2164646

Apple im Jahr 2016, Kurioses aus 2015

07.01.2016 | 07:00 Uhr |

Im Jahr 2016 wird Apple 40 Jahre alt, die Erwartungen an das nächste große Ding steigen enorm. Apple Watch 2 und iPhone 7 könnten das durchaus erfüllen. Aber es bleibt auch der Rückblick auf die Kuriositäten aus dem Apple-Jahr 2015: Kann Apple jetzt auch schlechtes Design? Und baut zudem ein selbstfahrendes Auto?

Schon mal jetzt ist an dem neuen Jahr 2016 positiv hervor zu heben, dass es nicht 2015 ist. Ob es sich aber nun tatsächlich zu einem friedlicheren und ruhigeren Jahr entwickelt, wird sich zeigen. Zweifel sind durchaus angebracht.

Aus unserem Blickwinkel auf Apple her betrachtet, wird das Jahr 2016 gewiss ein spannendes. So wird der Mac-Hersteller am 1. April 40 Jahre alt und wird in diesem Jahr beweisen müssen, dass dieses für einen Großteil von Unternehmen kritisches Alter für Apple kein Problem sein wird. An der New Yorker Technologiebörse Nasdaq werden erste Zweifel laut, die Apple-Aktie hat in den vergangen Tagen und Wochen deutlich an Wert verloren. Im November war das Papier noch 123 US-Dollar wert, zuletzt näherte sich AAPL der 100-Dollar-Marke – immerhin von oben. Anleger und die Analysten der Investmentbanken zweifeln, ob Apple noch seine Innovationskraft besitzt, die das Unternehmen in den letzten zehn Jahren zum wertvollsten der Welt gemacht hat. Zuletzt schien der Konzern lediglich Produktpflege zu betrieben, das "nächste große Ding" erwies sich in den Augen der Skeptiker als Rohrkrepierer.

 
Doch darf man weder den Fehler machen, Apple als ganzes zu unterschätzen, noch die Apple Watch als Produkt. Zahlen wird Apple wohl auch in gut zwei Wochen nicht nennen, aber vermutlich hat sich die Smartwatch weit besser verkauft als alle anderen vergleichbaren Geräte der Konkurrenz zusammen. Ältere Semester werden sich vermutlich noch erinnern: Das iPhone verkaufte sich 2007 vom Start weg recht zögerlich, technische Schwierigkeiten mit dem Mobilfunknetz und das Manko an Anwendungen beseitigte Apple erst mit dem zweiten Modell iPhone 3G. Und auch der iPod war vor vierzehn Jahren nicht von Anfang an der Bestseller, der Apple aus seiner Nische zog. Insofern darf man auf die zweite Version der Apple Watch gespannt sein, die schon im März diesen Jahres Premiere feiern dürfte.

Im Sommer wird Apple wieder Neuerungen seiner Betriebssysteme zeigen, die in Teilen auch von der Uhr beeinflusst sein werden. Im Juni wissen wir mehr, iOS 10 und OS X 10.12 werden wir im Herbst auf unsere Geräte installieren. Produktpflege wird Apple in einigen Bereichen betreiben müssen, Mac Mini und Mac Pro heißen hier die Baustellen, aber auch mobile Macs wird Apple quer durch die Bank 2016 auffrischen.

Mit dem iPhone 7 wird Apple jedoch entweder zeigen, wie man in einem an sich ausgereizten Markt neue Kaufimpulse setzt oder hinnehmen müssen, dass eine jede Wachstumskurve irgendwann einmal abflacht. Wall Street wird das wenig begeistern, das Klagen, Weinen und Jammern fände in diesem Fall aber auf hohem Niveau statt. Allein die installierte Basis, die nach Ablauf ihrer subventionierten Zweijahresverträge einen neuen Kaufanreiz sieht, wird die Verkaufszahlen für das iPhone auch in diesem Jahr auf dreistellige Millionenbeiträge bringen. Vor September wird es aber mit einer neuen iPhone-Generation nichts.

Steve Jobs' Ziel war in seinen letzten Lebensjahren vor allem, Apple zu einer Firma werden zu lassen, die ihre Innovationskraft nachhaltig pflegt. Ein Zeichen, dass die Apple-Story längst noch nicht zu Ende erzählt ist, könnte der neue Torusförmige Campus in Cupertino werden, den Apple in diesem Sommer bezieht. Das "beste Bürogebäude der Welt" soll dieser werden, versprach Jobs bei seinem letzten öffentlichen Auftritt im Juni 2011 dem Stadtrat von Cupertino. Das "Raumschiff" soll ein völlig neuartiger Hort von Ideen werden, ab dem Sommer wird man sehen was aus den Konzepten geworden ist und ob das neue Gebäude nicht schon beim Einzug schon zu klein geworden ist.

