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Zensur-Vorwürfe gegen Apple

14.01.2010 | 10:11 Uhr |

Medienverantwortliche kritisieren die Art und Weise, wie streng Apple die Zugangsbedingungen zum App Store auslegt. Medienanbieter müssten sich eine Art Selbstzensur auferlegen.

Top10 im App Store
Vergrößern Top10 im App Store

Innovativ und ein bisschen frech - so ist für viele das Image des Computerherstellers Apple. Doch wenn es um Programme für iPhones geht, versteht der US-Konzern keinen Spaß. Apple prüft nicht nur die technische Funktion der mehr als 100.000 Anwendungen für die Mobiltelefone, sondern auch deren Inhalte. Damit schafft Apple weltweit Zugangskontrollen nach eigenen Regeln. Kritiker sprechen sogar von Zensur.

Der Medienkonzern Axel Springer hat sich für die Abonnenten der "Bild"-App etwas Besonderes einfallen lassen. Sie können bereits um 22 Uhr die Zeitung des folgenden Tages auf dem iPhone herunterladen. Doch wer genau vergleicht, bemerkt Abweichungen zur gedruckten Ausgabe: So sind auf dem Mobiltelefon Nacktfotos und Sex-Anzeigen mit weißen Überblendungen entschärft ("geblitzt").

Grund sind die Apple-Regeln. Entweder liefern die Anbieter ihre Inhalte so, dass sie nicht beanstandet werden oder Apple greift selbst ein und löscht diese. "Nicht erlaubt sind Anwendungen mit beispielsweise pornografischen, illegalen oder die Privatsphäre verletzenden Inhalten", erklärt Apple-Sprecher Georg Albrecht. Die genauen Richtlinien veröffentlicht das Unternehmen jedoch nicht und weitere Erklärungen möchte Albrecht dazu auch nicht abgeben. Wegen der fehlenden Transparenz können die Nutzer kaum ermessen, ob nur Schmuddelbilder aus dem Verkehr gezogen werden oder vielleicht auch andere "anstößige Inhalte", wie in manchen Blogs kritisiert wird.

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