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Tim Cook spricht mit EU-Kommissarin über Steuern

22.01.2016 | 11:01 Uhr |

Apple will eine Steuernachzahlung in Milliardenhöhe in Irland verhindern. Tim Cook verhandelt daher mit Brüssel.

Apple-CEO Tim Cook hat sich gestern mit der EU-Kommissarin für Wettbewerb Margrethe Vestager in Brüssel getroffen, um über den Steuerfall zu diskutieren, in dem Apple angeblich bis zu 8 Milliarden US-Dollar Nachzahlungen drohen. Apple erzielt 60 Prozent seiner Umsätze außerhalb der USA und muss nach Berechnungen von Finanzexperten auf die erzielten Gewinne nur 1,8 Prozent Steuern  zahlen. Besonders profitiert Apple von einem Steuerabkommen in Irland – Apple unterhält seinen europäischen Hauptsitz schon seit Jahrzehnten in Cork . Die EU will Irland angeblich dazu zwingen, bis zu 10 Prozent zu erheben, auch andere Steuerdeals sind im Visier der Behörden geraten. So profitiert etwa Amazon von niedrigen Steuern in Luxemburg und die Niederlande ermöglichen mit ihrer Steuergesetzgebung, dass die Kaffeehauskette Starbucks sich in anderen EU-Ländern arm rechnen kann .

Gegenüber Bloomberg hat Apple das Gespräch mit Vestager zwar bestätigt , verrät aber nichts über dessen Inhalt. Tim Cook hat lediglich in einem Tweet angemerkt, dass Apple in der EU 1,4 Millionen Arbeitsplätze geschaffen habe.

Unterstützung erhält Apple nicht nur von der irischen Politik, auch der Finanzausschuss des US-Senats fordert den US-Finanzminister auf, auf die EU-Kommission einzuwirken, damit Apple einer Nachzahlung und höheren Steuern entgehe. Der irische Ministerpräsident Enda Kenny hat ebenso gestern Vorwürfe zurückgewiesen, die Republik Irland sei eine Steueroase. Konkret verteidigte er das Abkommen mit Apple, das im Gegenzug zu den Vergünstigungen abertausende Arbeitsplätze im Süden der Republik geschaffen habe.

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