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Apple News will kostenpflichtige Inhalte

27.01.2016 | 15:10 Uhr |

An der Paywall von New York Times oder Wall Street Journal ist derzeit Schluss für Nachrichtenaggregatoren. Das soll sich ändern.

Noch hat es Apple News nicht außerhalb des englischen Sprachraums geschafft, drehen sich erste Spekulationen um ein kostenpflichtiges Abo für die von Apple in seiner App aggregierten Nachrichten, Berichte und Features. Apple News werde in Zukunft mehr Artikel aufnehmen, die hinter den Paywalls von New York Times oder Wall Street Journal stehen, berichtet Reuters. Diese Artikel waren bisher allenfalls in Auszügen auf iPhone und iPad zu lesen. Das Wall Street Journal hatte zudem einige Artikel kostenfrei für Apple News aufbereitet, sieht die App aber als wichtig für seine Reichweite an. So merkt die Chief Costumer Officer Katie Vanneck-Smith gegenüber der Nachrichtenagentur an, dass der Publisher Dow Jones die Bereitstellung von Abo-Inhalten über die eigene Plattform hinaus für erfolgskritisch hält.

Details über das Handling der kostenpflichtigen Artikel seien aber noch unklar. Apple könnte einerseits aus seiner App heraus den Login der Abonnenten von WSJ und Times auf ihre Angebote zulassen - in einer Form wie es auf dem Apple TV mit den Angeboten von Netflix, Hulu und Konsorten der Fall ist. Oder Apple zieht selbst für die Anbieter die Abo-Gebühren in der App ein und behält dabei einen Anteil des Umsatzes für sich.

Apple liefert seit iOS 9 die App News an iPhone und iPad aus , die den Zeitungskiosk ersetzt. Jener war an sich nur ein spezieller Ordner, in den Verleger ihre Apps ablegen lassen konnten - auch die Macwelt hat ihre Kiosk App in den Zeitungskiosk gestellt. Die dafür konzipierten Apps sind zwar nach wie vor im App Store verfügbar, aber in iOS eben nicht mehr der spezielle Ordner. Stattdessen tritt Apple mit der News-App als Aggregator auf, Publisher können ihre Artikel für die News-App freigeben. Sofern Apple diese auch entgegen nimmt, können die Anwender sich ihr persönliches Nachrichtenportfolio nach dem Flipboard -Prinzip zusammenstellen. Mehr als 50 Publisher nehmen an Apple News teil, das derzeit nur in USA, UK und Australien funktioniert. Die Reaktionen auf Apple News sind von Verlegerseite her bislang aber eher skeptisch.

Vor nunmehr fast fünf Jahren hat Apple zusammen mit der News Corp. des Großverlegers Rupert Murdoch das Projekt "The Daily" vorgestellt, das nach den Willen der Beteiligten die Tageszeitung in das 21ste Jahrhundert überführen sollte. The Daily schrieb aber von Anfang an Verluste, die an sich kostenpflichtigen Artikel waren auch kostenlos im Netz zu lesen und die journalistische Kompetenz des Boulevardblattes ließ zu wünschen übrig. Nach nicht ganz zwei Jahren folgte daher das Aus für The Daily .

Apple News kann man auch auf hiesigen iPhones und iPads nutzen, man muss jedoch die Sprache auf englisch und die Region auf USA, UK oder Australien umstellen, dann wird die mit iOS 9 mit installierte App aktiv.

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