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Apple Lisa bei Ebay angeboten

27.08.2013 | 07:29 Uhr |

Wer rund 20.000 Euro für eine Rarität der Computerindustrie übrig haben sollte, findet bei Ebay derzeit ein passendes Angebot.

Bei Ebay steht ein angeblich kompletter und lauffähiger historischer Conputer im Angebot: Ein Verkäufer namens tmarentic verkauft eine Apple Lisa aus dem Jahr 1983 - zum Sofortkaufpreis von knapp 20.000 Euro.

Anders als die zuletzt für sechsstellige Summen versteigerten letzten Apple I bringt bei dem Preis die Lisa dem Verkäufer kaum Rendite - sofern er sie vor 30 Jahren zum Originalpreis erstanden hat. Apples erster Computer mit grafischer Benutzeroberfläche kostete ein Jahr vor der Vorstellung des Mac rund 10.000 US-Dollar (in Deutschland 30.000 Mark, nach heutiger Kaufkraft etwa 26.000 Euro).

Der hohe Preis und fehlende Software verhinderten große Verkaufserfolge, der nur 2.500 US-Dollar kostende Mac machten die Lisa recht bald obsolet. Auf den ersten Blick sieht Apple Lisa wie ein Vorgänger des Mac aus, was die Form des Rechners betrifft und vor allem die grafische Benutzeroberfläche. Doch arbeiteten Anfang der Achtziger Jahre zwei Teams unabhängig an Lisa und Mac. Letzterer war zunächst ein Projekt des Ingenieurs Jef Raskin, der unbedingt einen Computer entwickeln wollte, der weniger als 500 US-Dollar kostete. Erst als Steve Jobs - seinerzeit aus dem Lisa-Team vergrault - in der Entwicklung des Mac seine Berufung fand, änderten sich nach und nach die Spezifikationen. Billig war auch der Mac nicht, aber deutlich preisgünstiger als die Lisa, deren zweite Version Apple ab dem Jahr 1985 als Macintosh XL vermarktete. Auch diesem Zug blieb der Erfolg verwehrt, obwohl der Macintosh XL mit Hilfe des Emulators MacWorks das Betriebssystem des Mac ausführen konnte und so nicht mehr von neuer Software ausgeschlossen blieb.

Apple hatte laut Angaben des Verkäufers im Jahre 1983 dem Unternehmen Bechtel in San Francisco als Testsystem zur Verfügung gestellt. Begeistert von der Leistungsfähigkeit habe er sich bald darauf privat eine Lisa angeschafft, die nun zum Verkauf steht.

Offiziell steht Lisa bei Apple für "Local Integrated Software Architecture", doch dürfte an dem Rechner einfach der Projektname hängen geblieben sein. Vermutlich ging dieser auf die Tochter eines der Entwickler zurück, wohl aber nicht auf die 1978 unehelich geborene Jobs-Tochter Lisa Brennan-Jobs. Dass die technische Bezeichnung dem Rechner offenbar erst nachträglich verliehen wurde, war Auslöser eine Scherzwortes im Silicon Valley. Bei Apple habe es geheißen: "Lisa - Let's invent some acronyme".

Nur noch wenige Lisas dürften im Umlauf sein, die wie Blei in den Regalen liegenden Exemplare zog Apple im Jahr 1989 aus dem Verkehr und vergrub mehrere tausend Rechner in einer Müllhalde in Utah - aus steuerlichen Gründen.

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