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Apple Music: Streaming Dienst von Apple

24.06.2016 | 10:03 Uhr |

Apple Music bekommt auf iPhone und iPad ein neues Design, derweil entwickelt sich Spotify nicht weiter. Apple macht Druck.

Update 24.6.:

Adele sagt Hello

Vor sieben Monaten hatte sich die Sängerin Adele geweigert, ihr neues Album "25" per Streamiung auf Apple Music oder Spotify anzubieten. Das ändert sich nun, seit heute um Mitternacht steht das Werk via Apple Music zur Verfügung, auch Nutzer von Spotify und anderen Streamingdiensten können es sich im Rahmen ihres Abos anhören und zu ihren Favoriten hinzufügen. Adele hatte Streaming nicht grundsätzlich abgelehnt, ihre Werke "19" und "21" sind seit Anbeginn von Apple Music im Katalog enthalten. Etwas überraschend war der Verzicht auf das Streaming von "25" dann doch, schließlich hatte die britische Sängerin ihr Album auch in einem ausführlichen Interview auf Beats 1 beworben. Adele's Vorgehen könnte aber Schule machen und neue Alben erst Monate nach ihrem Release auf Schallplatte, CD und als Kaufdownload in das Streaming gehen. Dies widerspricht aber den Interessen Apples, das möglichst viel exklusives Material im Stream anbieten möchte.

Update 21.6.:

Spotify stagniert, Apple Music macht Druck

Spotify bleibt zwar der größte Musikstreamingdienst, ist unter dem Druck von Apple Music aber nicht mehr weiter gewachsen. Wie das Unternehmen mitteilt, zählt es nun 100 Millionen Nutzer, 30 Prozent davon würden für den Dienst bezahlen. Doch hatte Spotify ähnliche Zahlen bereits im März gemeldet. Apple hatte vor einer Woche auf der WWDC bekannt gegeben, mittlerweile 15 Millionen Abonnenten für Apple Music gewonnen zu haben. Anders als bei Spotify gibt es bei Apple keine kostenlose Version des Streamingdienstes.


Update 13.6.:

Alles neu mit iOS 10

Zur Eröffnung der WWDC hat Apple auch Neuerungen und Verbesserungen von Apple Music gezeigt, die jedoch erst einmal nur für die mobile App Music auf iPhone, iPad und iPod Touch relevant sind. iTunes auf dem Mac und die Integration von Apple Music in das Programm bleibt nach dem jüngsten Update auf Version 12.4 erst einmal unverändert. 

15 Millionen zahlende Kunden hat der Streamingdienst nun, wie Eddy Cue stolz bekannt gibt und zeigt das völlig neue Design des Dienstes auf dem iPhone: "Die Musik soll der Held sein". Mit den Änderungen verspricht Apple einen intuitiveren Zugang zur Musik. Und in der Tat ist die einst überfrachtete App in iOS 10, dessen finale Version im Herbst erscheinen wird,  deutlich übersichtlicher geworden. Der erste und wichtigste Tab der App heißt nun "Library", der auch einen Punkt "Kürzlich hinzugefügt" erhält und schneller den Zugriff auf die auf dem iPhone gespeicherte Musik liefert - besonders unterwegs fernab von offenen WLANs nützlich. Neu und ziemlich cool: Zu den Songs gibt es nun auch Texte, jedoch noch keine konkrete Aussage, wie komplett die Lyricssammlung denn nun ist. Während der Show zeigt eine Apple-Mitarbeiterin jedoch anhand eines Klassikers, wie nützlich das Feature sein kann. Wer von uns hat sich nicht gefragt, welche Silben, Worte und Satzfragmente da nun genau in "Rapper's Delight" uns zu Ohren kommen? Das Publikum im Bill Graham Civic Auditorium ist noch ein wenig überfordert, wird dank des neuen Services in Zukunft gewiss aber immer weniger Verhörhämmer ("Die Oma fiel ins Klo") produzieren.


Der Tab "For You" in der Music-App bringt die kürzlich gespielten Songs in den Vordergrund und präsentiert auf täglicher Basis neue Wiedergabelisten. Connect, das bisher eher lieblos gepflegte soziale Netz, in dem sich Künstler ihren Fans präsentieren können, ist nun zu einem Unterpunkt von "Für Dich" geworden.

Der nächste Tab heißt "Browse", hier findet man vor allem die kuratierten Wiedergabelisten und Top-Charts. Radio bleibt ein eigener Tab, Beats 1 steht natürlich hier im Vordergrund und gibt hier den Zugang zu vergangenen und künftigen Radioshows. Die Genre basierten Stationen bleiben in einem Unterpunkt von Radio.

Zwar hat Apple zu Apple Music auf dem Mac nichts Neues verkündet, doch könnte man erwarten, dass iTunes 13 mit ähnlichen Design-Tweaks in den Startlöchern steh t. Womöglich plant Apple auch tatsächlich, das Programm auseinander zu nehmen und auch auf dem Mac unterschiedliche Programme für Musik (inkluisve Streaming), Synchronisation und App-Verwaltung einzusetzen.

Update 10.6.:

Neil Young giftet gegen Apple

Amüsant zu lesen ist das Interview des Magazins der Süddeutschen Zeitung mit dem Musiker Neil Young auf alle Fälle, insbesondere seine Sicht auf die US-Politik. Über einen Punkt sind wir heute früh aber gestolpert, Neil Youngs massiver Kritik an der Musikindustrie im Allgemeinen und Apple im Besonderen. Wörtlich heißt es etwa: " Apple verlangt, dass ein Song, den sie bei iTunes anbieten, nur eine bestimmte maximale Länge haben darf. Ein Technologiekonzern will mir vorschreiben, wie meine Arbeit auszusehen hat? Die können mich mal." Einer der Songs auf dem neuen Album " Earth " ist 28 Minuten lang, zwischen den Songs des Live-Albums sind keine Pausen. Was Apple aber ebenfalls verbiete: "Deshalb wird die Platte weder bei iTunes noch bei vergleichbaren Diensten erscheinen."

Diese Regeln müssen aber völlig neu sein oder exklusiv für Neil Young gelten, auf die schnelle haben wir zwei Gegenbeispiele gefunden, wenn auch älteren Datums. So ist Mike Oldfields Ein-Stück-Album " Amarok " aus dem Jahr 1990 sehr wohl bei Apple Music im Stream zu hören, auch Marillions " Clutching At Straws " legt keine Zwangspausen zwischen den ineinander übergehenden Songs ein.

