Seit Mai 2012 adlig, hat Jonathan Ive im Oktober 2012 bei Apple eine weitere Beförderung erhalten. Nun soll sich der Brite auch um das Softwaredesign kümmern.
Als Tim Cook im Oktober
Scott Forstall entließ und Sir Jonathan Ive zum Herren über Hard- UND Software-Design ernannte, ging ein Aufseufzen durch viele Blogs und Kolumnen. Nicht jeder formulierte es so deutlich wie
Mike Elgan auf IT Business Edge, der gleich erklärte, „warum Apple-Produkts jetzt keine Fehler mehr haben werden“. Das minimalistische Design, das Ive unter dem Schutz von Steve Jobs für die Apple-Hardware nicht nur entwarf, sondern auch gegenüber den Entwicklern durchdrückte, soll nun auch Einzug in die Software halten.
Steve Jobs
Apple ist Steve Jobs – Steve Jobs ist Apple. Das galt bis zum Tod des Mitbegründers, das Leben des Unternehmens geht weiter. Eine Erinnerung.
Tim Cook
Tim Cook hatte einige Jahre Zeit, sich auf seine große Aufgabe als Apple-CEO vorzubereiten. Noch wirkt er als Chef ein wenig nüchtern, seine bisherige Bilanz ist jedoch außerordentlich.
Steve Woznjak
Schon vor der Gründung Apples hatte ihn Steve Jobs ausgenommen. Steve Wozniak hatte ihm nicht nur das verziehen – über das Apple von heute und seine Produkte urteilt er jedoch harsch.
John Sculley
Mit John Sculley wurde Apple erst erwachsen – nachdem sich der neue CEO mit Jobs überwarf, taumelte das Unternehmen jedoch langsam dem Abgrund entgegen
Mike Markkula
Meist im Hintergrund wirkte Mike Markkula als Aufsichtsratsvorsitzender bei Apple, bis ihn die Revanche des Steve ereilte. Dieser hatte ihn in Urzeiten sogar aus dem Ruhestand geholt.
Scott Forstall
Kaum eine Pressemitteilung von Apple hat in diesem Jahr so viel Aufsehen erregt wie die vom 29. Oktober. Tim Cook hat darin die Öffentlichkeit darüber informiert, dass Apple fortan mehr auf die Integration von drei Abteilungen – Software, Hardware und Dienste – setze und deswegen die Führungsriege umstrukturiere. Bob Mansfield, Eddy Cue und Jonathan Ive bekommen neue Aufgaben, Scott Forstall wird Apple zum Jahresende verlassen.
Bob Mansfield
In Rente mit 50? Bob Mansfield, der ausgesorgt haben dürfte, hat es sich anders überlegt. Oder überlegen müssen.
Andy Hertzfeld
Andy Hertzfeld gehört zu der alten Riege der Apple-Köpfe. In seiner Zeit bei Apple war er nicht CEO und nicht mal Abteilungsleiter, doch seine Ideen nutzen die Anwender bis heute. Zusammen mit Bill Atkinson und Burrell Smith arbeitete Hertzfeld an dem neuen System für den ersten Macintosh, der 1984 vorgestellt wurde.
Craig Federigni
Selten im Rampenlicht und doch zieht Apples Softwarechef die Fäden bei allen Betriebssystemen von Apple.
Peter Oppenheimer
Seit er im Amt ist, hatte Finanzchef Peter Oppenheimer immer glänzende Zahlen zu berichten. Das könnte sich bald ändern, fürchten Skeptiker.
Bruce Sewell
Apples Chef-Jurist Bruce Sewell hat derzeit alle Hände voll zu tun, der Gegner Samsung lässt nicht locker. Mit ihm ist in Apples Rechtsabteilung vor allem wieder Kontinuität eingetreten.
Jean Louis Gassée - der Bluffer
Jean Louis Gassée hatte ähnlich Steve Jobs eine On-Off-Beziehung mit Apple. Mehr noch - er ist gleich zweimal direkt gegen Jobs angetreten. Beim ersten Mal gewann Gassée, beim zweiten Mal das berühmte Realitätsverkrümmungsfeld des Apple-Gründers.
Bertrand Serlet
Seine Ansprachen sind legendär ulkig, seine Arbeit genießt dagegen hohen Respekt. Serlet war lange Zeit der treibende Kopf hinter OS X. Als Teil der NeXT-Belegschaft kommt er 1997 zu Apple.
Michael Spindler
15 Jahre steht der Deutsche in Apples Diensten, führt Apple Europa zu Glanz und Gloria und steht doch für einige der schlimmsten Jahre der Apple-Historie.
