2052942

Apple Car soll schon 2020 rollen

20.02.2015 | 11:37 Uhr |

Project Titan: Bloomberg will von Insidern erfahren haben, dass Apple in den nächsten fünf Jahren sein Elektro-Auto zur Serienreife bringen will.

Überraschend berichtete das Wall Street Journal vor wenigen Tagen von Project Titan: Apple baue ein Elektro-Auto . Nun legt Bloomberg nach und behauptet, von Insidern erfahren zu haben, dass Apple schon 2020 mit der Produktion beginnen wolle. Andere große Elektro-Auto-Bauer - Tesla und General Motors - wollen 2017 mit Fahrzeugen auf den Markt kommen, die rein elektrisch über 300 km zurücklegen können. Und außerdem sollen die E-Autos unter 35.000 Euro neu kosten.

Mit seinem letzten Quartalsgewinn von satten 18 Milliarden US-Dollar hat Apple das nötige Kleingeld, um ernsthaft in den noch jungen Markt einzusteigen. Dass es der iPhone-Gigant ernst meint, zeigt wohl auch, dass Apple ein Akku-Team auf die Beine gestellt hat. Dieses habe man vom US-Konzern A123 abgeworben, woraufhin dieser Klage eingereicht hat. Apple betreibe, so der Vorwurf, aggressive Taktiken beim Abwerben von Mitarbeitern. Drei der Abgeworbenen sollen sich mit neuartigen Akku-Technologien beschäftigt haben.

Neben Apple strebt mit Google ein weiterer Player aus dem Silicon Valley in die Auto-Industrie. Google untersucht und testet seit 2010 selbstfahrende Autos.

Kommentar: Apple geht auf die Straße

Apple ist das an der Börse wertvollste Unternehmen der Geschichte, mit einem Nennwert von über 700 Milliarden US-Dollar – sieht man von inflationsbedingten Wertberichtigungen ab. Damit sind die Apple-Aktien mehr wert als etwa die aller Unternehmen aus Russland . Barreserven hat Apple über 170 Milliarden US-Dollar in aller Welt gebunkert, damit könnte das Unternehmen alle Staatsschulden Griechenlands begleichen oder 25 mal die TV-Rechte der Premier League erstehen. Apple wird aber weder alle russische Firmen aufkaufen noch Griechenland zu Appleland werden lassen oder gar für 100 Jahre den englischen Fußball finanzieren, sondern Vernünftigeres mit seinem Geld anfangen. Investitionen in das nächste Milliardengeschäft sind daher sehr wahrscheinlich. Trotz aller Bemühungen der vergangenen zehn Jahre haben Apples Produkte im Auto nie richtig Anschluss gefunden. Der Grund: Apple hat keineswegs die volle Kontrolle über das Nutzererlebnis, das seine Produkte an anderer Stelle auszeichnet. Ein wenig erinnert die Situation von Carplay an die des „iTunes-Handys“ Motorola ROKR, das nie richtig rockte . Das erste Mobilfunkgerät, das wirklich gut in das Apple-Universum passte war das iPhone – und sein bis heute anhaltender Erfolg lässt über ähnliche Strategien für andere Geschäftsbereiche nachdenken. Vor acht Jahren unterschätzte die Mobilfunkbranche den Newcomer gewaltig, die Automobilbranche wird sich aber weniger Sorgen machen müssen. Im Gegenteil könnte Apple mit der Eigenentwicklung eines Apple Car den Branchengrößen eher zeigen, wie Fahrzeugelektronik mit der für Unterhaltung und Vernetzung gekoppelt werden muss. Seit geraumer Zeit macht auch die Kolportage die Runde, Apple wolle den Hersteller von Elektroautos der Luxusklasse Tesla für 75 Milliarden US-Dollar übernehmen. Apple hat dafür zwar die finanzielle Macht, aber wohl kaum das Interesse. Eher werden also Fahrzeuge made for iPhone in einem Jahrzehnt die Straßen füllen als Autos, bei denen das Apple-Logo auf dem Heck mehr als nur ein Aufkleber ist. Peter Müller

0 Kommentare zu diesem Artikel
2052942