Apple wäre nicht Apple, wenn 2016 nicht doch noch etwas Besonderes käme. Zu Beginn des Jahres 2016 gibt es keine klaren Hinweise auf ein konkretes Produkt, man weiß nur, in welche Richtungen Apple seine Forschungen verstärkt hat. Mit einem Apple Car ist aber gewiss nicht vor 2019 zu rechnen, falls überhaupt je ein solches auf öffentlichen Straßen rollen wird. Lassen wir uns von 2016 überraschen, hoffentlich positiv.

Lesen Sie hier noch einmal über die Kuriositäten aus dem Apple-Jahr 2015:

Mehr Energie: Der iPhone-Akku hält den ganzen Tag, es sei denn, man beansprucht ihn in besonderer Weise. Etwa, in dem man das iPhone unterwegs als GPS-Tracker verwendet. Oder sich den kompletten 128-GB-Speicher mit Filmen vollgeladen hat und die jetzt einen nach dem andere wegschaut. Wenn dann keine Steckdose in der Nähe ist, helfen Zusatzakkus, entweder als komplett externe Geräte oder in Form einer Hülle. Die verfügbaren Lösungen sind aber unschön, klobig und fummlig, weswegen Apple im Dezember mit dem Smart Battery Case für iPhone 6 und 6S ein eigenes Design herausgebracht hat. Ein sehr eigenes. Denn die Reaktionen auf das Case reichten von "Steve würde sich im Grabe umdrehen" bis zu "Was hat Johny Ive denn da geraucht, das will ich auch". Wie ein Buckelwal sehe die Hülle aus, das wohl hässlichste, was Apple seit Jahren wenn nicht seit Jahrzehnten gemacht hat. Zur Verteidigung der Designabteilung merkte Tim Cook an, dass das Smart Battery Case sich anders als andere Zusatzakkus wesentlich einfacher anbringen lasse und eben keineswegs so klobig daher käme wie andere Akkuhüllen. Ist nicht ganz verkehrt, der Buckel verschwindet zudem, hält man das Gerät in der Hand und dass es auf dem Sperrbildschirm den Ladungszustand anzeigt, ist ein nettes Feature. Dennoch ordnen wir das Smart Battery Case eher unter den Kuriosa des Apple-Jahres 2015 ein.

Das Auto

Geheim, geheim: Was wird denn nun das nächste große Ding von Apple, nachdem es die Apple Watch vielleicht doch nicht ist und der Fernsehapparat auch nicht? Vielleicht das Apple Car ? Im Jahr 2015 machten jedenfalls immer mehr Berichte die Runde, Apple würde Experten aus der Automobilbranche für sein Project Titan heuern, welches ein autonomes Elektroauto von Apple zu Ziel haben sollte. Schon 2020 oder sogar schon 2019 soll dies auf den Straßen rollen. Die Personalien sind jedenfalls spannend, mal kommt von Mercedes-Benz ein Experte nach Cupertino und geht schon wenige Monate später wieder, mal stoßen Ingenieure von Tesla dazu . Ein Unternehmen, das sich auf Elektroantriebe spezialisiert hat, klagt, dass es nach dutzenden Rekrutierungen durch Apple schließen muss, BMW plaudert mal davon, nichts mit Apple am Hut zu haben und vielleicht dann doch wieder Gespräche mit dem Mac-Hersteller aufzunehmen. Der wiederum spricht mal davon, das Automobil sei ja das ultimative Mobilgerät, will aber über Pläne mit der Fahrzeugtechnik nichts verraten. Alles in allem war 2015 das Jahr, in dem entweder die Gerüchteküche das Apple Car erfand oder Cupertino einfach nicht mehr gut damit hinter dem Berg halten konnte. Man wird schon bald sehen: Sollte Apple tatsächlich innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Auto zur Marktreife entwickeln wollen, müsste es für Prototypen schon recht bald die Straßenzulassung beantragen .

