2209176

Neues Lizenzmodell für Apple Music bereitet Spotify Probleme

18.07.2016 | 10:26 Uhr |

Apple will Musikern mehr ausbezahlen, was diese gutheißen dürften. Für Spotify und andere sind das eher schlechte Nachrichten.

Apple hat dem Copyright Royalty Board der US-Regierung ein neues, vereinfachtes Modell für die Entlohnung von Musikstreams vorgelegt. Demnach sollen Künstler pro 100 Streams 9,1 Cent ausbezahlt bekommen. Der Vorschlag sieht nicht nur für Musiker erst einmal fair aus, sondern könnte auch auf die Konkurrenz Auswirkungen haben. Denn bisher berechnet sich die Entlohnung nach dem vom Streamingdienst generierten Umsatz – und der ist nicht nur schwer zu berechnen, sondern bei Spotify und anderen Anbieter, die kostenloses, per Werbung finanziertes Streaming anbieten, deutlich niedriger. Spotify müsste sich aber auch an die neuen Regeln halten und könnte derart weniger Gewinn erzielen. Das ist aber nicht das Problem Apples, heißt es implizit in dem Vorschlag, der der New York Times vorliegt: "Ein interaktiver Stream hat einen Wert für sich selbst, unabhängig davon, für welches Geschäftsmodell sich ein Anbieter entschieden hat." Eine Apple-Sprecherin hat die Eingabe bestätigt, wollte aber keine weitere Stellung zu deren Inhalten beziehen.

Das Modell soll von 2018 bis 2022 gelten, auch andere Dienste wie Spotify, Amazon, Google und Pandora sowie der Verband der US-Plattenindustrie RIAA mussten bis Freitag ihre Vorschläge einreichen, über deren Inhalte ist bisher nichts bekannt. Was Apples Eingabe aber eine besondere Note verleiht: Sollten die Regeln ab übernächstem Jahr greifen, ist der Anbieter von Apple Music davon nicht direkt betroffen, denn Apple hat eigene Vereinbarungen mit den Plattenfirmen getroffen und zahlt schon jetzt mehr als die Konkurrenz. Auch deshalb ist Apple Music bei den Künstlern beliebt, wenn auch beim Start vor einem Jahr Apple mit ein wenig Druck dazu gezwungen werde musste , schon während der dreimonatigen Probephase Lizenzgebühren an die Musiker zu überweisen. Denn jeder Stream hat einen Wert für sich selbst, egal, was der Anbieter damit verdient.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2209176