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Apple Music: Nicht unfair, sondern beliebt

28.07.2015 | 13:22 Uhr |

Nicht jeder mag Apple Music: Dass Apple die Konkurrenz vorsätzlich schädigt, ist allerdings schwer nachweisbar

Vor allem in den USA wächst Kritik an Apple Music. Nachdem der Senator Al Franken bereits das „Department of Justice“ und die „Federal TradeComission“ dazu aufforderte, eine Untersuchung gegen Apple einzuleiten , äußern sich nun auch konkurrierende Streaming-Dienste negativ über Apple.
 
Dergrößte Kritikpunkt der Mitbewerber wie Spotify und Rdio ist dabei der vorgeschriebene Anteil von 30 Prozent, den Apple von allen App-Entwicklern im App Store verlangt. Diese 30 Prozent werden nicht nur bei dem Kauf von Apps, sondern auch bei in-App Abos fällig. Für Spotify bedeutet dies beispielsweise, dass das Unternehmen von jedem Nutzer der das Premium-Abo über den iOS App Store bzw. die iOS App des Unternehmens abschließt, nicht knapp 10 US-Dollar, sondern nur ca. 7 US-Dollar pro Monat einnimmt. Dies führt dann dazu, dass die Streaming-Anbieter wie Spotify Verluste einfahren, da pro abgeschlossenem Abo auch knapp 7 US-Dollar pro Monat an die Rechteinhaber der Musik gezahlt werden müssen. Die logische Konsequenz wäre daher eine Preisanhebung der In-App-Abos auf knapp 13 US-Dollar. Mit diesem Preis wären die Dienste allerdings vor allem gegen Apple Music nicht mehr konkurrenzfähig. Darauf, dass die Abos auf der Website des Unternehmens günstiger angeboten werden, dürfen die Entwickler laut der App Store Richtlinien nicht hinweisen. Amazon hat das gegebene Problem mit der Kindle-App für iOS einfach umgangen: E-Books kann man nur über die Website erwerben und nicht aus der App heraus. Dieser Weg stünde aber auch Spotify und Konsorten offen.
 
Dass die Behörden Apple tatsächlich eine absichtliche Schädigung der Konkurrenten im Musik-Streaming-Markt nachweisen werden können, scheint unwahrscheinlich, da zudem alle Entwickler, die Ihre Apps im App Store anbieten, 30 Prozent der Einnahmen an Apple abtreten müssen.
 
Die Marktposition von Apple im Musik-Streaming Markt scheint schon jetzt stark. Neuen Zahlen zufolge, die Apple angeblich den Rechteinhabern mitgeteilt hat, soll Apple Music schon jetzt 10 Millionen Nutzer erreicht haben . Ob die Probeabos aber nach den drei Monaten in reguläre überführt werden oder ob Apple weitere Kunden hinzugewinnt, steht in den Sternen. Apple wird die Umsatzzahlen im Bereich Software & Services gut verstecken können. Spotify hat nach eigenen Angaben derzeit rund 20 Millionen zahlende Kunden.
 

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