Musik nicht per Stream anbieten zu wollen, ist indes das Recht eines jeden Künstlers, vergangenen Herbst hatte etwa Adele ihr neues Album "25" nur in den Verkauf gegeben, Prince hatte Apple Music mit einer Ausnahme auch vollständig ignoriert. Neil Young ist indes nicht ganz so konsequent: Zahlreiche Alben des Künstlers sind sowohl im iTunes Store zu kaufen als auch Stream zu beziehen, hier allerdings nur ein Bruchteil.

In Konkurrenz zu Apple ist Neil Young mit seinem Projekt Pono getreten, einem Musik-Player, der nicht auf MP3 und andere komprimierte Formate setzt, sondern auf High-End-Audio. Schon 2008 hatte Young Apple vorgeworfen, mit dem iPod und dem iTunes Store die Qualität von Musik zu zerstören.

Update 9.6.:

Paradigmenwechsel am Horizont

Dass Streamingangebote wie Apple Music, Spotify und Tidal nicht nur dem Verkauf von CDs schaden, sondern auch dem von Downloads, mag keiner bestreiten. Apple hat jedoch Berichte zurückgewiesen, nachdem man den Verkauf von Musikdownloads über iTunes einstellen möchte und stattdessen nur noch Apple Music im Abo anbiete. Die Quellen des Branchenblatts Digital Music News beharren aber auf ihrer Darstellung: Bei Apple gebe es ernsthafte Überlegungen, in einem Zeithorizont von zwei bis drei Jahren den Verkauf von Downloads einzustellen. Man wolle nicht den gleichen Niedergang wie bei den CDs erleben. Wie schnell der Plan umgesetzt werden könnte, hängt von der weiteren Entwicklung des Streamingangebots Apple Music ab. In einer ersten Maßnahme wolle Apple aber sein wegen zunehmender Unübersichtlichkeit in die Kritik geratenes Programm iTunes in mehrere Einzelteile zerlegen, so dass das Abstoßen der Kaufdownloads sich nicht mehr auf den Rest des Angebotes (App-Kauf, Musik-Streaming, Geräteverwaltung) auswirken würde. Erst kürzlich hatte Apple mit iTunes 12.4 eine etwas aufgeräumtere Fassung seiner in die Jahre gekommenen Jukebox herausgebracht und dabei die Musik besser von den Apps und den Videos getrennt - gleichwohl bleiben Apple Music, Kaufdownloads und Pflege gerippter Musikdateien streng miteinander verwoben. Zu Eröffnung der WWDC kommenden Montag präsentiert Apple neue Betriebssysteme für Mac, iPhone/iPad, Apple Watch und Apple TV, Neuerungen in der Art und Weise, wie Apple Music integriert ist, sind dabei gewiss zu erwarten. Ab aller Voraussicht nach wird man auch ab Herbst bei Apple noch Musik kaufen und nicht nur mieten können.

Update 7.6.:

Von Modeschöpfern und Rap-Produzenten

Der Rapper und Hip-Hop-Produzent DJ Khaled ist ein neues Werbegesicht für Apple Music. In den ersten beiden Spots tritt er mit dem Ex-Model Naomi Campbell und dem Schauspieler Ray Liotta auf. DJ Khaled ist seit diesem Jahr vertraglich an Apple gebunden, sein neues Album "Major Key" wird voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zunächst exklusiv bei Apple Music erscheinen.

Apple hat zudem einen weiteren Prominenten für Apple Music verpflichtet, den Modeschöpfer Alexander Wang. Er hat sich dabei unter die Kuratoren eingereiht und präsentiert im Kanal Apple Music Fashion in den drei Playlists " Vibe ", Chill " und " Hype " seinen Musikgeschmack, eingeschränkt auf Genres wie Hip-Hop, Dance und Elektro.

Update 12.05.:

Tanzen, als ob niemand zusehen würde

Nach dem gefakten Unfall auf dem Laufband und dem Playbacktanz vor dem Badezimmerspiegel bekommen wir in einem dritten Werbevideo Taylor Swifts für Apple Music zu sehen, wie ihr Wohnzimmer aussieht. Naja, zumindest bekommen wir etwas zu sehen, das wir uns als das Wohnzimmer des Pop-Stars vorstellen sollen. Taylor freut sich auf einen "ruhigen Abend" und legt eine von Apple Music kuratierte Playlist "Friday Night Rocks!" auf. Der erste Titel "I Believe in a Thing Called Love" von The Darkness lässt sie schließlich auf dem Tisch tanzen. Das Gitarrenriff klingt zumindest im ersten Takt fast so, als stamme es von einer Band, die zuletzt ihren Sänger, der nicht mehr hören kann, durch einen ersetzte, der derzeit weder singen noch laufen kann...

Update 09.05.:

Connect verschwindet von der Startseite bei Apple Music


Degradierung: Apple wird seinen Streamingservice Apple Music einem Jahr nach dem Start überarbeiten und zur WWDC in gut einem Monat die neue Fassung für iOS 10 und MacOS 12 vorstellen, soviel ist bekannt. Ein interessantes Detail will 9to5Mac erfahren haben. Demnach plane Apple, das in Apple Music integrierte soziale Netz Connect, mit dem Musiker mit ihren Fans in Verbindung treten können, wieder in den Hintergrund zu rücken. Bisher hat Connect einen eigenen Reiter, das Angebot soll aber in den Reiter "Für Dich" integriert werden. Anscheinend wird Connect nicht so genutzt, wie es sich die Erfinder versprochen haben. Schon mit dem ersten Versuche, ein soziales Netz in iTunes einzubauen war Apple gescheitert, das 2010 an den Start gebrachte Ping hatte sich keine zwei Jahre gehalten .

Update 6.05.:

Studierende zahlen die Hälfte

An einer teilnahmeberechtigten Hochschule eingeschriebene Studenten und Studentinnen können ab sofort Apple Music für den halben Preis beziehen. Ob ihre Universität oder Fachhochschule mit dabei ist, erfahren die Studierenden über das Portal UNiDAYS , bei dem sie eingeloggt sein müssen, um Apple Music für 5 Euro im Monat zu bestellen. Die Mitgliedschaft ist allerdings auf 48 Semester, pardon, 48 Monate begrenzt, das Abo ist aber nicht funktional eingeschränkt. Studententarife gibt es auch in Australien, Dänemark, Großbritannien, Irland, Neuseeland und den USA.

