Von Patrick Woods - 10.09.2010, 09:08

App-Politik

"Keine Furzapps" - Apples neue App-Kriterien

Inzwischen sind Details aus den Bewertungskriterien für Apps bekannt geworden. Aber nicht alle Punkte sind eindeutig. Apple erlaubt sich viel Ermessensspielraum.
Apple hat diese "Review Guidelines" kürzlich für Entwickler veröffentlicht. Bisher gab es keine öffentlich bekannten, offiziellen Kriterien, warum Apps nicht in den App Store dürfen. Dies sorgte oft für Frust bei betroffenen Entwicklern. Die neuen "Review Guidelines" sagen laut John Gruber unter anderem "Wir brauchen keine weiteren Furzapps." Apple schreibt weiter: "Wenn eine Anwendung nicht nützlich oder in irgendeiner Form unterhaltend ist, dann ist es möglich, dass sie abgelehnt wird."
Apple spricht in der Beschreibung der Kriterien teilweise eine deutliche Sprache, die fast ein wenig arrogant klingt. "Wir werden Apps zurückweisen, wenn Inhalt oder Verhalten unsere Grenze überschreiten. Wo diese Grenze liegt? Wie ein oberster Richter einmal sagte 'Wir erkennen es, wenn wir es sehen.' Wir glauben, dass Sie die Grenze ebenfalls deutlich sehen." An Deutlichkeit mangelt es auch dieser Formulierung nicht: "Wenn Deine App aussieht, als sei sie in wenigen Tagen zusammengeschustert worden, mach Dich darauf gefasst, agbelehnt zu werden."

Teils weiche Kriterien

Während Apple beispielsweise bei pornografischen Inhalten klare Definitionen nutzt, gibt es durchaus weiche Kriterien, die nicht immer gut einzuschätzen sind. "Apps, die bereits bestehenden Apps gleichen, können abgewiesen werden." Dies gelte besonders, wenn es bereits viele derartige Apps gebe. Apple gibt noch weitere Details bekannt. So würden teure Apps gründlicher überprüft als günstige. Zudem legt Apple großen Wert darauf, dass Apps Minderheiten, Religionen und andere Gruppen nicht beleidigen oder diskriminieren. Für "professionelle Satiriker" gibt es jedoch Ausnahmen.
Apple hat zudem eine neue Institution gegründet, das "Review Board". Dies ist eine Kommission, die sich wie eine Art Berufungsgericht um Beschwerden kümmert, wenn eine App abgewiesen wird. Entwickler sollen sich an diese Kommission wenden können und dort ihren Standpunkt darlegen. Dort erhalten sie im Idealfall eine Erklärung und Änderungsvorschläge.
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