Von Denise Bergert - 06.09.2011, 10:01

Anonymitätsdebatte

Bundestagsabgeordnete fordern Pseudonyme für Google+

Eine Gruppe von Netz-Aktivisten und Bundestagsabgeordneten hat sich heute in einem offenen Brief an Google gewandt und fordert die Nutzung von Pseudonymen im sozialen Netzwerk Google+.
Mit dem Start von Google+ vor gut zwei Monaten hat der Suchmaschinen-Konzern Google eine Debatte über die Anonymität in sozialen Netzwerken angeregt. Im Gegensatz zu Facebook & Co. ist es bei Google+ nicht erlaubt, sich mit einem Pseudonym anzumelden. Verstöße gegen diese Richtlinie verfolgt Google rigoros mit der Löschung des entsprechenden Profils.

In einem offenen Brief hat sich heute eine Gruppe aus 28 Internet-Aktivisten und Bundestagsabgeordneten an Google gewandt und fordert die Verwendung von Nicknames auf Google+. Laut den Verfassern ermögliche die Verwendung eines Pseudonyms die freie Meinungsäußerung, ohne Nachteile oder Ächtung befürchten zu müssen. Dies sei wiederum eine essenzielle Grundlage für die freie Meinungsäußerung in einer Demokratie.


Ins Leben gerufen wurden der offene Brief und die Aktion gegen Googles Klarnamen-Regelung von dem Hamburger Unternehmer Christoph Kappes. Mit Jimmy Schulz (FDP), Lars Klingbeil (SPD), Konstantin von Notz (Grüne), Peter Tauber (CDU), Manuel Höferlin (FDP) und Dorothee Bär (CSU) stehen zahlreiche Bundestagsabgeordnete mit ihrem Namen für die Einführung von Pseudonymen auf Google+. Netz-Aktivisten wie der Blogger Sascha Lobo haben ebenfalls unterzeichnet. Es bleibt abzuwarten, wie Google auf die Aufforderung reagiert. Bislang hat der Konzern noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben.
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