Update 4.05.:

Neuer Look zum ersten Geburtstag

Apple Music wird bald ein Jahr alt, Apple hat seinen Streamingservice letztes Jahr Anfang Juni auf der Entwicklerkonferenz WWDC der Öffentlichkeit vorgestellt und am 30. Juni an den Start gebracht. Zum bald anstehenden ersten Geburtstag soll laut eines Berichts von Bloomberg Apple Music eine erste deutliche Überarbeitung bekommen, Apple werde erneut die WWDC nutzen, um den neuen Look zu zeigen. Die Benutzung solle intuitiver werden, wollen die namentlich nicht genannten Quellen wissen. Der Radiodienst - derzeit ist nur der Sender Beats 1 rund um die Uhr kostenlos zu hören - solle erweitert werden, Apple will zudem die Streamingservices besser integrieren. Schon jetzt bietet Apple Entwicklern eine Programmierschnittstelle , mit der sie Apple Music in ihre iOS-Apps integrieren und mit Hilfe eines Affiliate-Programms, über das sie Apple neue Abonnenten zuführen, auch Geld verdienen können.

Apple Music hat nicht die Benutzerführung, die man von Apple gewohnt ist, kritisieren viele Nutzer. Laut des Bloomberg-Berichts ist das Folge eines Zusammentreffens unterschiedlicher Firmenkulturen bei Apple und Beats, das Apple zusammen mit dessen Service Beats Music vor nunmehr zwei Jahren übernommen hatte. Nach mehreren Wechseln im Management haben nun Robert Kondrk und der Kopf der "Nine Inch Nails" Trent Reznor die Oberaufsicht über die Neugestaltung des Dienstes. Auch Jonathan Ive und sein Designteam sowie der für das gesamte iTunes-Ökosystem verantwortliche Senior Vice President Eddy Cue hätten Input geliefert.

Update 27.04.:

Jetzt 13 Millionen Abonnenten

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 musste Apple erstmals seit 13 Jahren wieder eine Bilanz mit weniger Umsatz und Gewinn als im Vorjahresquartal ausweisen . Alle Bereiche verloren, iPhone, iPad und selbst der Mac. Alle? Nein, ein unbeugsamer Geschäftsbereich hört nicht auf, dem Abwärtstrend Widerstand zu leisten: Die Services. Darunter subsummiert Apple auch seinen Streamingdienst Apple Music, der im Vorjahr natürlich noch keine Beiträge leistete und nun der hauptsächliche Wachstumsmotor gewesen sein dürfte. Konkret legte Apple übers Jahr von fast 5 Milliarden auf nun knapp 6 Milliarden US-Dollar bei den Services zu. Detailliertere Zahlen hat Apple zwar nicht vorgelegt, doch verrät Apple-CEO Tim Cook die Zahl der (zahlenden) Abonnenten für Apple Music, 13 Millionen seien dies mittlerweile, was pro Quartal etwa 500 Millionen US-Dollar an Umsätzen entspräche – viele Kunden haben ja das Familien-Abo bestellt. Rechnet man die aktuelle Wachstumsrate hoch – im Februar waren es noch 11 Mio. Abonnenten –, dürfte Apple Music zu seinem ersten Geburtstag am 30. Juni 15 Millionen Abos schreiben und allmählich den Platzhirschen Spotify auf die Pelle rücken, der Ende des vergangenen Jahres von 20 Millionen zahlenden Kunden sprach. Hinzu kamen noch weitere 55 Millionen, die Spotify ohne dessen Premium-Dienste (Offline-Musik, Werbefreiheit) nutzen.

Update 18.04.:

Taylor tanzt

Wie angekündigt (siehe Update vom 7.04.) kommt ein weiteres Werbevideo für Apple Music mit der Country-Sängerin Taylor Swift heraus. Mit dem Training scheint sie durch zu sein, die Geschichte geht nun weiter: Tylor Swift macht sich zum Ausgehen bereit und lässt beim Schminken vor dem Badezimmerspiegel die Playlist "Jukebox Hits: '00s Alternative Rock" spielen, respekitve den ersten Titel daraus: "The Middle" Jimmy Eat World. Logisch, dass der Lippenstift zum imaginierten Mikro wird. Eine Pointe wie in dem Video mit der Tretmühle fehlt und angesichts des Badezimmers fallen uns Songfragmente von Pink Floyd's "One of my turns" ein: "Oh good, what a fabulous room! This place ist bigger than our apartement! Oh wow, look at this tub?" Aber " The Wall " gibt es ja auch in etlichen Versionen bei Apple Music im Stream.

Update 7.04.:

Fräulein Swift in der Tretmühle

Der zu einem Werbespot gewordene, "vom wahren Leben inspirierte" Laufbandunfall von Popstar Taylor Swift (siehe Update vom 5.04.) war natürlich keiner, sondern von langer Hand geplant. Auch wenn das Veröffentlichungsdatum 1. April zunächst einen anderen Schluss nahelegte. Die Kollegen von Adweek haben die Hintergründe recherchiert und haben dabei erfahren, dass es bei dem einen Spot nicht bleiben werde, Taylor Swift werde in weiteren Kurzfilmchen Apple Music bewerben. Die Werbung sei ohne das Mitwirken einer Agentur entstanden, am kreativen Prozess war unter anderem der "Head of Content" von Apple Music, Larry Jackson und der ausführende Produzent von Believe Media, Anthony Mandler beteiligt. Einen derartigen Spot mit seinem Witz, seiner Information und seinem gewissen Etwas zu konzipieren, sei "wie einen Song zu schreiben", schwärmt Jackson. Die kurze Geschichte von der durch Musik vom Training abgelenkten Sängerin sollte laut Mandler zeigen, wie sehr Musik "jeden Aspekt des Lebens besetzt" – Apple Music sei dabei "das Rückgrat dieses Konzepts". Swift mit ihren 73 Millionen Followern in sozialen Medien sei eine ideale Partnerin gewesen, ihre Reichweite übertrifft die der klassischen Fernsehsender bei Weitem. Dennoch ist der Spot mittlerweile auch auf allen Kanälen des US-Fernsehens zu sehen. Und zeigt angeblich Wirkung: Die Verkäufe des in der Werbung zu hörenden Drake-Songs "Jumpman" seien weltweit um 431 Prozent angestiegen, die Abspielzahlen der erwähnten Wiedergabeliste "Gymflow" um 325 Prozent.

