Von Marlene Buschbeck-Idlachemi - 22.12.2012, 00:00

Macwelt-Adventskalender

Apple-Heads, 22.12.: Johnny Ive - der Gestalter

Seit Mai 2012 adlig, hat Jonathan Ive im Oktober 2012 bei Apple eine weitere Beförderung erhalten. Nun soll sich der Brite auch um das Softwaredesign kümmern.
Als Tim Cook im Oktober Scott Forstall entließ und Sir Jonathan Ive zum Herren über Hard- UND Software-Design ernannte, ging ein Aufseufzen durch viele Blogs und Kolumnen. Nicht jeder formulierte es so deutlich wie Mike Elgan auf IT Business Edge, der gleich erklärte, „warum Apple-Produkts jetzt keine Fehler mehr haben werden“. Das minimalistische Design, das Ive unter dem Schutz von Steve Jobs für die Apple-Hardware nicht nur entwarf, sondern auch gegenüber den Entwicklern durchdrückte, soll nun auch Einzug in die Software halten.
Beispiele, mit welcher Entschlossenheit Ive der Devise „Form follows Function“ folgt, gibt es genug. Ive selbst drückt es 2008 in einem Interview der Zeitung Independent so aus: „Für uns ist Design nicht nur das Aussehen eines Produkts, sondern das, was ein Produkt ist, wie es funktioniert. Ein Produkt und sein Design sind untrennbar.“ In die gleiche Richtung äußert er sich gegenüber dem Britischen Design-Museum: „Ich erinnere mich, als Kind alles auseinander genommen zu haben, was ich in die Hände bekam. Später interessierte mich eher, wie Dinge gemacht wurden, wie sie funktionieren, ihre Form und ihr Design.“

Auflösung vom 21. Dezember

Clinton und Gore gewannen 1992 in Georgia und Tennesse, dem Heimatstaat des Vizepräsidentenkandidaten. In Clintons Heimatstaat Alabama hatte jedoch Bush der Ältere die Nase vor.
Bis heute ist das iPhone das einzige Smartphone, das konsequent nur über einen einzigen Knopf bedient wird. Auch die neuen iMacs zeigen im Test , dass Apple, um im Inneren Platz zu sparen, Einbußen in der Leistung in Kauf genommen hat: Die schmalen Notebookplatten bei den 21,5 Zoll großen iMacs können nicht die Leistung der sonst üblichen mit einer Bauhöhe von 3,5 Zoll erreichen.

