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Kinderarbeit und Überstunden in Apple-Fabriken

01.03.2010 | 11:50 Uhr |

Im neuen Bericht über die Produktionsbedingungen bei den Apple-Auftragsherstellern in China zeigen sich immer noch Verstöße durch die Hersteller. Insgesamt verbessert sich die Situation.

Apple Arbeiter China
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© Apple

Apple-Kunden wissen meist nur wenig über die Umstände, unter denen Macs, iPhones und Co. hergestellt werden. Apple bemüht sich hier um etwas Transparenz und untersucht die Bedingungen in den Fabriken der Auftragshersteller jedes Jahr.

Apple hat den neuen Bericht "Supplier Responsibility 2009" vorgelegt ("Zuliefererverantwortung"). Dafür wurden 102 Fabriken untersucht. Laut diesem Bericht zeigten sich bei zwei Prozent der Befragungen schwere Verstöße gegen grundlegende Arbeitsrichtlinien. Dazu zählen drei Fälle von Kinderarbeit. Dort waren 15-Jährige in Fabriken beschäftigt. In vielen Regionen Chinas darf man erst mit 16 voll arbeiten. Zudem gab es elf Fälle von Angestellten, die vor ihrem 16. Geburtstag eingestellt wurden, inzwischen aber legal beschäftigt sind.

Weitere schwere Verstöße gegen Apples Bestimmungen sind beispielsweise falsche Aussagen oder Daten bei der Befragung. So wollten einige Verantwortliche Fälle von Kinderarbeit oder Mehrarbeit vertuschen. Der überwiegende Teil der Verstöße fällt unter die Gruppen, die Apple nicht als "Core Violations", also grundlegende Verletzungen klassifiziert. Hierzu zählen beispielsweise Verstöße gegen die Arbeitszeitbestimmungen. Apple schreibt den Fabriken vor, dass Arbeiter nicht mehr als 60 Stunden in der Woche arbeiten sollen, ein Tag in der Woche muss frei sein.

Zu viele Überstunden

Der aktuelle Bericht zeigt, dass in 60 von 102 untersuchten Fabriken die maximale Arbeitszeit von 60 Stunden mehr als 50 Prozent der Zeit überschritten wird. Zudem zeigte sich bei mehr als der Hälfte der Fabriken, dass die Arbeiter mindestens einmal im Monat mehr als sechs Tage am Stück arbeiten müssen. Apple hat diesen Herstellern aufgetragen, die Arbeitszeit besser zu organisieren, damit die Vereinbarungen eingehalten werden.

Auch bei den Löhnen geht es oft nicht gerecht zu. So fand Apple bei 48 Fabriken, also rund der Hälfte, dass Überstunden zum Nachteil der Arbeiter nicht richtig berechnet werden. In 24 Fabriken verdienen die Arbeiter weniger als den Mindestlohn. Nur mit Boni kommen die Arbeiter dort auf den Mindestlohn. In 57 Fabriken zahlen die Arbeitgeber Krankengeld oder Rentenbeitrag nicht so wie vorgeschrieben.

Sicherheitsverstöße und Diskriminierung

Zu Apples Richtlinien gehört eine Anti-Diskriminierungspolitik. Apple fand 2009 52 Fabriken, die bei Bewerbern obligatorische Hepatitis-Test durchführen, 20 Arbeitgeber verlangen von Frauen sogar einen Schwangerschaftstest. Probeme gibt es besonders bei der Sicherheit der Arbeiter. In 70 Fällen gab es einzelne Verstöße gegen Sicherheitsauflagen. Dies kann beispielsweise ein Gabelstapelfahrer ohne passenden Führerschein sein. In rund der Hälfte der Fabriken gab es Fälle, in denen Arbeiter nicht die erforderliche Sicherheitskleidung trugen.

Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchung enorm viele Verstöße zeigen, hat sich die Lage der Arbeiter im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert. Dort haben Apples Untersuchungen in jedem Bereich noch mehr Verstöße feststellen müssen.

Info: Bericht

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