Update 5.04.:

Widerstand ist zwecklos

"My album will never never never be on Apple. And it will never be for sale... You can only get it on Tidal.". Das schrieb Kanye West noch am 16.02. auf seinem Twitter-Account und machte damit ordentlich Werbung für das Streaming-Produkt Tidal seines Rap-Kollegen Jay Z. Der Wind scheint sich nun allerdings gedreht zu haben, dass einstige "forever Tidal-Exclusive" Album " The Life of Pablo ", das "nie, nie, niemals auf Apple" erscheinen sollte, gibt es nun doch bei Apple Music und dazu auch in den Streaming-Angeboten von Google und Spotify. Soviel zu dem Thema, was "never" bedeuten kann. Aber auch ein anderer populärer Musiker scheint seinen Widerstand gegen das Streaming über Apple Music allmählich aufzugeben: Prince. Sein 2015er-Album " Hit 'n Run Phase Two ", das es ursprünglich auch nur bei Tidal gab, ist nun auch bei Apple Music verfügbar. Von den anderen 37 Studioalben des Ausnahmemusikers verliert sich jedoch kaum eine Spur bei Apple Music, auch nicht von "Hit 'n Rund Phase One". Im iTunes Store ist das Werk von Prince, der Künstler, der früher als TAFKAP bekannt war (The Artist Formerly Known As Prince), weitestgehend als Bezahldownload verfügbar. Ob es noch weitere Prince-Alben im Streaming geben wird, steht noch nicht fest - bei Spotify ist "Hit 'n Run, Phase Two" aber ebenso wenig erhältlich wie andere Werke des Künstlers.

Eine Art von Kehrtwende hatte die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift bereits letzten Sommer zum Start von Apple Music vollzogen, sie hatte die dreimonatige Testphase, in der Musiker kein Geld hätten bekommen sollen, stark kritisiert und damit gedroht, ihr Hit-Album "1989" nicht im Streaming anzubieten. Dieses war aber dann aber doch von Anfang an prominent bei Apple Music platziert, im Dezember folgte der Konzertfilm von der 1989-Tour (Wer übrigens das Album hören möchte, obwohl er oder sie Taylor Swift gar nicht schätzt: Ryan Adams hat es im vergangenen Winter komplett gecovered und bei Apple Music eingestellt. Natürlich unter dem gleichen Namen: 1989 ).

Taylor Swift dient mittlerweile auch als Testimonial für Apple Music. In einem in der Woche nach Ostern veröffentlichten Werbevideo zeigt die Sängerin, wie Apple Music und seine Wiedergabelisten das Fitnesstraining überstehen helfen – wenn man sich nicht zu sehr von der Musik ablenken lässt:

Update 16.03:

Apple Music will unlizenzierte Remixes erlauben

Wie Billborad berichtet, kooperiert Apple Music mit Dubset Media Holdings, um nun auch Remixes, Mash-Ups und DJ-Mixes streamen zu können. Dubset ist ein digitaler Vertreiber, der Content an digitale Music Services verleiht. Im Gegensatz zu anderen Vertreibern benutzt Dubset eine firmeneigene Technologie namens MixBand, die beispielsweise einen Remix analysiert, Inhalte von fremden Urhebern erkennt und diese letztendlich dafür bezahlt. Derzeit hat Dubset Deals mit über 14.000 Labels und Verlegern.

Bisher wurden die Remixes und Mash-Ups auf Plattformen, wie YouTube oder Soundcloud, hochgeladen. Dort sprachen sie eine ziemlich große Zielgruppe an. Da jetzt auch Apple Music, und bald vermutlich auch die konkurrierenden Streaming-Dienste, mit in das Geschäft einsteigen, stellt sich die Frage, wie stark in der Zukunft noch freie Streaming-Plattformen genutzt werden. Bis es soweit kommt, müssen sich die Nutzer von Apple Music aber noch etwas gedulden. Wann genau Apple Music auch Remixes streamen wird und ob es auch extra dafür angelegte Playlists geben wird, ist noch nicht bekannt.

Update 10.2.16:

Sonos final für Apple Music

Am 15. Dezember hatte Sonos den Beta-Test für seine App mit Apple-Music-Integration gestartet, am 10. Februar 2016 schließlich kommt die finale Version heraus. Apple hatte vom Start weg betont, man sei "großer Fan" von Sonos und seinen Produkten. Apple Music in die Controller-App für die Multiraumsysteme zu integrieren habe jedoch einige Anstrengungen erfordert. Wie in iTunes respektive der Musik-App auf iPhone und iPad, zeigt die Sonos-App die Bereiche "Für Dich", "Neu", "Meine Musik" und "Radio" an, Streams wie von Beats 1 lassen sich auf die Lautsprechersysteme übertragen. Doch während man auf iPhone, iPad oder Mac die App wechslen muss, um etwa auf seine Spotify- oder Deezer-Abos zuzugreifen, hat der Sonos-Controller auch diese Dienste integriert und ist für diese Fälle die bessere Alternative zu Apples eigenen Apps. Den Apple-Music-Vorgänger Beats Music hatte die Sonos-App bereits unterstützt, weshalb bei Sonos-Kunden die Enttäuschung beim Start von Apple Music zunächst groß war.

Update 9.12.:

iOS 9.2 mit Verbesserungen für Apple Music

Die Musik-App auf iPhone und iPad hat anfangs durch Unübersichtlichkeit geglänzt, mit dem Update auf iOS 9 ist vieles besser geworden, da Apple die Bedienoberfläche verschlankt und vereinfacht hat. Weitere Optimierungen bringt nun aber iOS 9.2, in dem Fehler beim Speichern von Songs auf dem iPhone behoben sind. Will man einen Song einer Wiedergabeliste hinzufügen, kann man nun dabei auch eine neue erstellen. Im Bereich Wiedergabelisten sind nun nicht mehr die zuletzt erstellten zu sehen, sondern die häufig genutzten. Zudem hat Apple die Abteilung der klassischen Musik verbessert und die Namen der Komponisten sichtbar gemacht, nachdem sich manche Nutzer über die "Kraut und Rüben" im Bereich Klassik beschwert haben. Auch schön: Schon in der Übersicht sieht man, welche Alben und Songs bereits auf das iPhone (oder iPad und iPod Touch) geladen sind. Endlich aber bekommt die Oberfläche die gewohnte optische Konsistenz zurück. Will man Alben und Songs aus der Cloud laden, kann man jetzt wieder das Wolkensymbol mit dem Pfeil nutzen. Der grammatikalisch fragwürdige Eintrag "Offline verfügbar" ist aus dem Extra-Menü (die drei Punkte) verschwunden.

