Antennenleistung
Apple veröffentlicht Antennen-Messergebnisse
Neben dem Vergleich mit drei iPhone-Konkurrenten bietet die neue Webseite einen faszinierenden Einblick in Apples futuristische Test-Laboratorien.
Wenige Minuten nach Ende der Pressekonferenz von Apple am letzten Freitag zur Erklärung und Behebung der iPhone 4 Antennen-Probleme hat Apple ein Streaming-Video der Konferenz auf seiner Webseite veröffentlicht. Zwar fehlt die abschließende Diskussion mit den Pressevertretern, aber zeigt ansonsten die gesamte Präsentation von Steve Jobs.
Zusätzlich zu dem Video hat Apple auch eine neue Seite über die Antennenleistung des iPhone 4 hochgeladen, die anschaulich den Verlust der Signalstärke verschiedener Smartphones je nach Handposition des Anwenders - inklusive dem iPhone 4 - darstellt. Die in der Abzeige verwendeten iPhone-Geräte 4 und 3GS nutzen beide die neue iOS-Version 4.0.1, die am letzten Donnerstag freigegeben wurde. Als Vergleichsmodelle setzt Apple drei Smartphones ein, die alle seit November 2009 auf dem Markt sind: Das Bold 9700 von Blackberry, das Droid Eris von HTC und das Omnia II von Samsung. Laut dem Bericht von Apple verlieren all diese Geräte der Konkurrenz bei entsprechenden Handpositionen zwischen drei und vier Signal-Balken, während im Vergleich das iPhone 3GS und iPhone 4 nur um jeweils zwei Balken der Empfangsanzeige absinkt.
Apple begann die Pressekonferenz mit dem "iPhone-Song" von Youtube. Dessen Text nimmt das spätere Fazit bereits vorweg: "Leb damit".
Steve Jobs selbst hält die Pressekonferenz, die auf dem Apple Campus in Cupertino bei San Francisco stattfindet.
"Phones aren't perfect" - Dieser Spruch zieht sich matra-artig durch die Präsentation. Telefone seien nicht perfekt.
Trotz aller Kritik sei das iPhone 4 das Smartphone mit der höchsten Kundenzufriedenheit. Die Quelle oder Kriterien dieser Aussage nennt Jobs nicht.
Apple habe sich seit laut werden der Kritik "22 Tage den Hintern abgearbeitet". So lange dauerte aber auch der Zeitraum, in dem Apple dazu schwieg.
Der "Antennenskandal" sei keine Apple-exklusive Angelegenheit. Jetzt beginnt Jobs, das iPhone mit anderen Smartphones zu vergleichen.
Auch bei anderen Smartphone verschlechtert sich der Empfang, wenn man es fest umschließt. Die anderen Hersteller reagieren erbost über diesen Vergleich, denn beim iPhone 4 könne man den Empfang mit nur einem Finger stören und man habe außenliegende Antennen deshalb verworfen, weil dies die Probleme verursache, die sich beim iPhone 4 zeigen.
Apple bringt drei Beispiele von anderen Smartphone, die belegen sollen, dass alle modernen Handys dieses Problem hätten.
Wieder einmal die These: "Telefone sind nicht perfekt."
Das einzige Fehlereingeständnis an diesem Abend: Man habe die empfindliche Stelle mit dem schwarzen Strick unfreiwillig markiert und die Zahl der Balken falsch dargestellt.
Zum Beleg der eigenen Antennenkompetenz zeigt Steve Jobs erstmals Bilder aus den zuvor geheimen Messlabors für Funktechnik bei Apple.
17 Messkammern, 18 Wissenschaftler und 100 Millionen Dollar hat Apple für Antennendesign aufgefahren.
Die Zahlen sollen das Problem als nicht-existent belegen: Nur 0,55 prozent aller iPhone-4-Käufer haben sich beim Apple-Support wegen des schlechten Empfangs beschwert.
Beim iPhone 3GS habe es mehr als drei mal so viele Rückgaben des Gerätes gegeben.
Das iPhone 4 bricht tatsächlich mehr Gespräche ab als das iPhone 3GS. Der Unterschied zwischen den Modellen läge aber bei unter einem Prozent.
Die Zusammenfassung von Apples Sicht: Alle Smartphones haben empfindliche Stellen, wenige Nutzerbeschwerden und Rückgaben, kaum mehr Gesprächsabbrüche.
Obwohl das problem eigentlich kaum wahrzunehmen sei, wolle Apple sich um jeden Nutzer kümmern.
Dann kommt Jobs auf das Thema "Bumper".
Apples Lösung für das Empfangsproblem: Kostenlose Bumper für alle Käufer des iPhone 4 - bis zum 30. September. Was danach sei, wisse man noch nicht.
Da Apple nicht genügend Bumper produzieren kann, will man auch Hüllen von Drittanbietern verschenken. Die Nutzer erhalten bald eine Auswahl auf Apples Homepage.
Unzufriedene Käufer können das iPhone 4 zurückgeben. In Deutschland gibt es dazu noch keine Regelung mit der Telekom.
Das weiße iPhone wird Ende Juli ausgeliefert und soll zunächst nur in wenigen Stückzahlen, dann in größeren erhältlich sein.
Außerdem startet das iPhone 4 Ende Juli in 17 weiteren Ländern, darunter in Österreich, der Schweiz und Italien.
Besonders faszinierend ist der Einblick, den Apple zum ersten Mal in seine Testlaboratorien gewährt, in denen Apple alle Bedingungen zur Beeinflussung der Antennen-Leistung getestet haben will. Apple verfügt über weltweit 17 völlig abgeschirmte Testräume, die direkt aus James Bond Filmen zu stammen scheinen. Zusätzlich berichtet Apple auch von den weltweit durchgeführten Tests in normaler Umgebung, die Szenarien wie Städte mit hoher Mobil-Telefonnutzung, Verhalten des Geräts bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Gegenden unterschiedlicher Funknetzabdeckung umfassen. Apple ist sich sicher, fast alle echten Einsatzbedingungen getestet zu haben und hat dafür die Ergebnisse für Signal-Qualität, Unterbrechungen, Verbindungs-Aufbau und -Abbau und Übertragungsdauer aufgezeichnet. Apple bestätigt die Aussage von Steve Jobs, dass die Firma zirka 100 Millionen US-Dollar und tausende von Test-Stunden investierte, um das iPhone zu perfektionieren.





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