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Selbstmordserie bei Apple-Fertiger Foxconn

26.05.2010 | 11:25 Uhr |

Der weltweit größte Elektronik-Hersteller Foxconn sieht sich mit einer Serie von Selbstmorden unter seinen Arbeitern konfrontiert. Das Unternehmen produziert für zahlreiche Computershersteller wie Apple.

Apple Arbeiter China
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© Apple

Am Dienstag starb erneut ein Mitarbeiter, nachdem er sich vom Dach des Werkes im südchinesischen Shenzhen gestürzt hatte, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Es war der neunte Todesfall und elfte Sturz dieser Art in dieser Fabrik in diesem Jahr. Zwei Mitarbeiter wurden bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt.

Die Selbstmorde lösten eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus, der für Weltkonzerne wie Apple , Hewlett-Packard, Dell, Sony oder Nokia fertigt. Aktivisten protestierten in Hongkong vor dem Foxconn-Büro und forderten eine Untersuchung. Das Unternehmen müsse seine Arbeitsbedingungen verbessern und Managementmethoden überprüfen, um den Druck für die Arbeiter zu lindern, wurde gefordert.

Auch chinesische Experten wiesen auf starken Arbeitsdruck und die Isolation vieler Wanderarbeiter hin. In einem Abschiedsbrief schrieb der 19-Jährige Selbstmörder: "Ich habe keine Fähigkeiten. Ich bekomme, was ich verdiene". Es tue ihm leid, dass er nicht mehr länger für seinen Vater sorgen könne, zitierte Xinhua aus dem Brief.

Der Vorsitzende der Hon-Hai-Gruppe, zu der Foxconn gehört, flog am Dienstag mit taiwanesischen Reportern nach Shenzhen. Terry Kuo bestritt am Montagabend in Taipeh, dass schlechte Behandlung der Beschäftigten hinter den Selbstmorden stecken könnte. "Foxconn ist kein Ausbeuterbetrieb", sagte der Hon Hai-Chef. Das Unternehmen versuche aktiv, Selbstmorden vorzubeugen. Details nannte er nicht.

Kuo hob hervor, dass die breite Berichterstattung über die Fälle möglicherweise zur Nachahmung angeregt haben könnte. Erst am Freitag hatte sich ein Mitarbeiter des Werkes in Shenzhen umgebracht. In der Fabrik arbeiten allein 300.000 Menschen. Foxconn beschäftigt in China insgesamt 800.000 Mitarbeiter.

Während das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen bestreitet, klagen Beschäftigte über lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Viele leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgelände. Die jährliche Selbstmordrate in China liegt allerdings bei knapp über 20 pro 100.000 Einwohner, also noch über der Rate der Foxconn-Mitarbeiter Foxconn. (dpa/pw)

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