Update 24.12.:

Beatles im Stream

Das Angebot von Apple Music wird immer umfangreicher. Nach langwierigen Verhandlungen haben die Rechtsvertreter der überlebenden Beatles sowie die Erben von John Lennon und George Harrison zugestimmt, die Werke der Fab Four ab Weihnachten auch auf Streamingdiensten anzubieten. Apple Music hat die Beatles also nicht exklusiv, aber eben jetzt endlich doch. Vor sechs Jahren erst waren die Beatles in den iTunes Store eingezogen, die Alben wurden dafür eigens neu aufbereitet.

Update 7.12.:

Nummer eins noch weit weg

Apple sieht seinen Streamingdienst Apple Music zwar als großen Erfolg an, im Markt bleibt derzeit aber nur der vierte Platz hinter Pandora, Spotify und Youtube. Möglicherweise hat Apple in diesem Marktsegment einfach nur zu lange gewartet und ist anders als bei der Einführung größerer Smartphonebildschirme mit dem iPhone 6 (Plus) mit seinem eigenen Angebot zu spät gekommen. Auch nach fünf Monaten im Betrieb sind die App für Apple Music noch fehlerhaft, dass es nah der dreimonatigen Testphase keine kostenlose Option gibt, könnte ebenso dem Wachstum schaden. Die Gründe für das Hinterherhinken im Detail .

Update 11.11.:

Jetzt auch für Android

Apple hat seine erste Android-App veröffentlicht, die für Apple Music bereits im Sommer versprochene. Das Look-and-feel ähnelt stark der Musik-App auf iOS-Geräten, doch haben die Entwickler das Design auch ein wenig an Android angepasst. Aus der Musik-App heraus kann man auch auf Android-Geräten eine dreimonatige Testphase starten oder sich einer Familienfreigabe anschließen. Mehr zu Apple Music auf Android hier.

Update 30.09.:

Lowe über Beats 1

Zane Lowe hat sich auf dem Radio Festival 2015 zu "seinem" Sender Beats 1 geäußert . Lowe meinte, er wisse nicht, ob Apple Music tatsächlich den 24/7-Sender in seinem Streaming-Angebot brauche, werde das aber weiter gerne herausfinden. Nach drei Monaten könne er sich noch nicht sicher sein, wie wichtig Beats 1 für Apple Music sei und ob überhaupt. Auch nach Ende der dreimonatigen Testphase wird Beats 1 frei verfügbar sein - und gewissermaßen als Lockangebot dienen. Wie man die automatische Abo-Verlängerung deaktiviert, erklären wir hier .

Update 22.09.:

15 Millionen Abonnenten

Die New York Post bezeichnet Apple Music als einen "überraschenden Erfolg". Demnach hätte Apple bis Mitte September bereits 15 Millionen (Probe-)Abonnenten gewonnen. Die Hälfte von ihnen hätten die automatische Verlängerung des Abos auch (noch) nicht abgestellt. Bleiben diese auch nach dem 30. September dabei, würde Apple schon nach drei Monaten ein gutes Drittel der Abonnentenzahlen von Spotify erreichen, das acht Jahre Vorsprung im Markt hat.

Update 17.09.:

iTunes 12.3 mit weiteren Verbesserungen

iTunes 12.3 stellt vor allem Kompatibilität mit OS  X 10.11 El Capitan und iOS 9 her, behebt aber auch kleinere Fehler in Apple Music. Die wichtigste Neuerung ist jedoch die Zwei-Faktor-Authentifizierung, die nun auch für iTunes zur Verfügung steht

Update 13.08:

iTunes 12.2.2 bringt Verbesserungen für Apple Music

Die neue Version von iTunes verbessert vor allem die Unterstützung von Apple Music. Klickt man bei der aktualisierten Version auf das Beats-1-Banner, zeigt iTunes laut Apple jetzt die aktuelle Sendung und eine Programmübersicht. Ebenfalls neu: iTunes listet alle Künstler auf, denen man bei Apple Music folgt. Künstler können außerdem Inhalte in Connect per iTunes freigeben. Zusätzlich korrigiert das Update einen Fehler, durch den iTunes beim Blättern die Position verlor und eine fehlerhafte Sortierung in „Meine Musik". Des Weiteren soll das Update die Stabilität und Leistung verbessern. Verfügbar ist das Update über den App Store. Eine aktuelle Version für Windows ist ebenfalls zu haben.

iTunes herunterladen

iOS 8.4.1 verbessert Fehler von Apple Music

Mit dem iOS-Update iOS 8.4.1 korrigiert Apple eine Reihe an Apple-Music-Problemen: Laut Apple soll das Update Probleme bei der Aktivierung der iCloud-Musikmediathek beheben, ebenso ein Problem beim Anzeigen hinzugefügter Musik. Dieser Fehler trat laut Cupertino auf, wenn Apple Music nur auf die Anzeige von Offline-Musik eingestellt war. Eine weitere Neuerung: Bisher konnte man nur Titel zu einer Playlist hinzufügen, wenn bereits mindestens eine Playlist vorhanden war. Dies hat Apple nun verbessert. Behoben hat man außerdem den Fehler, das auf verschiedenen Geräten unterschiedliche Cover für das gleiche Album angezeigt wurden. Weitere Korrekturen betreffen Künstler, die bei Connect Inhalte veröffentlichten, außerdem soll jetzt beim Hören von Beats 1 das Tippen auf „Favorit" problemlos funktionieren. Zusätzlich zu diesen Korrek-turen behebt das Update einige nicht näher aufgeführte Sicherheitsprobleme.

Update, 6.8 .: Apple nennt offiziell erste Zahlen. Wie Eddy Cue, als Apples Senior Vice President of Internet Software and Services der oberste Verantwortliche für den iTunes Store und Apple Music der Zeitung USA Today verrät , konnte Apple im ersten Monat des Bestehens des Streamingservices bereits 11 Millionen Kunden für ein Probeabo gewinnen. Die Reichweite ist noch ein wenig größere, denn darunter sind auch zwei Millionen Familienabos, über die bis zu fünf weitere Personen mithören können. "Wir sind von den Zahlen bisher begeistert," schwärmt daher auch Cue über das Zwischenergebnis. Wie viele der Probeabos letztlich zu bezahlten werden, ist völlig offen, aber bis zum Stichtag 30. September hat Apple noch zwei Monate Zeit. Der bisherige Platzhirsch im Streamingmarkt Spotify hat nach eigenen Angaben 20 Millionen zahlende Kunden, hat aber auch einen Vorsprung von gut zehn Jahren. Nicht wenige Spotify-Premium-Nutzer werden parallel auch Apple Music ausprobieren und sich irgendwann - womöglich schon nach Ende der dreimonatigen Testphase bei Apple - für den einen oder anderen Dienst entscheiden. Richtig spannend werden die Zahlen also erst ab dem Dezemberquartal.

