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Apple-Händler wertet neue Verträge positiv

30.07.2002 | 10:18 Uhr |

Für verfrüht hält ein Wiesbadener Systemhaus den Aufschrei der Mac-Gemeinde über Apples neues Partnerprogramm. Noch sind nicht alle Details der Verträge bekannt.

München/Macwelt - Meldungen über neue Verträge, die Apple in ganz Europa mit Mac-Verkäufern abschließen will, haben für Unruhe und Unmut gesorgt. Internetseiten zitieren Händler, die sich auf Grund der neuen Konditionen als "Sklaven" und "entrechtet" sehen. Sogar "Hausdurchsuchungen" und die direkte Einsicht in Kundenlisten der Handelspartner würde Apple sich mit dem neuen Vertragswerk herausnehmen. Zumindest ersteres widerspricht klar deutschem Recht und entbehrt somit jeder Grundlage.

Macwelt befragte den Apple-Vertragspartner Topmedia Vertriebs GmbH in Wiesbaden, den der Mac-Hersteller selbst in seiner Internet-Händlerliste aufführt. Das Unternehmen arbeitet im Bereich Netze, Backup und Storage unter anderem mit G4-Macs und dem neuen Apple Xserve. Besonders bei Projekten, in denen Grafik und die Druckvorstufe eine größere Rolle spielt, kommen die G4-Macs zum Einsatz.
Andreas Prädel, Manager Apple Division bei Topmedia, hält die erwähnten Reaktionen für "verfrüht". Noch habe man den Vertrag nicht in deutsch gesehen. Es sei auch sehr fraglich, ob sich angesichts der Marktsituation in Deutschland alles daraus realisieren lasse. Aber: "Immerhin bewegt sich was". Bisher habe Apple sich für seinen Geschmack zu stark umsatzorientiert präsentiert. Davon hätten besonders die größeren Versandhäuser profitiert, die ihr Geschäft ohne eine solch aufwändige Beratung des Kunden betreiben wie es sein Unternehmen macht. Die Anwender kämen aber verstärkt mit der Bitte um Beratung, weil sie etwa mit dem neuen Mac-OS X überfordert seien oder nicht wüssten, wie sie ihre gewohnte Software in der ungewohnten Umgebung betreiben sollten. Dies betreffe besonders solche Kunden, die professionell mit ihrem Computersystem arbeiten und eine entsprechend fachliche Beratung suchten sowie für ihren Job umfassenden Support benötigten. Bei einer reinen Internet-Bestellung sei dies nicht gegeben. Prädel ist überzeugt: "Wer Beratung macht, hält die Marke am Leben".

Die Vermittlung von Know-how ist seiner Meinung nach auch für die Bindung an Mac-Produkte entscheidend - selbst wenn die emotionale Bindung an Apple traditionell sehr intensiv sei. Der Topmedia-Manager wartet insofern entspannt ab, was die neuen Verträge tatsächlich bringen. Seiner Einschätzung nach werden sie ohnehin erst im nächsten Jahr wirksam werden. Insgesamt hofft er bei Apple auf eine Orientierung hin zu mehr Qualität in Komplettberatung und Ausstattung. tha

Info: Topmedia Vertriebs GmbH www.topmedia.de/

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