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Apple-Bilanz besser als erwartet: Ausblick enttäuscht Anleger

24.04.2008 | 09:24 Uhr |

Apple hat dank starker Verkäufe seiner Mac-Rechner Gewinn und Umsatz überraschend kräftig gesteigert und ein neues Rekordquartal bilanziert. Mit dem Ausblick für den weiteren Jahresverlauf blieb der Konzern aber unter den Erwartungen der Wall Street.

Aufmacher Apple Bilanz
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Der Gewinn stieg im Ende März abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal des Unternehmens gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 36 Prozent auf 1,05 Milliarden Dollar oder 1,16 US-Dollar pro Aktie. Der Umsatz wuchs gar um 43 Prozent auf 7,51 Milliarden Dollar (4,73 Mrd Euro), teilte Apple am Mittwochabend nach US-Börsenschluss in Cupertino (Kalifornien) mit. In Europa und Asien war der Zuwachs stärker als auf dem US-Heimatmarkt.

Mit seinen Zahlen übertraf der Konzern die Expertenschätzungen klar. Für das laufende dritte Geschäftsquartal versprach Apple aber weniger als Wall Street erwartet hatte: Der Umsatz soll rund 7,2 Milliarden Dollar betragen und dabei ein Gewinn je Aktie von etwa 1,00 Dollar abfallen. Apple ist für seine zurückhaltenden Prognosen bekannt, wie auch Finanzchef Peter Oppenheimer in der Bilanzpressekonferenz gestern Abend betonte.

Der Konzern verkaufte im zweiten Geschäftsquartal knapp 2,3 Millionen Macs und damit 51 Prozent mehr als vor einem Jahr, als 1,5 Millionen Macs an die Kunden gingen. Apple wächst nach eigenen Angaben damit 2,2 mal so schnell wie der Gesamtmarkt. Im März-Quartal trugen vor allem mobile Rechner zu Apples Erfolg bei, 1,43 Millionen Geräte kamen aus den drei Macbook-Reihen zusammen. Gegenüber 2007 bedeutete dies einen Zuwachs von 61 Prozent. Doch auch Desktops verkaufte Apple deutlich mehr als im Vorjahr, nämlich 856.000 Stück, ein Plus von 37 Prozent gegenüber den 626.000 Geräten im Jahr 2007. "Die Mac-Zahlen sind kaum zu glauben", wundert sich der Piper-Jaffray-Analyst Gene Munster, "sie wachsen immer noch." Dennoch konnte Apple nach zuletzt drei aufeinander folgenden Quartalen mit Rekordverkäufen diesmal gegenüber dem Vorquartal nicht mehr bei den Rechnerabsätzen zulegen.

iPod wächst leicht – Verschiebung zu teureren Geräten

Was Wachstum im iPod-Segment verlangsamte sich hingegen, gerade einmal 10,6 Millionen Player setzte Apple 2008 ab im Vorjahr waren es 10,5 Millionen. Immerhin konnte Apple mehr Erlöse mit den hochwertigeren Geräten erzielen, der durchschnittliche Verkaufspreis stieg von 160 US-Dollar auf 171 US-Dollar. Indiz dafür, dass sich der iPod Touch gut verkauft und die Kunden weniger stark an den Einsteigermodellen des iPod Shuffle interessiert sind. Wie Peter Oppenheimer bestätigte, stärkte überhaupt erst die Preissenkung im Februar die Nachfrage nach dem iPod Shuffle. Das Musikgeschäft trug bei Apple insgesamt 36 Prozent der Umsätze bei. Gene Munster lobt die iPod-Verkaufszahlen, er und seine Analystenkollegen hatten mit nur 9,5 bis 10 Millionen verkauften Playern gerechnet.

Der iTunes Store verkauft laut Apple in den USA rund 85 Prozent aller legalen Musikdownloads. Im zurückliegenden Quartal hat Apple TV-Shows im deutschen iTuens Store eingeführt, für die kommenden drei Monate verspricht das Unternehmen, den Filmverkauf und -verleih international auszuweiten.

1,7 Millionen iPhones verkauft – Entwickler stehen Schlange

Von dem vergangenen Sommer gestarteten iPhone gingen 1,7 Millionen Stück über die Ladentheke, Apple hält weiterhin an seinem Ziel fest, in diesem Jahr 10 Millionen Telefone zu verkaufen. Die Branche rechnet noch in diesem Jahr mit einer neuen iPhone-Generation, für 2008 hat Apple zudem den Marktstart in Asien versprochen. Für das iPhone-SDK-Programm haben sich nach Aussagen Oppenheimers bis dato 200.000 Entwickler registriert, Woche für Woche kämen weitere hinzu. Insbesondere in Unternehmen und im Bildungsbereich stoße das iPhone auf reges Interesse, derzeit arbeiteten rund 400 höhere Bildungseinrichtungen an iPhone-Software und rund ein Drittel der Fortuen-500-Unternehmen.

Apples Retail-Stores spülten 1,45 Milliarden US-Dollar in die Kassen Cupertinos, 74 Prozent mehr als im Vorjahr. Das erfolgreiche Konzept will Apple mit 45 neuen Filialen bis Jahresende ausbauen und unter anderem in China, Australien und der Schweiz neue Niederlassungen eröffnen. Die Bar-Reserven des Konzerns gab Oppenheimer mit 19,4 Milliarden US-Dollar an.

Vor Bekanntgabe der Bilanz war die Apple-Aktie gestern an der Nasdaq um 2,69 US-Dollar oder 1,68 Prozent auf 162,89 US-Dollar gestiegen. Im nachbörslichen Handel gab das Papier jedoch nach.

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