Gil Amelio
Eigentlich sollte Amelio den Apple-Karren aus dem Dreck ziehen. Tatsächlich landete er jedoch in einem Sumpf von Intrigen und muss nach 499 Tagen abtreten.
Eddy Cue
Der Name des Amerikaners mit kubanischen Wurzeln ist selbst hartgesottenen Apple-Fans nicht so richtig geläufig. Bei den Produkt-Vorstellungen ist Eddy Cue selten dabei, dazu ist ihm fast immer eine Nebenrolle zugeteilt: Bei der iPad-3-Keynote im März 2012 hat er das neue Apple TV vorgestellt, neben dem iPhone 5 hat er iTunes 11 angekündigt, er war auch bei der Vorstellung der iPad-Zeitung „The Daily“ dabei.
Tevanian
John Carmac oder Linus Torvald sind bestimmt selbst den abstinenten Nicht-Computer-Profis bekannt, doch nennt man im gleichen Atemzug den Namen von Avie Tevanian, muss Otto Normalnutzer schon mal zum Lexikon greifen.
Jon Rubinstein
Im Unterschied zur Entwicklung eines iPhone oder iPad, die mehrere Jahre beanspruchte, war der Start des iPod eine „Mission Impossible“, die alle Beteiligten innerhalb nur wenigen Monaten erledigt hatten.
Phil Schiller
Schiller ist inzwischen der Außenminister von Apple. Auf Keynotes spielt er die Hauptrolle. Wann immer Apple ein neues Produkt präsentiert, ist es Tim Cook, der es der Öffentlichkeit vorstellt. Der Marketingchef ist ein Verkäufer.
Ron Jonson
Als Retail-Chef verlieh Ron Johnson den Apple-Stores eine unverwechselbare Note.
Ross Perot
Ross Perot investierte in den 80er Jahren 20 Millionen US-Dollar in Steve Jobs' neue Firma NeXT. Aufsehen erregte er aber später mit einer Präsidentschaftskandidatur.
Jony Ive
Seit Mai 2012 adlig, hat Jonathan Ive im Oktober 2012 bei Apple eine weitere Beförderung erhalten. Nun soll sich der Brite auch um das Softwaredesign kümmern.
John Lasseter
"Luxo Jr." Die Ball spielende Schreibtischlampe dürfte wohl jedem bekannt sein. Sie stammt aus der Feder von John Lasseter, dem kreativen Kopf hinter Pixar. Was mit einer Spielerei begann, entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Computer-Animationsstudios der Welt.
Beispiele, mit welcher Entschlossenheit Ive der Devise „Form follows Function“ folgt, gibt es genug. Ive selbst drückt es 2008 in einem Interview der Zeitung Independent so aus: „Für uns ist Design nicht nur das Aussehen eines Produkts, sondern das, was ein Produkt ist, wie es funktioniert. Ein Produkt und sein Design sind untrennbar.“ In die gleiche Richtung
äußert er sich gegenüber dem Britischen Design-Museum: „Ich erinnere mich, als Kind alles auseinander genommen zu haben, was ich in die Hände bekam. Später interessierte mich eher, wie Dinge gemacht wurden, wie sie funktionieren, ihre Form und ihr Design.“
Auflösung vom 21. Dezember
Clinton und Gore gewannen 1992 in Georgia und Tennesse, dem Heimatstaat des Vizepräsidentenkandidaten. In Clintons Heimatstaat Alabama hatte jedoch Bush der Ältere die Nase vor.
Bis heute ist das iPhone das einzige Smartphone, das konsequent nur über einen einzigen Knopf bedient wird.
Auch die neuen iMacs zeigen im Test , dass Apple, um im Inneren Platz zu sparen, Einbußen in der Leistung in Kauf genommen hat: Die schmalen Notebookplatten bei den 21,5 Zoll großen iMacs können nicht die Leistung der sonst üblichen mit einer Bauhöhe von 3,5 Zoll erreichen.
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Doch wer ist der Mann, der zwar in London geboren ist und in UK studiert hat, jedoch seit 20 Jahren in Kalifornien für Apple Produkte entwirft, unzählige Preise und Auszeichnungen gewonnen hat und seit Mai dieses Jahres „Knight Commander of the Order of the British Empire“ ist? Damit hat er einen der höchsten britischen Verdienstorden erhalten und ist gleichzeitig in den Adelsstand erhoben werden, darf sich also Sir Jonathan Ive nennen.