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Doch wer ist der Mann, der zwar in London geboren ist und in UK studiert hat, jedoch seit 20 Jahren in Kalifornien für Apple Produkte entwirft, unzählige Preise und Auszeichnungen gewonnen hat und seit Mai dieses Jahres „Knight Commander of the Order of the British Empire“ ist? Damit hat er einen der höchsten britischen Verdienstorden erhalten und ist gleichzeitig in den Adelsstand erhoben werden, darf sich also Sir Jonathan Ive nennen.
Ive wird 1967 in London geboren und studiert an der Technischen Hochschule von Newcastle Kunst und Design. 1989 fängt er bei einem Londoner Designbüro an, drei Jahre später zieht er nach San Francisco und tritt bei Apple ein. Seine Karriere startet jedoch erst, als Jobs wieder ins Unternehmen einzieht und das Talent des jungen Ive erkennt. In Ive findet Jobs den idealen Partner für seine Visionen, an denen beide gemeinsam bis zu Jobs Tod arbeiten. Den Beginn macht der Bondi-Blue-iMac mit seiner kugeligen Form und einer leicht durchsichtigen Plexiglashülle. Ihn präsentiert Ive 1998 schon als Vice President of Industrial Design und dann geht es Schlag auf Schlag: 1999 folgen das iBook, 2000 der Cube, 2001 dann das Titanium Powerbook G4 und der erste iPod. 2002 revolutioniert Ive den iMac, indem er den Bildschirm an einen Schwenkarm montiert. In den USA läuft das Gerät unter dem Spitznamen Sonnenblume, hierzulande setzt sich eher die „Schreibtischlampe“ durch. 2003 bringt Apple mit dem 17-Zoll großen Powerbook das bis dato dünnste Notebook heraus und Ive erhält erstmals die Auszeichnung „Designer des Jahres“ des Britischen Design-Museums London. 2005 geht der Mac Mini an den Start und Sir Ive wird Senior Vice President of Design bei Apple. Ein Jahr später erhält er den ersten britischen Verdienstorden CBE, die Vorstufe zum 2012 verliehenen KBE (Knight Commander).
In den nächsten Jahren folgen zahllose nationale und internationale Design-Preise, darunter diverse Red-Dot-Awards und die Liste der Museen, die Apple-Produkte in Ihre Design-Abteilungen aufnehmen, wächst kontinuierlich. Mit dem iPhone liefert Sir Ive ein weiteres Meisterstück ab.
Trotz der vielen Abwerbeversuche bleibt Sir Ive Apple treu, in einem Interview erklärt er auch, warum: „Als ich auf dem College war, hatte ich wirklich ein Problem mit Computern. Ich hielt mich für technisch unbegabt, was mich frustrierte....Erst zu Ende meiner Schulzeit entdeckte ich den Mac. Ich erinnere mich noch, wie überrascht ich war um wie viel besser er war als alles, was ich zuvor versucht hatte zu nutzen.“
Viele Mythen ranken sich darum, mit welchem Nachdruck Steve Jobs seine Vorstellung von guten Produkten durchsetzte. Oft genug schickte er seine Techniker zurück an die Arbeit, etwa um ein Gerät noch kleiner machen zu lassen. Widersprüche wie gegen das hochkant gestellte CD-Laufwerk im Cube, das in den Folgejahren immer wieder für Probleme sorgen sollte, wischte er ungeduldig beiseite. Doch der Erfolg der Apple-Produkte ist nicht nur den klaren Vorstellungen ihrer Designer geschuldet. Auch die legendären Arbeitsbedingungen (immer das neueste Equipment, ein mächtiges Soundsystem, das den ganzen Tag auf voller Lautstärke läuft und den großen Raum, indem alle Designer gemeinsam arbeiten, beschallt), unter denen das kleine aber hochkarätige Team um Ive arbeitet, sind zwar einzigartig, aber kein Schlüssel für den Erfolg. Jonathan Ive selbst begründet ihn mit einer geradezu zwanghaften Aufmerksamkeit, die man auch kleinsten Dingen widme. So habe man beispielsweise dem iMac einen Griff spendiert. Nicht nur, um ihn tragen zu können, sondern weil man damit dem Anwender eine klare Botschaft übermittele. Ein Gerät mit einem Griff ist etwas, das man anfassen kann, bewegen kann. Ein Gebrauchsgegenstand und kein kostbares Designerstück. Aus dieser Sorgfalt resultierte das Scrollwheel des ersten iPod, das nicht nur für die Steuerung da ist, sondern an die Gestaltung gängiger Lautsprecher erinnert und so dem Käufer unterschwellig anzeigt, dass es sich bei dem iPod um ein Gerät zum Musikhören handelt. Legendär sind die weißen Ohrhörer, die zeitweise solchen Kultstatus hatten, dass sich Besitzer anderer MP3-Player weiße Ohrhörer besorgten oder Besitzer von iPods zumindest für Fahrten in der New Yorker Metro auf andersfarbige Ohrhörer auswichen, um nicht beraubt zu werden.
Heute ist Sir Jonathan Ive, der nach Steve Jobs Rückzug immer mal wieder als Nachfolger des CEO gehandelt wurde, mächtiger denn je. Dank Cook, der ihm den Rücken freihält und ihm höchste Befugnis in Gestaltungsfragen gegeben hat, kann er seine hohen Maßstäbe auch auf Apples Software ausdehnen. Wir werden hoffentlich im nächsten iOS deutliche Spuren davon sehen.

Die heutige Frage

Den iMac G4 hatte Ive ursprünglich so gestaltet, wie später der iMac G5 - und bis heute alle Nachfolger - aussehen: Ein Bildschirm, hinter dem die anderen Komponenten angebracht sind. Damals gefiel Steve Jobs das Design nicht, er überzeugte Ive, noch einmal neu anzufangen. Welchen Wunsch äußerte Jobs auf einem der legendären langen Spaziergänge gegenüber seinem Chefdesigner?
  1. There must be one more thing
  2. I want a hemisphere
  3. Let every component be true to itself
Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese in unser Gewinnspielformular ein, das am 22.12. bis um 23.59 Uhr geöffnet ist.
 
 
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