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Apple-Bashing - ein Indikator für Erfolg?

11.04.2001 | 00:00 Uhr |

Angesichts der heftigen Attacken, die Apple dieser Tage in den USA aushalten muss, stellt der US-Journalist Kelly McNeill (www.osopinion.com) eine interessante These auf: Öffentliche Prügel für Apple seien immer ein Anzeichen für Erfolg.

Michael Dell ist für seine ungestüme Rhetorik bekannt, insbesondere für seine Attacken gegen Apple. Eigentlich - so meint zumindest der US-Kolumnist Kelly Mc Neill - hätte Dell lernen sollen, etwas vorsichtiger mit seinen "Apple"-Prognosen umzugehen. Dells Empfehlung an Cupertino, "den Laden zuzumachen und den Aktionären ihre Anteile zurückzugeben", konterte der Mac-Hersteller vor einigen Jahren, indem er mit seinen iMacs Dell als Nummer Eins im Consumer-Markt verdrängte.
Nächster "Etappensieg" Apples war es, die Firma mit dem geringsten Bestand an unverkaufter Hardware zu werden. Auch hier hatte Dell bis dato an der Spitze der PC-Anbieter gelegen.
Nun hat sich Michael Dell wieder geäußert. "Wir kennen das Ende des Films, die einzig interessante Frage ist noch, was sich bis dahin abspielen wird. Apple hat eine sehr kleine installierte Basis. Wer wirtschaftlich denkt, sieht, dass es extrem schwierig für Apple wird, die Investitionen in die Bereiche Forschung und Entwicklung wieder hereinzuholen."
Mit dieser Aussage spielt Dell auf das vergangene Geschäftsjahresquartal an, indem es Dell erstmals gelang, Apple in dem für die USA sehr wichtigen Bildungsmarkt auf Platz zwei zu verdrängen.
Nach Ansicht McNeills wird der Erfolg Dells im Bildungsmarkt jedoch nicht von langer Dauer sein, da er nur aus einem Fehler Apples resultiere und nicht aus gestiegenen Absatzzahlen.
Apple hatte genau zu einem Zeitpunkt, an dem die größten Investitionen im Bildungsmarkt beschlossen werden, seine Verkaufsmannschaft ausgewechselt. Mit einer neuen Strategie und dem Kauf der US-Firma Power School (macwelt.de berichtete) kann Apple nach Meinung McNeills den verlorenen Boden wieder gutmachen.

Der zweite öffentliche Angriff gegen Apple kommt aus einer ganz anderen Ecke, nämlich aus einer dieser Tage erscheinenden Biografie von Linus Torvalds. Hier äußert sich Torvalds verächtlich über den Mikrokernel von Mac-OS X und nennt ihn schlichtwegs "Mist" (a piece of crab). Weiter schimpft die Linux-Ikone, habe Apple hier "jeden möglichen Design-Fehler gemacht, den man begehen kann und sogar noch einige neue hinzugefügt." Harsche Kritik, die jedoch nach Ansicht McNeillys weniger Torvalds Meinung über das Mac-OS X widerspiegele, als dessen generelle Ablehnung jedweden Microkernels. Tatsächlich finde sich gerade in der Linux-Szene eine breite Basis von Mac-Anwendern, die Apples Betriebssystem gerade wegen seiner Stabilität und seiner Zuverlässigkeit zu schätzen wüssten.

Aus solch schlechter Presse noch etwas Gutes ziehen zu wollen, zeugt schon von starker Loyalität , doch McNeilly ist nicht der einzige US-Journalist, der die Aufregung um Apple selbst bei Kritik als gutes Omen dafür nimmt, dass Apple wieder einmal auf dem Weg nach oben ist. "...the sudden increase in anti-Apple rhetoric indicates that Apple is right on schedule for another comeback - and yet another upheaval like none we,ve ever seen!" Hoffen wir es.

mbi

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