Ob Apple Music bereits Auswirkungen auf das Geschäft mit bezahlten Downloads hat, verrät Eddy Cue nicht. Dafür habe aber der App Store im Juli eine neue Rekordmarke erreicht und 1,7 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Vor allem das Wachstum in China sei stark gewesen.

Update 30.7.: Apple selbst hat zwar keine Zahlen vorgelegt, aber nach Recherchen des Musikblogs Hits Daily Double soll Apple Music nach den ersten Wochen schon 10 Millionen Abonnenten haben. Dies Ergebnis stützen auch Informationen, die Apple angeblich seinen Vertragspartnern zukommen ließ. Im Gegensatz zu ersten Planungen erhalten Künstler, die mit Apple kooperieren auch schon während der ersten drei Gratis-Monate Ausschüttungen, und die sollen wohl deutlich höher ausfallen als viele erwartet hatten. Darüber hinaus spekuliert Hits Daily Double sogar, dass Apple für den Rückgang an gestreamten und verkauften Songs bei den anderen Musikdiensten verantwortlich sein könnte (siehe Grafik unten). Dass Apple Music so attraktiv ist, liegt sicher auch an der großen Zahl exklusiver Deals, die Apple mit großen Künstlern realisieren konnte. Jüngstes Beispiel ist Keith Richards, der die Vermarktung seiner neuen Platte "Crosseyed Heart" exklusiv mit einem Video bei Apple Music startet.

Zane Lowe legt in Los Angeles los

 

Pünktlich um 8 Uhr Westküstenzeit (17 Uhr MESZ) stellt Apple am 30. Juni das Update auf iOS 8.4bereit, das die neue Musik App mitbringt, die Voraussetzung für Apple Music ist . Zeitgleich erscheint auch OS X 10.10.4, ein paar Stunden später dann iTunes 12.2 für den Mac und für Windows. Auch Macs mit älteren Betriebssystemen als OS X 10.10 Yosemite kommen in Genuss des neuen iTunes, da Apple die Musiksoftware auf dem Desktop nicht an das aktuelle Betriebssystem koppelt. Bis 18 Uhr MESZ haben die meisten Musikfreunde ihre Geräte aktualisiert und können dem neuseeländischen DJ Zane Lowe lauschen, wie er das Programm von Beats 1 eröffnet : Der erste über das Internet-Radio gestreamte Song heißt "Spring King" und stammt von der Band City aus Manchester. Lowe ist nur einer von drei populären DJs, die für Beats 1 aus London, New York und Los Angeles senden, weitere prominente Kollegen sind Ebro Darden und Julie Adenuga, die das weltweit empfangbare 24/7-Programm musikalisch gestalten. Anders als die Kollegen vom Formatradio haben die drei Aushängeschilder und ihre weniger prominenten Kollegen nicht auf Einschaltquoten zu achten. Obwohl das Programm einen möglichst breiten Geschmack bedienen soll, leisten sich die DJs auch Überraschungen.  Zane Low spielt etwa noch vor 18.30 Uhr "For Those About to Rock" von AC/DC - und wenig später Pharrell Williams' neue Single "Freedom" in einer Weltpremiere.  Das Programmschema und Informationenzu den DJs hat Apple übrigens auf tumblr bereit gestellt.

Die drei von der Funkstelle: Julie Adenuga, Ebro Darden und Zane Lowe (von links)
Vergrößern Die drei von der Funkstelle: Julie Adenuga, Ebro Darden und Zane Lowe (von links)
© Apple

So funktioniert Apple Music

In unserer Bildergalerie sehen Sie, wie Apple Music funktioniert:

Breites Angebot

30 Millionen Titel gibt es laut Apple im Stream, nur Spotify hat ähnlich viel zu bieten. Zum Kauf bietet der iTunes Store jedoch 43 Millionen Songs an - die Unterschiede sind nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Denn obwohl die Beatles sehr fleißig waren, 13 Millionen Songs haben sie dann doch nicht aufgenommen. Vor allem in Nischen wie bei den Independent-Labels und im Klassik-Bereich dürfte nicht alles in den Stream kommen, bei aktuellen Alben ist die Auswahl besser. So findet sich etwa "Skills und Pills" von Tim Lindemann - was es bei Spotify zunächst nur in Teilen gegeben hatte. Oder "Drones" von Muse und "Sol Invictus" von Faith No More. Und die kleine Überraschung: Taylor Swift's Hitalbum "1989" ist im Stream verfügbar, trotz des Zwists über die drei Probemonate im Vorfeld - und im Gegensatz zu Spotify.

Metallica, anfangs Downloads gegenüber skeptisch, ist auch gleich dabei. Und selbstverständlich AC/DC, die vor nicht einmal zwei Jahren ihren Katalog zum Kaufdownload freigegeben haben.

Die Kollegen von Spiegel online habengenau hingesehen , und die Musikauswahl von Apple Music mit der von Spotify, Deezer, Xbox Music und Google Play Music verglichen. Bei den Top 20 der Alben-Klassiker und den deutschen Single Charts schneiden alle Kandidaten gleich gut ab. Wenn ein Song fehlt, wie etwa „Revolver“ von den Beatles, dann bei allen. Bei einer Auswahl von 30 Kritiker-Lieblingen ab 2010 erhalten jedoch nur Apple Music und Spotify die volle Punktzahl, die anderen drei Dienste weisen minimale Lücken auf.

Sonos und Airplay

Die bisherigen Abonnenten des Dienstes Beats Music, den es nur in den USA gibt, werden mit dem Umstieg auf Apple Music ein wesentliches Feature vermissen: Die gestreamte Musik lässt sich nicht mehr auf die Audiogeräte von Sonos weiter streamen. Abhilfe ist jedoch unterwegs. Wie der ehemalige Beats-CEO Ian Rogers - jetzt bei Apple Music Senior Director - auf Twitter ankündigte, wird "so bald wie möglich" Apple Music Sonos unterstützen, aber eben nicht zum Launch. Bestätigt hat dies Apple gegenüber Buzzfeed und die Ansage konkretisiert. Demnach arbeite man mit Sonos zusammen und werde bis zum Ende des Jahres die Unterstützung bringen.

