874394

Apple: 170 Millionen Dollar Gewinn

19.10.2000 | 00:00 Uhr |

Ohne den Verkauf von 7,1 Millionen ARM-Aktien hätte Apple die niedrigen Erwartungen der Analysten von einem Gewinn von 31 Cent pro Aktie noch um einen Cent untertroffen. Gerade mit dem Absatz des Power Mac G4 Cube konnte man in Cupertino nicht zufrieden sein.

Apple hat immer noch Reserven: Im vierten Quartal des Fiskaljahres 2000 konnte der Mac-Hersteller einen Gewinn von 170 Millionen US-Dollar verbuchen, was einem Profit von 47 Cent pro Aktie entspricht. Die Gewinnwarnung vom 28. September, als man in Cupertino ankündigte, im vierten Quartal nicht mehr als die 110 Millionen Dollar Überschuss einzufahren, die man im gleichen Zeitraum des Vorjahres erreicht hatte, scheint auf den ersten Blick übertrieben gewesen zu sein.

Zurückzuführen ist das Ergebnis nicht nur auf ein Umsatzwachstum von 40 Prozent gegenüber Q4 1999, 1,87 Milliarden US-Dollar stehen auf dieser Seite der Bilanz, die Marge sank jedoch von 28,7 Prozent auf 25 Prozent. 44 Prozent des Umsatzes erreichte Apple ausserhalb der USA. Insgesamt will Apple 1,122 Millionen rechner im Zeitraum von Juli bis September verkauft haben, darunter 570.000 iMacs.

Zu den Gewinnen tragen auch wesentlich die Verkäufe von 7,1 Millionen ARM-Aktien im Wert von 62 Millionen US-Dollar bei (nach Steuern). Der erwirtschaftete Gewinn beträgt also lediglich 108 Millionen US-Dollar oder 30 Cent pro Aktie, was gar einem Cent unter den niedrigsten erwartungen der Ananlysten liegt. Dieser Gewinn entspricht aber immer noch einem Plus von 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Zahlen des Vorjahres, auch 1999 hatte sich Apple von Beteiligungen an dem Elektronikkonzern getrennt.

Am Ende zählt jedoch die gesamte Bilanz, auch in den erfolgreichen ersten drei Quartalen des FY 2000 ging Apple stets an das Aktiendepot, um den Gewinn zu mehren.

Für das Ende Dezember endende erste Quartal des Fiskaljahres 2001 hält Apple die Gewinnerwartungen weiter niedrig, ein Indiz dafür, dass vor der Macworld Expo San Francisco im Januar nicht mit neuer Hardware zu rechnen ist.

Am Rande der Pressekonferenz zu den Quartalszahlen des Mac-Herstellers hat Apple-CEO Steve Jobs angekündigt, dass man die "Megahertz-Lücke", in man "nach Ansicht einiger unserer Kunden" gefallen sei, im nächsten Jahr schließen wolle. Man arbeite eng mit Motorola zusammen, um im ersten Halbjahr 2001 einen "merklichen" Zuwachs bei der Taktrate des G4-Prozessors zu erzielen und danach deutlich Intels Vorsprung in diesem Gebiet verkürzen. Obwohl man mit unabhängigen Tests bewiesen haben will, dass ein Power Mac G4/500 etwa doppelt so schnell sei wie als ein Pentium-System mit der selben Taktrate, seien potentielle Kunden eher dem Gedanken zugeneigt, dass allein die höhere Taktrate für eine bessere Leistung des Computers sorge.

Entäuschend seien die Verkäufe des Design-Rechners Power Mac G4 Cube, bestätigte gestern Steve Jobs, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen. Das kürzlich angelaufene Rabatt-Programm soll helfen, den Umsatz anzukurbeln: Apple sei durchaus bewusst, dass manche Kunden den Preis des Cube als zu hoch ansähen.
Apple will nach Jobs Worten weiter an dem Rechner festhalten, der in seinen Augen "der ultimative Mac für High-end-Privatanwender und Profis" ist.
Im Frühjahr sollen den Worten des Apple-CEO zu Folge Cube-Modelle zu günstigeren Preisen auf den Markt kommen. Details nannte Jobs nicht. pm

0 Kommentare zu diesem Artikel
874394