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iTunes-Erfinder soll Apples TV-Projekt leiten - Lizenzprobleme

26.10.2011 | 07:18 Uhr |

Die Frage lautet nicht mehr, ob Apple ein integriertes TV-Gerät mit Internetzugang bringen wird, sondern, wann das Fall ist

Apple TV
© Apple

Piper-Jaffray-Analyst Gene Munsters sieht Apple sich bis Ende 2012 Zeit lassen, Jobs-Biograph Walter Isaacson berichtet von einem Durchbruch, den der verstorbene Apple-Gründer noch vor seinem Tode erreicht haben will. Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg will nun auch auf die Frage "Wer?" die Antwort wissen: Die Entwicklung des Apple-Fernsehers soll der Softwareingenieur Jeff Robbin leiten, der für Apple iTunes entwickelt hatte. Laut Walter Isaacson habe Steve Jobs von einem TV-Gerät gesprochen, das "total einfach" zu bedienen sei, sich "nahtlos mit alle deinen Geräten und iCloud" synchronisiere und über die "simpelste Benutzeroberfläche, die man sich vorstellen kann" verfüge.

Robbins war im Jahr 2000 zu Apple mit gestoßen, als der Mac-Hersteller Soundjam, Entwickler der gleichnamigen Jukeboxsoftware, übernahm. Aus Soundjam wurde schließlich iTunes, das Zentrum von Apples Mediendistribution und -verwaltung. Wie unsere Kollegen von Macworld UK berichten, soll Robbin seinerzeit Steve Jobs davon überzeugt haben, iTunes auch kompatibel zu Windows zu machen - im Rückblick eine der klügsten Entscheidungen Apples.

Jean-Louis Gassée , führender Apple-Manager aus der Frühzeit des Unternehmens, hält das Konzept eines Apple-TV-Geräts für "aufregend" und es für "offensichtlich, dass es kommen wird". Die einfache Benutzeroberfläche, von der Jobs sprach, könnte mit dem Sprachassistenten Siri zusammenhängen. Schöne Vorstellung: Man spricht seinen Fernseher an: " Siri , zeig mir mal was Interessantes und spannendes im TV" - und Siri antwortet: "Tut mir leid, ich konnte nichts Interessantes im Fernsehen finden. Lies doch mal ein Buch."

Während auf technischer Seite die größten Hürden überwunden scheinen, könnten Lizenzierungsprobleme die Premiere des Apple TV verzögern. Der Analyst Shaw Wu sieht Probleme aus der gewünschten Einfachheit des Angebotes entstehen. Während im iTunes Store Anwender derzeit für jeden Download und für jeden Serien-Pass extra zahlen, soll der Apple-Fernseher nur eine einmalige Monatsgebühr kosten und der Anwender sich das Programm selbst zusammenstellen können. Dies sei in Sachen Lizenzierung "wesentlich komplizierter" merkt Wu an. Apple könne jedoch darauf spekulieren, dass der von Netflix, Hulu, Youtune und iTunes selbst ausgelöste Druck auf die Betreiber von Kabelnetzen und Satellitensendern diese zu Lizenzierungen für den Apple-Fernseher treiben könnte. Wolle Apple auf Fernsehen über das Internet setzen (IPTV) entstünde noch mehr Druck auf Apples Rechenzentren und das Netz im Allgemeinen, führt Wu weiter aus. Netflix verbraucht derzeit etwa 20 Prozent der gesamten Internetbandbreite in den USA.

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