Ive wird 1967 in London geboren und studiert an der Technischen Hochschule von Newcastle Kunst und Design. 1989 fängt er bei einem Londoner Designbüro an, drei Jahre später zieht er nach San Francisco und tritt bei Apple ein. Seine Karriere startet jedoch erst, als Jobs wieder ins Unternehmen einzieht und das Talent des jungen Ive erkennt. In Ive findet Jobs den idealen Partner für seine Visionen, an denen beide gemeinsam bis zu Jobs Tod arbeiten. Den Beginn macht der
Bondi-Blue-iMac mit seiner kugeligen Form und einer leicht durchsichtigen Plexiglashülle. Ihn präsentiert Ive 1998 schon als Vice President of Industrial Design und dann geht es Schlag auf Schlag: 1999 folgen das iBook, 2000 der Cube, 2001 dann das
Titanium Powerbook G4 und der erste iPod. 2002 revolutioniert Ive den iMac, indem er den Bildschirm an einen Schwenkarm montiert. In den USA läuft das Gerät unter dem Spitznamen Sonnenblume, hierzulande setzt sich eher die „
Schreibtischlampe“ durch. 2003 bringt Apple mit dem 17-Zoll großen Powerbook das bis dato dünnste Notebook heraus und Ive erhält erstmals die Auszeichnung „Designer des Jahres“ des Britischen Design-Museums London. 2005 geht der Mac Mini an den Start und Sir Ive wird Senior Vice President of Design bei Apple. Ein Jahr später erhält er den ersten britischen Verdienstorden CBE, die Vorstufe zum 2012 verliehenen KBE (Knight Commander).
Der Bondi-iMac
Der erste iMac erscheint 1998 und ist eine kleine Revolution. Apple kehrt den grauen und beigen Kisten den Rücken zu und startet die Ära der Design-Computer. Der iMac Bondi hat einen G3-Prozessor mit 233 MHz und einen 15-Zoll-Bildschirm.
Foto: ©Apple
Der Bondi-iMac
Der erste iMac erscheint 1998 und ist eine kleine Revolution. Apple kehrt den grauen und beigen Kisten den Rücken zu und startet die Ära der Design-Computer. Der iMac Bondi hat einen G3-Prozessor mit 233 MHz und einen 15-Zoll-Bildschirm.
iMac DV/SE
Der iMac DV brachte eine Firewire-Schnittstelle und das Einzugslaufwerk (Slot-in)
iMac Revision C
Der Ur-iMac ist noch heute für sein buntes Design bekannt. Er diente deshalb in Hunderten Filmen und Serien als Requisite
15-Zoll iMac
Der iMac G4 ist ebenfalls ein Meilenstein des Technikdesigns. Anfang 2002 veröffentlicht Apple die "Schreibtischlampe". Zunächst gibt es ein 15-Zoll-Modell mit 700 MHz.
17-Zoll iMac und iSight
Im Sommer 2002 folgt das Modell mit 17-Zoll-TFT und 800 MHz.
Imac 20 Zoll TFT
Die Krönung des iMac G4 ist das Modell mit großem 20-Zoll-Display. Es folgt Ende 2003 und bietet 1,25 GHz Taktfrequenz. Ende 2003 erhalten alle iMacs USB-2.0-Anschlüsse.
Der beste Mac aus 20 Jahren: 2004_iMac_G5
Im Sommer 2004 vollzieht der iMac den Wechsel zum G5-Prozessor. Es gibt ihn mit 17- und 20-Zoll-Bildschirm. Der iMac G5 ist noch heute wegen seines schnörkellosen, weißen Designs beliebt. So markant wie zu Zeiten des G3 oder G4 ist das Design nicht mehr.
iMac G5 2. Generation
Im Oktober 2005 erhält die zweite Ausgabe des iMac G5 eine iSight-Webcam und die Infrarot-Fernbedienung samt Frontrow-Software.
iMac mit Core 2 Duo Prozessor 04
Als Apple 2006 auf Intel-CPUs wechselt, ist der iMac das erste Modell mit den neuen Prozessoren. Im März 2006 erhält der iMac einen Core-Duo-Prozessor mit 1,83 GHz. Im August 2006 rüstet Apple den iMac auf modernere Core2Duo-CPUs auf.
Neue Alu-iMacs
Im August 2007 stellt Apple eine neue Generation vor. Die iMacs sind jetzt in Alu und Glas gekleidet. Apple bietet den Alu-iMac in 20 und 24 Zoll an.
iMacs 2009
Im Oktober 2009 stellt Apple die neuen iMacs mit größeren und breiteren Displays vor. Jetzt hat der Bildschirm das Seitenverhältnis von 16:9. Zudem gibt es erstmals einen Prozessor mit vier Kernen.