Sonos-Anlagen lassen sich schon jetzt von iPhone und iPad drahtlos ansteuern, mit Hilfe der Sonos App . Ausgeschlossen davon sind aber Titel, die aus der iCloud auf iPhone und iPad gestreamt werden, man muss aus seiner iTunes-Mediathek sie also zuerst auf das Gerät laden. Apple Music lässt sich aber drahtlos ohne Weiteres auf Airplay-fähige Geräte streamen, auch auf das Apple TV und damit das Soundsystem des Fernsehapparates. Eine Apple Music App für das Apple TV hat Apple für den Herbst angekündigt - neue Hardware ist ohnehin überfällig schon im Vorfeld der WWDC wurde über einen TV-Streamingdienst und eine neue Software für das Apple TV spekuliert.

Das Streaming funktioniert weitgehend zuverlässig, allerdings treten lass in den ersten Tagen immer wieder Aussetzer auf, die nicht mit einer schwachen Netzverbindung im Office oder zu Hause zu erklären sind. Daher raten wir, die unter "Für dich" zusammengestellten Wiedergabelisten für die Offline-Nutzung auf das Gerät zu laden und dann erst anzuhören. Ärgerlich bis amüsant am Rande: Hat iTunes auf den Mac ein Problem mit dem Stream eines Senders, schaltet die Software einfach auf die lokal gespeicherte Mediathek um, kehrt von alleine aber nicht mehr zum Streaming zurück.

Oberfläche von Apple Music
Vergrößern Oberfläche von Apple Music

Features

  • 30 Millionen Lieder aus dem iTunes Store als Stream und Download

  • In Deutschland, Österreich, Schweiz

  • "iTunes Match" inklusive – exotische Lieder werden hochgeladen und als Stream verfügbar

  • iTunes Radio – Streaming mit neuen, kuratierten Listen

  • Beats 1, Musikradio mit Shows und Interviews

  • Komplette Integration mit iTunes und der Musik-App

  • Siri-Unterstützung („Spiele Charts von 1989“)

  • „Connect“: Künstlern folgen, exklusive Inhalte und Botschaften sehen

  • Für fast alle Geräte (iOS, PC, Mac, Android)

Verbindung aus der Garage

Der Bereich Connect in Apple Music ist für diejenigen Musikhörer interessant, die mehr über ihre Lieblingskünstler erfahren wollen. Diese wiederum können einfach aus Garageband auf Connect posten - interessant ist diese Option also auch für vertragslose Künstler. Diese Verknüpfung ist im jüngsten Update auf Garageband 10.1 auf dem Mac noch nicht eingerichtet, mit der iOS-Version auf iPhone und iPad ist sie schon möglich. Künstler sollen so direkt mit ihren Fans in Verbindung treten können, etwa neue Hook-Lines oder Riffs vorstellen und so eine Art von Marktforschung betreiben können.

 

Wem Connect nichts gibt und wer sich lieber auf die Musik konzentrieren will, kann die Funktion unter iOS 8.4 einfach ausschalten. Dafür muss man in der App Einstellungen zunächst die Einschränkungen aktivieren (Einstellungen - Allgemein - Einschränkungen). Ist das passiert, findet sich im zweiten Schalter-Block der Eintrag "Apple Music Connect". Schiebt man den Regler nach links, verschwindet Connect aus der Music-App. Noch besser: Auf der frei gewordenen Stelle erscheinen die Playlists, man kann also  mit einem Tipp auf sie zugreifen.

 

Etwas anders lässt sich Connect in der aktuellen Version von iTunes 12.2 abschalten. Dafür ruft man aus der Menüleiste die Einstellungen auf (unter iTunes) oder alternativ die Tastenkombination Befehlstaste-Komma. Unter "Kindersicherung" gibt es eine neue Checkbox "Apple Music Connect", über die man das neue soziale Netzwerk deaktivieren kann.

Apple Music kostet 9,99 Euro pro Monat für das Einzelabo. In den ersten drei Monaten ist Apple Music gratis. Eine Besonderheit von Apple Music: Für 14,99 Euro pro Monat dürfen bis zu sechs Familienmitglieder Apple Music gemeinsam nutzen, erhalten dabei aber individuelle Empfehlungen. Dies zeichnet Apple Music vor der Konkurrenz aus, einzig Spotify bietet eine Option für Familienangehörige, diese müssen aber pro Person den halben Kaufpreis entrichten, so dass 6 Familienmitglieder bei Spotify insgesamt mehr als doppelt so viel wie für Apple Music zahlen – insgesamt fast 35 Euro pro Monat.

Apple wird das musikalische Angebot sukzessive erweitern, Verhandlungen mit Independent Labels und vor allem mit der Beatles-Plattenfirma Apple Corps. laufen auch nach dem Launch von Apple Music weiter. Bis die Beatles-Alben im iTunes Store zu hören waren, hatte es immerhin fast acht Jahre gedauert, diesmal sollten die Verhandlungen zügiger laufen. Wegen der guten Kontakte von Apple und Jimmi Iovine in die Musikbranche gehen Beobachter davon aus, dass es mittelfristig einige Exklusivangebote bei Apple geben könnte. Wie gut die Kontakte sind, zeigt der Radiosender Beats 1 schon in seiner ersten Stunde "On Air": Da hatte Pharrell Williams' neue Single "Freedom" Weltpremiere.

 

Apples zunächst gestellte Bedingung, kein Geld für die kostenlose Probephase von drei Monaten an Plattenfirmen zu zahlen, hat zu Irritationen vor allem in der Independent-Szene gesorgt. Insbesondere britische Labels zierten sich, ein Start ohne Künstler wie Adele oder Arctic Monkeys drohte.

"Als kleine Plattenfirma mit knapper Marge kann man es sich nicht leisten, dabei mitzumachen. Sie (Anm. Apple) wollen die Nutzer von Downloads wegbewegen, was prima ist. Doch das bedeutet, drei Monate lang keine Einnahmen aus Downloads zu haben." Erklärte beispielsweise Andy Heath, Vorstand von UK Music. "Sie haben das nicht durchdacht, sie können nicht drei Wochen vor dem Start mit einem solchen Vertrag zu uns kommen". Apple sitze auf einem Riesen-Geldberg und sage zu den Plattenfirmen: 'Ihr müsst uns helfen, ein neues Geschäftsmodell zu starten'.

