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Herbert Grönemeyer exklusiv bei Apple Music

17.12.2015 | 17:10 Uhr |

Seine Musik hat der bisher nicht streamen lassen, nun die Kehrtwende: Herbert Grönemeyer stellt seinen Katalog bei Apple Music ein.

Apple Music leidet auch ein halbes Jahr nach dem Start noch an kleinen Kinderkrankheiten, doch Apple unternimmt nicht nur mit Softwareupdates etwas gegen die Unübersichtlichkeit, sondern arbeitet zudem an einem möglichst exklusiven Angebot. Für Musikhörer weltweit relevant (wenn auch nicht für alle interessant...) ist der Konzertfilm der Countrypopsängerin Taylor Swift, der ab dem 20. Dezember exklusiv im Stream bei Apple Music zu sehen sein wird . Für den deutschen Markt weit wichtiger dürfte aber die Entscheidung Herbert Grönemeyers sein, seine Live- und Studioalben über das Streaming anzubieten - exklusiv.

Seit 1. Dezember sind Grönemeyers Alben wie das legendäre "4630 Bochum" oder das aktuelle "Dauernd jetzt" bei Apple Music vertreten. Auch die Live-Alben sind dabei, das Angebot sieht ziemlich komplett aus, was die Musik betrifft. Bei den Videos ist das Angebot etwas magerer, es fehlt beispielsweise der beim iTunes Store erhältliche Konzertfilm "Dauernd jetzt - live" und ebenso die bewegten Bilder von "Stand der Dinge"  – von seinem Auftritt auf der Expo 2000 in Hannover hatte es seinerzeit eine Doppel-CD-DVD gegeben, in Apple Music (wie auch dem iTunes Store) ist nun nur die Tonspur gelandet. Sucht man hingegen bei Spotify nach Herbert Grönemeyer erhält man neben einigen Cover- und Karaoke-Alben anderer Musiker mit seinen Songs nur noch das Original-Hörspiel "Das Boot" – im Film von Wolfgang Petersen hatte Grönemeyer das Alter Ego "Leutnant Werner" des Autoren Lothar-Günther Buchheim gespielt. Dieses Werk ist aber auch bei Apple Music zu hören.

Grönemeyer nun bei Apple Music zu finden ist insofern interessant, als dass sich der Musiker bisher immer gegen Streamingdienste ausgesprochen hat und die dort angeboten Musik für unter Wert verschleudert sah. Konkret hatte sich im Oktober vergangenen Jahres sein Unmut an der Aktion der Kollegen von U2 entzündet, die ihr seinerzeit neues Werk allen iTunes-Nutzern von Apple  in die Musikbibliothek gelegt hatten . In einem Interview mit dem Musikexpress wenige Tage später meinte Grönemeyer, das "System [ des Musikstreamings, die Red. ] ist, so wie es ist, meiner Meinung nach im Moment noch nicht ausgereift" und: "Wünschenswert wäre, dass man es schafft, dass sich alle an einen Tisch setzen und Künstler, Plattenfirmen und Streaminganbieter gemeinsam einen Dienst entwickeln, der eine neue Dimension eröffnet und gleichzeitig dafür sorgt, dass man in Kategorien denkt. Dass Leute bestimmte Beiträge zahlen und dementsprechend zum Beispiel auch Platten hochladen können."

Anscheinend hat Apple Music Herbert Grönemeyer davon überzeugen können, dieser Dienst zu sein. Weiter warten müssen aber Fans der Toten Hosen oder der Ärzte, dass ihre Lieblingsband ihre Werke zum Streaming freigibt.

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