2012 folgt dann erneut eine neue Bauform. Ohne DVD-Laufwerk und mit noch flacherem Gehäuse. Dazu gibt es Intels neue Chips aus der Generation "Sandy Bridge". Damit zieht auch UBS 3.0 in den iMac ein. Wermutstropfen: beim kleieren Modell kann der Nutzer den Speicher nicht mehr aufrüsten oder tauschen.
In den nächsten Jahren folgen zahllose nationale und internationale Design-Preise, darunter diverse
Red-Dot-Awards und die Liste der Museen, die Apple-Produkte in Ihre Design-Abteilungen aufnehmen, wächst kontinuierlich. Mit dem iPhone liefert Sir Ive ein weiteres Meisterstück ab.
Trotz der vielen Abwerbeversuche bleibt Sir Ive Apple treu, in einem
Interview erklärt er auch, warum: „Als ich auf dem College war, hatte ich wirklich ein Problem mit Computern. Ich hielt mich für technisch unbegabt, was mich frustrierte....Erst zu Ende meiner Schulzeit entdeckte ich den Mac. Ich erinnere mich noch, wie überrascht ich war um wie viel besser er war als alles, was ich zuvor versucht hatte zu nutzen.“
Viele Mythen ranken sich darum, mit welchem Nachdruck Steve Jobs seine Vorstellung von guten Produkten durchsetzte. Oft genug schickte er seine Techniker zurück an die Arbeit, etwa um ein Gerät noch kleiner machen zu lassen. Widersprüche wie gegen das hochkant gestellte CD-Laufwerk im Cube, das in den Folgejahren immer wieder für Probleme sorgen sollte, wischte er ungeduldig beiseite. Doch der Erfolg der Apple-Produkte ist nicht nur den klaren Vorstellungen ihrer Designer geschuldet. Auch die legendären Arbeitsbedingungen (immer das neueste Equipment, ein mächtiges Soundsystem, das den ganzen Tag auf voller Lautstärke läuft und den großen Raum, indem alle Designer gemeinsam arbeiten, beschallt), unter denen das kleine aber hochkarätige Team um Ive arbeitet, sind zwar einzigartig, aber kein Schlüssel für den Erfolg. Jonathan Ive selbst begründet ihn mit einer geradezu zwanghaften Aufmerksamkeit, die man auch kleinsten Dingen widme. So habe man beispielsweise dem iMac einen Griff spendiert. Nicht nur, um ihn tragen zu können, sondern weil man damit dem Anwender eine klare Botschaft übermittele. Ein Gerät mit einem Griff ist etwas, das man anfassen kann, bewegen kann. Ein Gebrauchsgegenstand und kein kostbares Designerstück. Aus dieser Sorgfalt resultierte das Scrollwheel des ersten iPod, das nicht nur für die Steuerung da ist, sondern an die Gestaltung gängiger Lautsprecher erinnert und so dem Käufer unterschwellig anzeigt, dass es sich bei dem iPod um ein Gerät zum Musikhören handelt. Legendär sind die weißen Ohrhörer, die zeitweise solchen Kultstatus hatten, dass sich Besitzer anderer MP3-Player weiße Ohrhörer besorgten oder Besitzer von iPods zumindest für Fahrten in der New Yorker Metro auf andersfarbige Ohrhörer auswichen, um nicht beraubt zu werden.
Heute ist Sir Jonathan Ive, der nach Steve Jobs Rückzug immer mal wieder als Nachfolger des CEO gehandelt wurde, mächtiger denn je. Dank Cook, der ihm den Rücken freihält und ihm höchste Befugnis in Gestaltungsfragen gegeben hat, kann er seine hohen Maßstäbe auch auf Apples Software ausdehnen. Wir werden hoffentlich im nächsten iOS deutliche Spuren davon sehen.
Die heutige Frage
Den iMac G4 hatte Ive ursprünglich so gestaltet, wie später der iMac G5 - und bis heute alle Nachfolger - aussehen: Ein Bildschirm, hinter dem die anderen Komponenten angebracht sind. Damals gefiel Steve Jobs das Design nicht, er überzeugte Ive, noch einmal neu anzufangen. Welchen Wunsch äußerte Jobs auf einem der legendären langen Spaziergänge gegenüber seinem Chefdesigner?
- There must be one more thing
- I want a hemisphere
- Let every component be true to itself
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