 

Den Anstoß für eine Änderung der Geschäftsbedingungen gab dann eine gute Woche vor dem Start ein Tweet des Country-Pop-Stars Taylor Swift. Apple sei sonst so generös und innovativ, eine dreimonatige Phase ohne Entlohnung ein Schlag ins Gesicht der Musiker, die Apple bisher so unterstützt hatte. Swift betonte dabei, sich vor allem für weniger erfolgreiche Künstler in die Bresche zu werfen - mit über sechs Millionen Verkäufen ihres Hitalbums "1989" dürfte sie wohl auf zusätzliche Einnahmen durch Streaming nicht mehr angewiesen sein. Im vergangenen Jahr hatte Swift ihren kompletten Katalog aus Spotify zurück gezogen, weil die dort per Stream generierten Einnahmen zu gering seien.

Apple passte noch rechtzeitig vor Start des Dienstes die Geschäftsbedingungen an und entlohnt die Künstler pro Stream aus eigener Tasche - so ist auch "1989" nun über Apple Music zu hören.

Die drei Kernfunktionen von Apple Music.
Vergrößern Die drei Kernfunktionen von Apple Music.
© Apple

Die Einschränkungen

Rechtlich ausgedrückt ist ein Musikabo wie Apple Music oder Spotify Premium eine auf die Dauer des Abos befristete Nutzungslizenz. Sie als Kunde haben sich die Hör-Rechte an der Musik nur ausgeliehen. Sobald Sie Ihr Abo beenden, verschwindet auch der Zugriff auf die Musik wieder. Dazu ist die Wiedergabe auf die unterstützten Geräte und Apps beschränkt. Alben aus Apple Music auf einen USB-Stick kopieren und ins Autoradio stecken, geht nicht. Sie können Musik jedoch wie gewohnt per Bluetooth oder Airplay an Lautsprecher und Audiogeräte übertragen. Beinahe ironisch, dass Apple iTunes im Jahr 2001 als Tool eingeführt hatte, um Ihre Musik von CD zu importieren, digital zu verwalten und beispielsweise Mixtapes auf CD zu brennen – oder auf den iPod zu kopieren. "Die Musik gehört Dir", sagte Apple damals.

Zukunft

Neben Apple Music gibt es einige weitere Musikangebote von Apple. Wie geht es bei diesen weiter?

iTunes Store : Apple wird weiterhin Alben und einzelne Lieder als Download verkaufen. Schließlich sind nicht alle Künstler bei Apple Music dabei und nicht jeder Nutzer will einen Abo-Dienst.

iTunes Match : Der Cloud-Dienst für eigene Musik wird zunächst bestehen bleiben. Da iTunes Match aber ohnehin in Apple Music enthalten ist, steht die weitere Zukunft dieses Produktes womöglich auf der Kippe.

iTunes Radio : Die virtuellen Radiostreams nach Genre und Geschmack bleiben erhalten, die Premium-Version davon ist Teil von Apple Music. Mit Apple Music kommt iTunes Radio zudem erstmals nach Deutschland.

Die technischen Hürden

Um Musik von Apple Music zu hören, sind einige Voraussetzungen zu erfüllen. Der Dienst funktioniert auf vielen Apple-Geräten, aber nicht auf allen. Apple Music setzt entweder ein iOS-Gerät mit mindestens iOS 8.4 (iPad 2 und iPhone 4S oder neuer) voraus oder die neueste iTunes-Version 12.2 am PC oder Mac. Linux ist hier außen vor. Dies gilt leider auch für die iPods, ausgerechnet Apples klassischer Musikplayer ist raus. Nur der iPod Touch mit iOS 8.4 kann mitspielen, alle anderen bleiben leider außen vor.

Auch das Apple TV wird nicht von Beginn an unterstützt. Erst ab Herbst soll der Dienst auf Apples Streaming-Box funktionieren, kündigte das Unternehmen an. Das Gleiche gilt für die Android-Version der App, die zugleich eine Premiere für Apple ist; die erste Android-App aus Cupertino. Aber auch diese Lösung soll erst im Herbst kommen.

Apple Music offline nutzen

Wer mit einem schmalen Datentarif unterwegs ist oder schlicht Wert darauf legt, dass der Musikstream nicht mitten im U-Bahntunnel abbricht, der hört Musik am liebsten ohne Streaming. Apple Music kann hierbei glücklicherweise helfen. Denn so lange das Abo läuft, darf man Musik beliebig herunterladen und auch lokal ohne Streaming anhören. Dies funktioniert genau so wie heute schon mit Musik von iTunes Match oder "iTunes in the Cloud": wir sehen die verfügbare Musik in der Übersicht und ein Klick auf das Cloud-Symbol startet den Download.

Apple Music am PC

Apple Music ist mit seiner Gratis-Schnupperphase von drei Monaten vielleicht auch für Nutzer interessant, die bisher noch keinen Kontakt zu Apple-Produkten hatten und reine PC-Anwender sind. Dies wird kein großes Problem. Denn Apple Music lässt sich auch mit jedem Windows-PC nutzen. Alles, was Sie dazu benötigen, ist die Apple-Software iTunes und eine Apple-ID, also ein Konto für den iTunes Store. Damit können Sie Apple Music am Rechner ausprobieren.

Was bekommen die Künstler? Streit um Probezeit

Wer leidenschaftlich gerne Musik hört, der möchte auch, dass die Musiker möglichst viel vom Umsatz abgekommen und die Gebühren nicht nur bei großen Konzernen versickern. Inzwischen ist zumindest bekannt, wie sich der Umsatz allgemein verteilt. Ähnlich wie die meisten anderen Unternehmen im Musik-Streaming-Geschäft wird auch Apple einen Großteil der Einnahmen an die Rechteinhaber weiterleiten. In den USA beträgt dieser Anteil genau 71,5 Prozent (bzw. 7,14 Dollar). Außerhalb der USA wird dieser Prozentsatz leicht variieren, im Durchschnitt mit knapp 73 Prozent allerdings sogar höher als in den USA ausfallen. Mit den 71,5 Prozent soll der Anteil, den Apple an die Musiklabels und Künstler zahlt, zwar etwas höher als bei der direkten Konkurrenz ausfallen,

Dies ermöglichte Apple in den Verhandlungen allerdings auch - zunächst - den dreimonatigen kostenlosen Testzeitraum auszuhandeln.

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