Sicher ist sicher

Der Mac ist sicher und so sind das auch iPhone und iPad. Diese Ansicht ist im Jahr 2015 ein wenig ins Wanken geraten, wenngleich manche die Gefahr übertrieben darstellten. Fakt ist aber, dass es 2015 erstmals Malwareprogramme in nennenswerter Anzahl in den App Store geschafft haben. Diese tauchte im Sommer vorwiegend in den chinesischen App Stores auf und hatte den banalen Grund, dass sich Entwickler ihre Tools lieber aus dubiosen Quellen als bei Apple besorgten. Die Server des US-Unternehmens sind hinter der Great Wall of China nur schwer zu erreichen, weshalb sich Entwickler Xcode lieber aus lokalen Quellen organisierten. Einige Distributionen waren jedoch derart manipuliert, dass sie Schadcode in Apps platzierten, der von Apples Prüfroutinen so nicht zu erkennen war. Selbst populäre Apps wie Angry Birds 2 waren von XcodeGhost betroffen, die Lücke hat Apple mittlerweile geschlossen.

Für Aufsehen hatte im Herbst zudem das Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik gesorgt, das in OS X mehr Sicherheitslücken fand als in Windows . Nur sagt die bloße Existenz einer nicht gefixten Sicherheitslücke nicht unbedingt etwas über die Unsicherheit des Systems aus, zumal sich die meisten Bedrohungen eher durch Software wie den Flash-Player auftun. Und der hat auf dem Mac eigentlich gar nichts mehr verloren.

Vorwärts, wir müssen zurück

WLAN-Probleme der dritten Art: An sich sollen Mac-Betriebssysteme von Hauptversion zu Hauptversion besser werden und neue Komponenten, die alte ablösen, die Technik vorantreiben. Im Sommer 2015 musste Apple jedoch eine Rolle rückwärts unternehmen und eine solche neue Komponente gegen eine ältere wieder austauschen. Discoveryd war als der Schuldige an permanenten WLAN-Problemen von OS X 10.10 Yosemite ausgemacht, nach mehrmaliger Flickschusterei kam mit OS X 10.10.4 wieder der bewährte mDNSResponder zum Einsatz. Dabei blieb es auch und Apple hielt in OS X 10.11 El Capitan an bewährter Technik fest. Berichte über langsame oder ständige unterbrechenden WLAN-Verbindungen verstummte.

Im Kino: Steve Jobs

Basierend auf der brillanten Buch -Vorlage der Steve-Jobs-Biographie von Walter Isaacson tut sich „Steve Jobs“ wie jede andere Literaturverfilmung schwer. Bleibt man zu nah an der Handlung der Vorlage, sind die Zuschauer enttäuscht, denn nur schwer kann die Kameraarbeit das Kopfkino des Lesers übertreffen. Holt der Regisseur aber zu weit aus, beschweren sich hartgesottene Fans, man erkenne nichts mehr aus dem Buch. Danny Boyle (Regie) und Aaron Sorkin (Drehbuch) haben mit ihrem Biopic über den Begründer von Apple einen Mittelweg eingeschlagen: Der Film basiert auf den in der Jobs-Biographie dargelegten Tatsachen, die minutiöse Wiedergabe von Lebensabschnitten sucht man jedoch vergeblich. Vielmehr ließen sich die beiden Macher von der Persönlichkeit des Steve Jobs inspirieren haben auf die Leinwand eine Legende gebracht - und keine Dokumentation gedreht.

Weitere Kuriositäten aus dem Jahr 2015:

Blackberry will Apple-Apps per Gesetz: Der Blackberry-CEO wendet sich an die Politik und definiert Netzneutralität zur "App-Neutralität" um. Apple solle seine Dienste auch auf Blackberrys anbieten.

Luxus-iPhone für drei Millionen Euro : Der britische Luxus-Händler Goldgenie hat nun ein Extrem-Luxus-Variante des iPhone 6 im Sortiment. Die Luxury Gold iPhone 6 (4.7") Diamond Ecstasy Limited Edition kostet zwischen 13.000 Euro und 3 Millionen Euro.

Tim Cook besucht deutschen Glaszulieferer: Die Fassade des neuen Apple Campus kommt aus Augsburg. Die Fassadenspezialisten

Dutzende cooler NASA-Klingeltöne für das iPhone: Unter „Connect Sounds“ stellt die US-Raumfahrtbehörde NASA auf ihrer Website dutzende Klingeltöne kostenlos bereit, es gibt sie im Format MP3 und dem für das iPhone geeigneten M4R-Format für Klingeltöne.

