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Antennen für digitales Fernsehen

22.03.2007 | 14:13 Uhr |

Auch beim digitalen Fernsehen hat die Wahl der richtigen Antenne und deren optimale Aufstellung entscheidenden Einfluss auf die Empfangsqualität. Wir zeigen, welche Antennen für welche Zwecke geeignet sind

Empfangshilfe: Normale Zimmerantenne, wetterfeste Stabantenne, Flachantenne mit integriertem LNB und Sat-Schüssel mit vier LNBs (von links)
Vergrößern Empfangshilfe: Normale Zimmerantenne, wetterfeste Stabantenne, Flachantenne mit integriertem LNB und Sat-Schüssel mit vier LNBs (von links)

Bei der Einführung von DVB-T wurde die kurze Stabantenne gern als großer Vorteil gepriesen, zeigt sie doch, wie einfach man das neue Signal empfangen kann – Antenne hinstellen, anschließen und fertig. Ein Traum für alle Zimmerantennenbesitzer, die das lästige Drehen und Verstellen der klapprigen Drahtgestelle leid sind, das regelmäßig nach dem Staubwischen wieder von vorn anfängt. Mit DVB-T sollte das Geschichte sein, genau wie die langwierige Suche nach der besten Position für die Aufstellung der Antenne. Tatsächlich ist das aber nur die halbe Wahrheit.

Stabantenne

Die einfache Stummelantenne lässt sich nur in der Nähe eines Senders nutzen, in dem so genannten Kerngebiet. Dessen Größe hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab, wie zum Beispiel Bebauung oder topografische Besonderheiten. Auch die Hauswände dämpfen das Signal. Da eine einfache Stabantenne bereits für unter 10 Euro zu haben ist, spricht allerdings kaum etwas dagegen, sie einfach einmal auszuprobieren, wenn man nicht gerade weit ab vom Schuss wohnt. Bei vielen DVB-T-Empfängern liegt eh schon eine einfache Antenne mit im Karton.

Sollte es klappen, wird das Fernsehleben tatsächlich so einfach, wie in der Werbung gezeigt. Im Zweifelsfall ist übrigens die Fensterbank immer ein ziemlich guter Platz, in einigen Gegenden wird es auch als heißer Tipp gehandelt, die Antenne hinzulegen. Viele Empfänger erlauben, die Empfangsqualität per Menü zu kontrollieren. Checken Sie dabei möglichst mehrere Programme, da nicht alle Bouquets vom gleichen Sendemast kommen müssen.

Aktive Antenne

Ist das Signal aufgrund der Entfernung zum Sender oder zu großer Dämpfung durch Mauern und Decken zu schwach, kann hier eventuell eine aktive Stabantenne helfen (etwa 20 Euro). Die enthält einen kleinen Verstärker, der von vielen DVB-T-Boxen einfach über das Antennen­kabel versorgt werden kann. Erwartet man Empfangsprobleme, sollte man beim Kauf des Empfängers auf dieses Feature achten, da es ein Netzteil einspart.

Bei gutem Empfang kann die Verstärkung allerdings zu einer Übersteuerung führen, die dann wieder schadet. Deshalb sollte die Versorgungsspannung abschaltbar sein. Ohne Saft arbeitet die aktive Antenne als passives Modell. Außerdem ist Verstärkung nicht immer die Lösung. In Städten entstehen häufig Empfangsstörungen durch Reflexionen an Häusern, die sich mit dem Originalsignal mischen. Die aktive Antenne würde die Störungen einfach mitverstärken. In diesem Fall helfen sogenannte Diversity-Lösungen, die Störungen erkennen (siehe Kasten).

Wer in einem eigenen Haus wohnt, kann auch versuchen, die Stabantenne mal testweise mit einem langen Kabel nach draußen zu legen, eventuell um die nächste Hausecke herum. Auch das kann bei etwas abgelegenen Häusern bereits die fehlenden 10 bis 20 Prozent Signalstärke bringen. Es gibt für solche Zwecke übrigens wetterfeste Modelle.

Reicht die Stabantenne nicht aus, gibt es auch größere Zimmerantennen, die in der Regel ebenfalls aktiv sind. Wer aus der analogen Zeit noch ein solches Modell für VHF- und UHF-Frequenzen hat, sollte es erst mal ausprobieren, bevor er zum Neukauf schreitet.

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