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Apple bilanziert weiteres Rekordquartal

22.10.2008 | 11:16 Uhr |

Noch nie hat Apple außerhalb des Weihnachtsgeschäfts mehr Umsatz und Gewinn erzielt als im vierten Quartal 2007/2008. Angesichts der Rezession übt Apple im Ausblick auf das laufende Quartal zwar Zurückhaltung, die Börse reagiert dennoch euphorisch.

Aufmacher Apple Bilanz
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Umsätze und Gewinne Apples von 2003/2004 bis 2007/2008
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Apple verdankt dem iPhone und Rekordverkäufen seiner Macs einen weiteren starken Gewinnsprung. Der Überschuss stieg in Apples viertem Geschäftsquartal um mehr als ein Viertel von 904 Millionen US-Dollar auf 1,14 Milliarden Dollar. Der Gewinn beträgt 1,26 US-Dollar pro Aktie, die Wall Street hatte mit 1,11 US-Dollar pro Aktie gerechnet. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 7,9 Milliarden Dollar zu. Die Börse reagierte euphorisch. Die Quartalszahlen sind nach GAAP (General Accepted Accounting Principles) ausgewiesen, dabei werden Umsätze mit iPhone und Apple TV über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der Geräte hinaus bilanziert. Bereinigt hätte sich ein Quartalsumsatz von 11,68 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn 2,44 Milliarden US-Dollar ergeben.

Apple könne die Folgen der Wirtschaftskrise für sein Geschäft allerdings noch nicht abschätzen, warnte Konzernchef Steve Jobs am Dienstag nach US-Börsenschluss in Cupertino (Kalifornien). Für das laufende Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft gab er daher eine wie stets sehr zurückhaltende Prognose ab.

Der Gewinn der vergangenen drei Monaten übertraf die Erwartungen der Experten. Der Umsatz lag ganz knapp darunter. Die Aktie schoss nachbörslich um mehr als zehn Prozent in die Höhe. Im Tagesverlauf hatte sie um über sieben Prozent auf 91,49 Dollar verloren.

Mehr als zehn Millionen iPhones im Jahr verkauft

Apple verkaufte im vergangenen Quartal fast 6,9 Millionen iPhones - kurz nach dem Start vor einem Jahr waren es gut eine Million Geräte. Vom originalen iPhone hatte Apple insgesamt nur 6,1 Millionen Stück verkauft. Das iPhone 3G ist erst seit Juli in weltweit rund 70 Ländern im Handel. Auch das Zie, im Kalenderjahr 2008 10 Millionen iPhones zu verkaufen, sei erreicht. Mit Abschluss des September waren 9,3 Millionen iPhones über den Ladentisch gegangen, in der Zwischenzeit hat Apple also mindestens 700.000 weitere Geräte abgesetzt. Jobs betonte in der Bilanzpressekonferenz nach Bekanntgabe der zahlen eigens, Apple habe damit mehr Mobiltelefone abgesetzt als der kanadische Blackberry-Anbieter RIM (Research in Motion). Der Wettbewerber ist besonders in der Geschäftswelt stark, drängt aber auf den Privatkundenmarkt. Apple sieht sich mit einem iPhone-Umsatz von 4,6 Milliarden US-Dollar als drittgrößter Handy-Anbieter weltweit, nur Nokia (12,7 Milliarden US-Dollar) und Samsung (5,9 Milliarden US-Dollar) rangieren davor. Sony Ericssson (4,2 Milliarden US-Dollar), LG (3,4 Milliarden US-Dollar) und eben RIM (2,1 Milliarden US-Dollar) hat Apple bereits überholt. Den Erfolg des iPhone befeuert auch der App Store. Gerade einmal 100 Tage nach dessen Eröffnung zähle dieser 200 Millionen Downloads von iPhone-Programmen. "So etwas haben wir in unserem Berufsleben noch nie gesehen," jubelt Jobs.

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