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Google fordert angeblich Web-Privilegien

16.12.2008 | 17:07 Uhr |

Laut einem Zeitungsbericht soll Google mit Netzanbietern über Bevorzugung beim Datentransfer verhandeln. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

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Laut einem Bericht im Wall Street Journal vom Montag soll Google derzeit mit mehreren Internetanbietern darüber verhandeln, beim Datentransfer bevorzugt behandelt zu werden. Bislang war Google stets ein Verfechter der so genannten "Netzneutralität". Gegen Zahlung könnten sich große Unternehmen eine Art "Überholspur" beim Datentransfer erkaufen. Auch Microsoft soll ähnliche Pläne haben.

Google-Server bei Internetprovidern

Google dementiert den Bericht in einem Blogeintrag , nennt die Darstellung "wirr" und geht von einem Missverständnis aus. Es ginge lediglich darum, zusammen mit den Netzbetreibern weitere so genannte Caching Server einzurichten. Diese sollen dazu dienen, dass Inhalte schneller ausgeliefert werden und weniger Datenverkehr im Internet entsteht. Diese Server stehen direkt bei den Netzbetreibern, die Daten werden nicht mehr direkt beim Anbieter, beispielsweise Youtube, vom Server geladen.

Google widme sich weiterhin den Prinzipien der Netzneutralität, so Richard Witt von Google in dessen Blog. Netzneutralität bedeutet, dass Internetprovider lediglich Vermittler sind und sich nicht in die Inhalte einmischen. Dies enthält die Gleichbehandlung der Anbieter. In den USA ist Netzneutralität seit Jahren ein Diskussionsthema. Netzanbieter hatten vor Jahren gefordert, dass sich große Webseitenbetreiber, die enorm viel Datenverkehr erzeugen (beispielsweise Videoplattformen) an den Kosten für die Infrastruktur beteiligen sollten.

Heute läuft die Debatte in die andere Richtung und man fürchtet Privilegien für zahlungskräftige Anbieter. Auch wenn Google sich keine Premiumbehandlung erkauft: Wenn Google eigene Caching-Server bei den Providern aufstellt, hat das Unternehmen dadurch Vorteile. Google könnte die eigene Kapazität beliebig ausbauen, während andere Webseitenbetreiber von der Kapazität des jeweiligen Providers abhängig sind. Google weist zwar darauf hin, dass es keine Exklusivverinbarungen gäbe und auch andere Anbieter derartige Server aufstellen könnten, hier gibt es jedoch ein Zweiklassen-Internet, das sich duch das Budget des Unternehmen entscheidet.

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