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Anwender beklagen Soundprobleme bei iPod mini

14.04.2004 | 13:01 Uhr |

Der iPod mini bleibt auch in den USA knapp - und die Freude hat bei einigen der spärlich gesäten Besitzer nachgelassen. Ein Konstruktionsfehler soll für Defekte bei der Tonausgabe verantwortlich sein.

Apple will Anwenderberichten nachgehen, denen zufolge der iPod mini Probleme mit der Soundausgabe hat. Im Forum der Website ipodlounge.com häufen sich die Beschwerden von Käufern des MP3-Players über Störgeräusche und verzerrte Klänge, die Tonausgabe sei bei einigen sogar ganz ausgefallen. Am Dienstag gab Apple über einen Sprecher eine knappe Stellungnahme ab: "Apple ist sich einiger vereinzelter Postings im Web bewusst, die von Störgeräuschen beim iPod mini berichten, und wird sich der Sache annehmen. Falls ein Kunde technische Probleme hat, soll er sich an den Apple-Kundendienst wenden." Alle iPod minis hätten ein Jahr Garantie, darüber hinaus ist der telefonische Support in den ersten Tagen nach dem Erwerb kostenlos.
Die meisten Beschwerden über den iPod mini berichten über eintretende Schäden nach 35 bis 40 Tagen Nutzung, der Sound käme nur noch verzerrt durch die Kopfhörer, manchmal setze er ganz aus.
Irakli Loladze , Student der Universität von Nebraska, hat sein defektes Exemplar trotz drohendem Garantieverlust auseinander genommen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Demnach sei die schlechte Verarbeitung des Musikplayers schuld an potentiell auftretenden Störgeräuschen. Die Verbindung zwischen dem Mainboard des iPod mini und der Platine der Kopfhörerbuchse sei extrem billig gestaltet, meint Loladze. Sie bestehe aus zwei verwindungssteifen Plastiksteckern mit zehn Pins. Wenn sich das umgebende Aluminiumgehäuse unter Druck verforme, könne dies die Verbindungen lockern, einzelne Pins oder der gesamte Stecker könnten sogar brechen. Dies sei im Gebrauch aber nicht zu vermeiden, allein das Ein- und Ausstöpseln von Kopfhörerkabel könne zu Defekten führen, von den wiederkehrenden Belastungen nicht zu sprechen, unter denen der iPod mini ausgesetzt ist, schließt man ihn an ein Dock an oder klemmt ihn in Gürtelclip oder in die Halterung für das Armband ein.

Knapper Vorrat oder gekaufte Zeit?

Die Gerüchtesite Apple Insider stellt gar einen Zusammenhang zwischen den Soundproblemen des iPod mini und dessen Lieferschwierigkeiten her. Apple hatte erst vor drei Wochen den Verkaufsstart außerhalb der USA auf Juli verschoben, die Nachfrage übersteige die derzeitigen Produktionskapazitäten, hieß es in Cupertino.
Doch nicht nur europäische und asiatische Musikliebhaber müssen sich mit dem iPod mini gedulden, auch in den USA sind die Vorräte nach wie vor knapp. Der Apple Store gibt als Lieferfrist "drei bi fünf Wochen an", ein nicht namentlich genannter Händler behauptete Apple Insider gegenüber, der Mac-Hersteller habe seit der Ankündigung am 25. März keine iPod minis mehr ausgeliefert. Zuvor habe man immer wieder vereinzelt Exemplare erhalten.
Die Quellen der Gerüchtesite vermuten, dass Apple sich mit dem verspäteten Verkaufsstart außerhalb der USA "etwas Zeit gekauft" habe, die Ingenieure könnten bis dahin den Konstruktionsfehler beheben. Je mehr fehlerhafte iPod minis in Umlauf gerieten, desto größer wären die Risiken für Apple, wenn es gilt, Garantieansprüche mit kostenlosen Reparaturen zu befriedigen.

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