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Apple Music: So entstehen die Playlists

19.07.2016 | 09:20 Uhr |

Mit dem hauseigenen Streamingdienst hat Apple in seiner Musik-App nicht nur einen eigenen Radio-Sender integriert, sondern bietet auch viele verschiedene Playlists mit dem Ziel an, dass die Anwender auf einfachem Wege neue Musik entdecken können. Der Entstehungsprozess solcher Playlists ist aber deutlich komplizierter als man denken könnte.

Für Streaming-Dienste, wie Apple Music, Spotify oder Google Play Music, sind Musik-Playlists wichtiger als man denkt. Jeder hört gerne seine persönliche Lieblingsmusik - aber was, wenn man neue Musik entdecken möchte? Hier kommen die Playlists ins Spiel.

Bei Apple Music gibt es zahlreiche Playlists, die für jeden Geschmack und jede Alltagssituation die richtige Musik anbieten sollen: Von Alternative über Hip-Hop und Rap bis zur Weltmusik werden sämtliche Musik-Genres abgedeckt. Wem dies zu ungenau ist, kann in Apple Music auch „Playlists für alle Fälle“ auswählen. Hier lassen sich verschiedene Szenarien aussuchen, wie beispielsweise: Arbeiten, Aufwachen, Chillen, Duschen, Frühstücken, Kochen und vieles mehr. Es existiert sogar eine Playlists fürs „Schluss machen“. Hier sollte also wirklich jeder etwas für sich finden können.

Aus Sicht der Unternehmen dienen solche Playlists zu zwei Zwecken: Einerseits soll es den Anwendern erleichtert werden, aus einem Musikkatalog von mehr als 30 Millionen Songs die für sie passende Musik zu finden. Zum anderen müssen sich die Streaming-Plattformen voneinander unterscheiden, da sie mehr oder weniger die selben Musikstücke zum Streamen anbieten.

Obwohl sich der Konkurrenzkampf lediglich im Hintergrund abspielt und für die Konsumenten gar nicht offensichtlich ist, stellt die Entwicklung einer solchen Playlists eine große Herausforderung dar. Musikgeschmack ist eben unterschiedlich und individuell. Ein Algorithmus, der ein derart komplexes System angemessen erkennen kann, muss daher erst noch geschrieben werden. Bis dahin wird diese Aufgabe von einer Gruppe elitärer Musik-Veteranen übernommen. Sowohl bei Apple, Google und Spotify sind laut Buzzfeed je rund 100 Mitarbeiter damit beschäftigt, die Playlists zu erstellen, zu benennen und zu aktualisieren.

Bei Apple Music stehen mehr als 14.000 Playlists zur Verfügung, die jeweils eine Spiellänge von ein bis drei Stunden haben. Auch die Kuratoren-Playlists, über die man unter anderem von Beats by Dr.Dre, Kontor Records oder dem Rolling Stone Magazine erstellte Playlists abrufen kann, tragen einen Teil zu dieser Großzahl an Playlists bei.

Scott Plagenhoef, einer von Apples Playlist-Kuratoren, erklärt, dass die Musik-Fans den Unterschied zwischen einem Service, der von Algorithmen berechnet wurde und einem, der auf den Erfahrungen und Musikgeschmack von Menschen beruht, deutlich erkennen. Dadurch, dass Apple auf den Musikgeschmack von echten Musik-Experten setzt, erhofft sich das Unternehmen den großen Durchbruch.

„Musik-Geschmack ist so nuanciert, es ist so persönlich“, sagt Plagenhoef. „Jemandem wirklich nahe zu kommen und zu wissen, was diese Person möchte, und letztendlich nichts Halbes und nichts Ganzes anbieten zu können, ist somit das Schlimmste, was man machen kann. Man will nicht die Art Person sein, die sagt: „Du magst Fleet Foxes, daher musst du auch Mumford & Sons mögen.“

Laut Carl Chery, Head of Hip-Hop and R&B Programming bei Apple Music, ist der  Auswahl-Prozess der Songs sehr spontan: „Es fällt schwer, das zu beschreiben. Es ist mehr ein Gefühl oder ein Instinkt. Es passiert einfach. Du sitzt da, fühlst etwas dabei und wählst es aus.“

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