Apple warnt vor massiven Steuernachzahlungen : Irlands Steuermodell steht auf dem Prüfstand der EU. Für Apple könnten Steuernachzahlungen in Höhe von mehr als zwei Milliarden US-Dollar fällig werden.

Apple Erster im Greenpeace Clean Energy Index: Auch in 2015 setzt Apple Maßstäbe bei der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen. Kein anderes Unternehmen in der Technologiebranche schneidet bei einer neuen Greenpeace-Statistik so gut ab, wie das Unternehmen aus Cupertino.

IBM-Mitarbeiter erhalten Macs als Arbeitsrechner : Früher Erzfeinde, heute liefert Apple Arbeitsrechner an IBM. Nachdem Apple und IBM vor knapp einem Jahr eine Partnerschaft abschlossen, dürfen IBM Mitarbeiter ab sofort nicht nur noch Windows Laptops und PCs, sondern auch Macs bestellen und nutzen.

Apple I - 200.000-Dollar-Rechner landet versehentlich im Müll: Eine Recycling-Firma im Silicon Valley sucht eine Frau, die eine echte Rarität weggeworfen hat. Die Frau hatte im April bei dem Unternehmen mehrere Kisten zur Entsorgung abgegeben. Als die Mitarbeiter der Recycling-Firma einige Woche später den Inhalt der Kisten überprüften, staunten sie nicht schlecht. In einer der Kisten lag ein seltener Apple I.

Apple Watch von Neodymmagneten zerstört: Wo rohe Kräfte sinnlos walten – Anders kann man die von einer Videokamera erfasste Zerstörung einer Apple Watch Edition nicht beschreiben.

Commodore Amiga steuert seit 30 Jahren die Klimaanlage in der Schule : Er läuft Tag und Nacht und steuert seit 30 Jahren die Heizung und Klimaanlage von 19 Schulen: dieser alter Commodore Amiga ist immer noch im (öffentlichen) Dienst.

Macintosh OS läuft auf der Apple Watch: Watch OS 2 bietet den Entwicklern die Möglichkeit, selbstständig Apple-Watch-Apps ohne iPhone-Zwang zu schaffen. Manche benutzen das System in etwas unkonventioneller Weise.

Siri gibt fiese Antwort auf eine unlogische Frage : Bei der Frage "Wieviel ist 0 geteilt durch 0?" liefert Apples Siri eine fiese Antwort. Aber lesen Sie selbst.

store.apple.com ist weg - Redesign bei Apple: Der Apple Store ist gewissermaßen down - diesmal für immer. Apple integriert seinen Laden tiefer in die Website.

"Liebling, ich habe den Apple IIc geschrumpft": Er sieht wie ein Spielzeug aus, doch der kleine Apple IIc funktioniert tatsächlich - mit Hilfe des Raspberry Pi.

Startups gewinnen Diesel aus der Luft: Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch und selbstfahrend. Bis es aber so weit ist, kann die Dieselgewinnung aus dem CO2 der Atmosphäre helfen.

Apple entzieht iFixit Entwicklerstatus : iFixit verliert den Status als Apple-Entwickler, die App des auf Reparaturanleitungen für Elektronikgeräte spezialisierten Unternehmens ist aus dem App Store entfernt. Der Grund: iFixit hat gegen das im Entwicklervertrag festgeschriebene Verschwiegenheitsgebot (Non Disclosure Agreement, NDA) verstoßen.

iPhone-Suche klärt Raubüberfall auf: Bei einem bewaffneten Raubüberfall stahlen die Täter neben einer Menge Bargeld auch ein iPhone. Das wurde zu ihrem Verhängnis.

Zurück in die Zukunft - diese Technik gibt's heute wirklich : Der 21. Oktober 2015 ist für alle Fans der "Back to the Future"-Reihe ein ganz besonderes Datum. Wir erklären, welche Vorhersagen des zweiten Teils für das Jahr 2015 zutreffen - Hoverboard, Nike-Mag-Sneaker, Smart Watch, Pepsi-Flasche - und welche nicht.

Kind verkauft sichere Passwörter für 2 US-Dollar : Mädchen verkauft per Diceware-Methode generierte Passwörter.

Ein elfjähriges Mädchen beweist Geschäftssinn und verkauft für 2 US-Dollar sichere Passwörter an ihre Kunden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2164646