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Apple Kritiker lobt iTunes

16.11.2007 | 12:00 Uhr |

Der langjährige Apple-Kritiker Edgar Bronfman, Geschäftsführer von Warner Musik, hat offenbar eine Kehrtwende um 180 Grad gemacht. Zumindest was seine Haltung Apple gegenüber angeht.

In seiner Rede auf dem GSMA Mobile Asia Kongress empfahl er allen Führungskräften, sich an Apple ein Beispiel zu nehmen, wie man einen guten Musikdienst aufbaut. Bronfman warnte alle Betreiber, nicht die Fehler der Musikindustrie im digitalen Zeitalter zu wiederholen. Er gibt zu, dass die Strategen der Musikindustrie „sich etwas vorgemacht haben“ und das Schneckentempo, mit der sie auf den digitalen Bedarf reagierten „einen Krieg mit den Kunden“ im Musikbereich ausgelöst hat.

Im Nachhinein bekennt Bronfman, dass Musikliebhaber von seiner Industrie nicht bedient wurden und Kunden schließlich mehr und mehr zu File-Sharing-Diensten abwanderten. „Im Endeffekt hat der Kunde natürlich gewonnen“, lenkt Bronfman ein.

Wie viele andere in der Musikindustrie hat Bronfman Apples Festpreismodell für Musik-Kauf über iTunes kritisiert und die Aussage von Steve Jobs, dass nur DRM-freie Musik nahtlose Zusammenarbeit zwischen Musik-Diensten und Produkten sicherstellen würde, scharf zurückgewiesen.

Auf dem Kongress hingegen hat Bronfman zum ersten Mal Apples Leistungen anerkannt und versprochen, dass seine Firma im Bereich Musik eine umfangreiche Sammlung verschiedener Medien anbieten werde. Angefangen von Musik und Videos bis hin zu Klingeltönen. Bronfman weist nachdrücklich darauf hin, dass alle Betreiber die Medien so anzubieten haben, dass die Kunden den Dienst gerne benutzen, einfach bedienen können und das Angebot fast jedem Geschmack gerecht wird.

Offenbar hat Bronfman im Zeitalter der vernetzen Medien endlich eins erkannt: Dass der Kunde König ist.

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