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Apple-Expo: Messe-Splitter vom zweiten Tag

14.09.2000 | 00:00 Uhr |

Zwischen all den ernsthaften Produktnews hier mal einige Messesplitter, welche die Macwelt-Reporter auf der Apple Expo am zweiten Messetag zusammen getragen haben.

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Das Geheimnis der Südfrucht

Während wir nicht wissen, welcher Apple-Mitarbeiter die Idee hatte, den neuen iBooks neben Indigo eine zweite Farbe namens "Key Lime" zu verpassen - wir können nur vermuten, dass St. Jobs wohlwollend nickte - steht nun fest, auf welches Vorbild sich der Name bezieht.

Im äußersten Süden der USA, dort wo Florida gewissermaßen auf einer Länge von 500 Kilometern mit einer "Keys" genannten Inselkette in den Ozean tropft, wächst eine Limonen-Art, aus der die Einheimischen eine "Key Lime Pie" genannte Süssspeise zubereiten. Der für das iBook zuständige Produkt-Manager von Apple rät jedem Florida-Besucher, einmal diese Köstlichkeit zu versuchen: "Dann wollen Sie nämlich täglich Key Lime Pie - so wie Sie auch täglich ihr iBook haben wollen."

Zudem sei die Referenz an eine andere Südfrucht als Kompensation für Mandarinenfans gedacht, deren Tangerine-iBook aus Apples Portfolio verschwunden ist.

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Zehn-Finger-Schreiber habens leichter

Als eine Nummer zu klein erweist sich das Pressezentrum auf der Apple-Expo. Die acht ans Internet angeschlossenen iMac DV + sehen sich steter Belagerung von Journalisten aus aller Herren Länder ausgesetzt. Hat man sich endlich seinen Platz erkämpft, wartet das nächste Problem: An die bunten Rechner sind allesamt französische Tastaturen angeschlossen. Zunächst fragt man sich, wo die Nachbarn die Tasten für M, A, und W versteckt haben. Schwierig genug also, sich ein aktuelles Bild von www.macwelt.de zu machen.

Warum sich aber das Internet auch in Frankreich immer mehr durchsetzt, wird vollends zum Rätsel, nachdem man entdeckt hat, dass man den Punkt erst erzeugt, wenn man gleichzeitig mit der entsprechenden Taste die Umschalttaste drückt.

Manche Kollegen stehen dem Problem jedoch gelassen gegenüber. Der Autor dieser Zeilen konnte dem Vorschlag, die Tastaturbelegung zu ändern und blind zu tippen, jedoch nichts abgewinnen. Er sei schließlich weder ein DOSen-Versteher noch ein Zehn-Finger-Schreiber.

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Gut gebucht ist halb gewonnen

Zwar haben in Frankreich die Blockaden von Treibstoff-Depots, die zu Benzinknappheit im ganzen Land geführt haben, aufgehört und Autos - insbesondere Taxis - fahren wieder, doch auf herkömmlichem Wege einen Droschkenkutscher zu bestellen, erweist sich als schwierig. Meist antwortet eine freundliche Maschine in der Taxizentrale, dass momentan kein Wagen verfügbar sei.

Schneller an seine Fahrgelegenheit kommt man auf direktem Wege. Gerade an Verkehrsknotenpunkten wie dem Messezentrum sichtet man ständig Chauffeure - und da das von Apple beauftragte Reiseunternehmen Aussteller, Besucher und Berichterstatter gleichermaßen in Hotels in unmittelbarer Nähe einquartiert hat, bleiben Verkehrsprobleme eher marginal.

Lediglich die Crew von Apple sieht sich in einem Hotel am anderen Ende der Stadt beherbergt - der Nähe zum Palais des Congres, dem Schauplatz der gestrigen Keynote wegen…

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Kistenschieber

Wie es sich für eine anständige Publikumsmesse gehört, lassen sich auf der Apple Expo die meisten der ausgestellten Produkte auch gleich käuflich erwerben.

Unsere Beobachtungen scheinen auf eine positive Marktlage schließen zu lassen: Am einzigen Ausgang kontrollieren Ordner zahlreiche Kistenschieber darauf, ob sie das mitgeführte Gut auch ordnungsgemäß gekauft haben.

Wir verzichten - bis auf die Ausnahme Mac-OS X - darauf, die Expo als Einkaufsmeile wahrzunehmen. Denn einerseits wollen wir kein Übergepäck am Flughafen zahlen und andererseits sind all die hübschen Sachen zu Hause billiger: In Frankreich gilt schließlich ein Mehrwertsteuer von 20 Prozent.

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Reif für die Insel

Auf den Besuch der berüchtigten Apple-Messe-Party haben die Redakteure der Macwelt leider verzichten müssen - wegen anstehender Artikel.

Aus zuverlässiger Quelle haben wir jedoch erfahren, dass der Mac-Hersteller offenbar reif für eine "Expedition Robinson" der anderen Art ist. Für die Party hatten die Leute aus Cupertino eine gesamte Seine-Insel gemietet. Bis 4 Uhr früh tanzte angeblich der Bär - da waren wir aber schon an der Vorbereitung der heutigen Messeberichte ;-)

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Deutsche kneifen

An einem kleinen Stand inmitten der Halle 4 hat Macwelt-Redakteur Markus Schelhorn die deutsche Firma Metabox geortet. Andere Hersteller aus Deutschland kneifen - es sei denn wir würden Agfa als solchen zählen. Mal sehen, ob sich Formac, Viva oder B&E wenigstens auf die Maxpo trauen...

Zusammengetragen von Peter Müller, Paris

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