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Anonym Surfen mit „Tor“

14.03.2006 | 10:48 Uhr |

„Tor" versteht sich als Netzwerk virtueller Tunnel. Nach Installation des Clients wird die Kommunikation des Macs mit dem Internet über mehrere Router so verteilt, dass eine Nachverfolgung und Identifizierung des Nutzers praktisch ausgeschlossen ist.

Tor Netzwerk
Vergrößern Tor Netzwerk

Um einen privaten Netzwerkpfad mit Tor zu erzeugen, baut die Software des Benutzers oder Clients laut Angaben des Entwicklers inkrementell eine Menge an verschlüsselten Verbindungen zu den Servern im Netzwerk auf. Dieser Kreis wird um jeweils einen Schritt erweitert, jeder Server entlang des Wegs weiß nur, von welchem Server er Daten bekam und zu welchem er sie weitergibt. Kein einzelner Server kennt demnach jemals den gesamten Pfad, den ein Datenpaket genommen hat. Der Client handelt für jeden Schritt entlang des Pfads einen eigenen Satz von Schlüsseln aus und stellt damit sicher, dass kein Server die Verbindungen nachvollziehen kann, während sie bei ihm vorbeikommen. Tor konzentriert sich in erster Linie darauf, den Transport von Daten zu schützen. Um Cookies oder die Herausgabe von Browser-Informationen zu verschleiern, bedarf es zusätzlicher Hilfsmittel.

Die Entwickler der Freeware, die ab Mac-OS X 10.4 einsetzbar ist, verweisen stolz darauf, dass etwa Bürgerrechtsbewegungen, Journalisten, die mit Dissidenten kommunizieren, aber auch Firmen und sogar ein Zweig der US-Marine Tor zur Sicherung der Anonymität ihrer Kommunikation einsetzen. Mit Hilfe der integrierten "versteckten Services" sei es sogar möglich, Web-Seiten oder andere Dienste anzubieten, ohne den Standort der Seite Preis zu geben. Die Entwickler beschreiben die Funktionsweise ihrer Software technisch minutiös auf ihrer Homepage. Hunderttausende von Nutzern sollen schon in das Tor-Netzwerk integriert sein. Ersten Berichten zufolge ist das Surfen nach Installation auf dem Mac und einer manuell vorzunehmenden Konfiguration des Proxies langsamer als "ungeschützt", was freilich auf Grund der für die Anonymisierung nötigen Umwege nicht anders zu erwarten ist.

Info: Tor-Netzwerk

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