Prozent des Marktes, für die das iPhone attraktiv sei.

Man würde 95 Prozent seiner Kunden ignorieren, wenn man sich so sehr auf Apples Handy konzentriere, so die Berater. Das Unternehmen glaubt nicht, dass das iPhone tatsächlich solch einen positiven Effekt auf die Nutzung mobiler Datendienste habe, wie die dazu Zahlen nahelegen. Der Großteil der iPhone-Kunden seien schon zuvor Nutzer mit hohem Datenvolumen gewesen, spekuliert Strand in dem Bericht. Zudem würden die beim iPhone oft verwendeten Flatrates zwar hohes Volumen erzeugen, was sich aber nicht in gestiegenem Umsatz widerspiegele. Da iPhone-Nutzer oft reguläre Webseiten statt spezielle Mobilseiten ansurfen, würde dadurch überproportional viel Datenvolumen anfallen, da normale WWW-Seiten mehr Bandbreite benötigen.

Apple missbrauche die Anbieter

Strand Consult sagt, dass Apple die Provider wie "dumme Datenleitungen" missbrauchen würde. Sie würden das iPhone mit Subventionen günstig anbieten, während Apple sowohl am iPhone als auch an den von Apple verkauften Programmen kräftig mitverdiene. Es gebe zahlreiche Anbieter, die mit dem iPhone nichts verdienen würden, während viele andere auch ohne iPhone gute Geschäfte machen. Die Berater raten sogar davon ab, das iPhone anzubieten. Alleine AT&T soll in diesem Jahr 900 Millionen Dollar an iPhone-Subventionen gezahlt haben.

Gegenüber dem Nachrichtendienst heise gab Strand zu, dass diese Auswirkungen auch bei anderen Luxus-Handys zutreffen würden. Aber nur bei Apple fielen Mehreinnahmen durch so genannte Mehrwert-Dienste wie Klingeltonverkäufe weg, so Strand.

Der hype um das iPhone ist jedoch nicht nur PR-gesteuert. Komfortable Internetnutzung von unterwegs, passende Tarife und einfache Bedienung spricht die potenziellen offenbar sehr an. Dass diese nachfrage sich nicht immer mit der Tarif- und Produktpolitik vieler Anbieter deckt, steht dabei auf einem anderen Blatt.

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