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Apple-Spitzenmanager belastet Microsoft

03.11.1998 | 00:00 Uhr |

"Microsoft scheut sich nicht, sein Betriebssystem-Monopol und seine Dominanz bei Anwendungsprogrammen für den Versuch zu nutzen, Mitbewerber zu eliminieren."
Avie Tevanian, Apple Computer

Die, für Montag geplante Aussage von Avie Tevanian, Software-Entwicklungschef von Apple, im Antitrust-Prozess gegen Microsoft wurde verschoben. Worum es im einzelnen geht, ist schon aus einer am Freitag veröffentlichten Erklärung ersichtlich - und birgt viel Stoff, der die Anschuldigungen gegenüber Microsoft, mit seiner Monopolkraft Mitbewerber über Maßen unter Druck gesetzt zu haben, bestärkt. In der schriftlichen Erklärung Tevaians, die vom US-Justizministerium der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, geht es unter anderem um Details der Abmachung, nach der Apple den Internet Explorer von Microsoft als Standard-Webbrowser auf seinen Macintosh-Rechnern vorinstalliert.
Tevanian zufolge wurde in einem im August 1997 unterzeichneten Vertrag festgelegt, daß Apple den Internet Explorer für fünf Jahre vorinstalliert. Zwar darf auch das Konkurrenzprodukt Netscape Navigator gebundelt werden, doch der Vertrag legt fest, daß dieser in der Standardinstallation nicht auf der Schreibtischoberfläche des Betriebssystems auftauchen darf. Im Gegenzug erklärte sich Microsoft bereit, Office für weitere fünf Jahre in einer Mac-Version zu entwickeln und erwarb für 150 Millionen Dollar nicht stimmberechtigte Apple-Aktien. Laut Tevanian entwickelte sich die Vorgeschichte der Vertragsunterzeichnung wie folgt:

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