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Angetestet: Mit 'Maestro' auf dem Mars

15.01.2004 | 10:58 Uhr |

Frühestens in 25 Jahren brechen Menschen zum roten Planeten auf. Einen Eindruck von der Steuerung der kürzlich gelandeten Sonde Spirit kann sich schoin jetzt jeder Mac-Anwender machen.

Da hatten die Amerikaner einfach mehr Glück - oder auch schlicht mehr Knowhow und Erfahrung? - als die Europäer mit ihrem wohl verloren gegangenen Mars-Roboter "Beagle 2". Die US-Landeeinheit mit Rover "Spirit" an Bord jedenfalls hat nicht nur sauber auf dem roten Planeten aufgesetzt, sondern ist nach gewissen Anfangsschwierigkeiten offenbar zur Ausfahrt und Erkundung der Umgebung bereit. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach früheren Wasservorkommen, denn dies könnte ein deutlicher Hinweis auf einstiges oder gar aktuelles Leben auf dem Mars sein.

Per Software auf dem Mars: Maestro

Um möglichst dicht an den Geschehnissen in zurzeit knapp 60 Millionen Kilometern Entfernung dran zu sein hat sich die NASA bzw. ihr Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Kalifornien etwas Besonderes einfallen lassen: Mit der nach ihrer Auskunft auch von den Wissenschaftlern selbst verwendeten Software "Maestro" ist es nun möglich, sich eine eigene Vorstellung von den Fähigkeiten des Rovers und seinen bildlichen Eindrücken auf dem Mars zu machen. Bei diesem Visualisierungstool handelt es sich im Prinzip um einen optional mehrfenstrigen Bild-Browser auf Java-Basis für 3D-Ansichten. Daher braucht der interessierte Anwender nicht nur dieses Programm selbst, dessen Download für Mac-OS X ab Version 10.3.1 immerhin 27 MB beträgt. Außerdem benötigt Maestro auf dem Mac die neuen Erweiterungen Java3D and JavaAI Advanced Imaging</a> von Apple (ca. 9 MB). Eine genaue Beschreibung von Maestro und den Systemvoraussetzungen auf dem Mac findet sich übrigens auf der Website des Mac-Herstellers selbst.

Tutorial aus der Konserve und aktuelle Bilder nach der Landung

Dann aber kann es losgehen, zunächst am besten mit einem Tutorial, über das man sich mit dem Rover in mehreren 3D-Ansichten vertraut macht. Dazu und zu vielen weiteren Aktionen leitet der informative "Conductor" an, mit dem es sich außerdem durch die Seiten und Kapitel des Browsers hin und her navigieren lässt.
Richtig spannend aber wird es, wenn man sich zusätzlich aktuelle Bilder und Daten dazu lädt. Diese sollen laut NASA jede Woche aktualisiert werden. Die erste Datei mit etwas mehr als 3 MB (gepackt) zeigt nicht nur den Landeplatz - und zwar jetzt mit Originalbildern! - und Teile des Rovers, sondern lässt auch den Countdown zur Landung sowie den anschließenden Jubel des JPL-Teams laut und deutlich vernehmen. Sehr packend gemacht ist das! Doch am schönsten ist das einzige originale Farbbild für den Browser-Download bisher, das die rötliche Umgebung der Marslandschaft eindrucksvoll zeigt. Durch die Ansichten lässt es sich scrollen bzw. kann man das Bild mit einer virtuellen Hand verschieben. Die Systemvoraussetzungen sind jedoch ernst zu nehmen - auf unserem Test-iBook (G 3 800 MHz mit 640 MB RAM) gingen der Bildaufbau und das Navigieren stellenweise nur sehr zäh von statten. Wer dazu also einen flotteren Mac nutzt und über etwa 1 GB RAM verfügt, dürfte deutlich mehr Freude an seiner heimischen Marsexpedition haben. Unsere Screenshots geben Ihnen noch einen anschaulicheren Eindruck von Maestro und seinen Fähigkeiten.
Eine Schlussbemerkung zu dem Programm: Da es aus der wissenschaftlichen Forschung kommt, ist seine Bedienung komplex bis kompliziert. Ein 80-seitiges PDF-Handbuch zeugt davon. Das sollte jedoch niemanden abschrecken - die Handhabung für den wichtigsten Zweck des "Normalanwenders", nämlich die Betrachtung der Mars-Bilder und kleinere Exkursionen, sind ganz einfach.

Info: Maestro


:Screenshot-Galerie

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