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iOS für die Schule mit Mehrnutzerverwaltung, flexiblen Apple IDs

12.01.2016 | 14:01 Uhr |

"Coming soon" verspricht Apple auf der neuen Bildungsseite. Dabei sind durchaus interessante Funktionen, die auch im Alltagsgebrauch nützlich sein können.

Apple ist kein Fremder im Bildungsbereich, insbesondere in den USA. Noch vor drei Jahren hat das Unternehmen in New York ein Event eigens für den Bildungsbereich veranstaltet, dabei startete die Lern-Plattform iTunes U. Dazu hat Phill Schiller iBooks Author vorgestellt, ein Layoutprogramm, gedacht für das Erstellen digitaler Schulbücher. Mittlerweile ist um iBooks Author stiller geworden, aber iTunes U ist ein fester Teil des iTunes-Angebots: Sucht man nach "Englisch" oder "Swift" und klickt auf iTunes auf "Mehr", lassen sich dort unzählige Kurse diverser Unis abrufen und in der entsprechenden App speichern.

Nun will Apple nicht nur mit Inhalten punkten, sondern Lehrern und Schülern entsprechende Tools an die Hand geben. Wohl nicht zufällig hat Apple die neue Infopage gleichzeitig mit der iOS 9.3 Beta 1 veröffentlicht und stellt darauf neue Funktionen vor, die sich primär an die mobile Geräte richten, vor allem iPads.

Geteilte iPads

Dank der neuen Funktionen werden vor allem Schulen Kosten sparen, weil sie nicht jeden Schüler mit einem eigenen iPad, sondern jeden Platz in der Schule mit iPads ausstatten können. Nach Apples Vorstellungen sollte sich jeder Schüler an einem beliebigen iPad mit seiner eigenen ID anmelden und sofort die Inhalte, ja auch die richtigen Seiten in einem Lehrbuch geöffnet haben. Dafür wird Apple wohl neben der herkömmlichen Apple ID noch einen zusätzlichen Anmeldemechanismus vorstellen, eine "Photo ID". So können die Schüler die iPads schneller finden, an denen sie sich schon mal angemeldet haben. Für die Grundschüler wird es eine vereinfachte Anmeldung mit vier Zahlen statt eines Passworts geben. Die Funktionsweise erinnert sehr stark an die Verwaltung von mehreren Nutzern an einem Mac. Diese Option ist auch für den privaten Gebrauch sehr interessant, so könnte man das iPad für die Kinder einrichten, ohne dabei die eigenen Kontakt-, Adress- oder Mail-Daten preis zu geben.

Verwaltbare Apple IDs

Wie eine normale Apple ID lässt diese Schul-Apple-ID auf die Inhalte in der iCloud zugreifen, die Kurse in iTunes U abonnieren, dazu haben die Schul-Admins mehr Möglichkeiten zur Verwaltung. So können sie mehrere von solchen IDs für eine neue Klasse erstellen, Passwörter leicht zurücksetzen  oder Verwaltungsrollen erteilen. Als Grundlage für die neuartigen Apple IDs liefert Apple an die Admins eine Verwaltungs-Plattform "Apple School Manager". Neben Schüler- und Lehrer-Konten sollen die IT-Mitarbeiter in der Schule die einzelnen iPads einrichten, Apps und Bücher einkaufen und verteilen sowie die Kurzmaterialien zu einem iTunes-U-Inhalt zusammen bauen. Ob sich solche Schul-Apple-IDs auch privat nutzen lassen, ist momentan nicht klar.

Klassenzimmer auf dem Mac

Für Lehrer hat Apple auch eine Extra-App vorbereitet. Somit verschwindet wohl für faule Schüler jede Möglichkeit, unbemerkt auf dem iPad Spiele zu zocken, denn mit der Klassen-App kann der Lehrer jede Zeit nachschauen, was der einzelne Schüler auf seinem iPad aufgemacht hat. Hat der Lehrer festgestellt, dass statt einer Wikipedia-Seite die Abfrage nach dem Kinoprogramm in Safari läuft, kann er vom Pult aus die App beenden. Auch Referate, Präsentationen oder Gruppenarbeiten lassen sich ohne langwieriges Umstecken von Adaptern halten: Der Lehrer streamt die Inhalte von jedem beliebigen iPad auf ein Bildschirm. Hierfür ist jedoch noch das Apple TV notwendig.

Fazit

Dass Apple den Bildungsbereich ernst nimmt, haben weder Steve Jobs noch Tim Cook verheimlicht. Bis jetzt sind Apples Versuche aber entweder komplett versandet oder nie so richtig durchgestartet, wie Apple dies gerne hätte. Längst hat noch nicht jedes Schulkind in den USA und anderswo ein leichtes iPad statt vieler schwerer Bücher im Schulranzen. Grund ist wohl vor allem, dass hier mehr Initiative von Lehrern, Schulen und Verlagen (wie im Fall von iBooks Author) gefragt wäre. Apple stellt die Tools bereit, die anderen sollten die Inhalte liefern.

Mit den neuen Schul-Tools von iOS 9.3 ändert sich die Situation – Apple bohrt das eigene iOS auf und gibt den Schulen ein komplettes digitales Klassenzimmer an die Hand, zwar sind auch hier die entsprechenden Bücher oder Apps notwendig, die Verwaltung, Prüfung von Kenntnissen wird digitalisiert und soll so die Apple-Produkte für den Schuleinsatz schmackhaft machen.

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