Apple TV in der Cloud
Neues Apple TV für 99 Dollar als Streaming-Gerät
Apple wird das Apple TV laut Berichten völlig neu konzipieren. Es soll statt einer Festplatte bald nur noch ein wenig Flash-Speicher besitzen und die Inhalte aus dem Web laden.
Zwar konnte Apple in den letzten zwölf Monaten seine Umsätze für Apple TV gegenüber dem Vorjahr verdreifachen, aber die Konkurrenz schläft nicht. Jetzt entscheidet sich, ob das Apple TV auch weiterhin ein nettes Nebenprodukt bleibt oder Apple ernsthaft in den Markt einsteigt. Ein neues Konzept könnte das Gerät beleben. Gerüchte sprechen von einem neuen Apple TV mit 16 GB Flash-Speicher und iPhone-OS für 99 US-Dollar.
Steve Jobs hatte am 12. September 2006 das erste AppleTV vorgestellt. Seitdem wurden dem Gerät einmal mehr Speicher und zweimal große Software-Upgrades verpasst. Der "iPod für den Fernseher" sollte die Lücke zwischen TV und Computer schließen und unterstützt mittlerweile auch Youtube, die Ausleihe von HD-Videos und Fotogalerien von Webdiensten wie Mobile Me und Flicker. Aber mit mageren 160 GB Festplattenspeicher und iTunes-Video-Streaming, das nur funktioniert, wenn auch der Computer läuft, hat das Apple TV schon wieder harte Grenzen erreicht.
Alternativen zu AppleTV
Letzte Woche kündigte Google GoogleTV an. Mit der handlichen Geräteform hört die Ähnlichkeit zum Apple TV aber auch schon auf. Im Gegensatz zu Apples beschränkter Festplattenlösung bietet Google TV eine Lösung zwischen Internet und Fernseher: Statt vorhandene Inhalte in Wiedergabelisten zu finden, gibt der Kunde frei ein, was er sehen will und GoogleTV schlägt vor, wo das Video online bezogen werden kann, wie zum Beispiel von Amazon, HuluBlu oder anderen Online-Diensten. Da GoogleTV hauseigenes Mobile-Betriebssystem Android einsetzt, laufen auch Smartphone-Apps und Flash-Spiele. Google hat mit einigen TV-Herstellern ein Abkommen getroffen, wonach GoogleTV direkt n den Fernseher eingebaut wird und keinerlei Zusatz-Hardware benötigt wird. Optional gibt es die Technik auch als Settop-Box.
Die Einrichtung eines Mediaplayers, der die multimedialen Inhalte eines PCs am Fernseher und der Stereoanlage abspielen soll, ist in den meisten Fällen nicht gerade trivial. Ganz anders verhält sich das bei Apples Lösung. Es erweist sich dabei als hilfreich, wenn der Hardwarehersteller des Mediaplayers dessen Funktionalität an eine Software bindet, die er auch herstellt. Da Apple TV in vielen Fällen nicht per Kabel - einen entsprechenden Ethernet-Anschluss hat das Gerät zwar -, sondern per WLAN mit dem Gespann aus Mac (oder Windows-PC) und iTunes kommuniziert, sind beim einmaligen Setup ein paar Schritte zu vollziehen, damit die Verbindung und somit die eigentliche Funktion des Geräts sichergestellt ist.
Apple TV synchronisiert seine Festplatte mit einem Mac oder Windows-PC und kann die Bibliotheken von bis zu fünf weiteren PCs via Streaming nutzen.
Während die erste Version des Mediaplayers mit einer 40-Gigabyte-Festplatte ausgestattet war, bietet Apple das Gerät heute auch mit 160 Gigabyte an. Nach zunächst zögerlichem Verkaufsbeginn vor etwa einem Jahr erweiterte Apple die Funktionalität des Players im Mai 2007 um das Abspielen von You-Tube-Filmen. Einen Schub im Verkauf erwartet man durch die aktuelle Version 2 der Apple-TV-Software. Mit aufgepepptem Interface und (aktuell nur in den USA) der Option, Filme auszuleihen und wahlweise sogar in HD-Qualität am heimischen Fernseher abzuspielen, sollen die Verkäufe des 299 (40 GB) respektive 399 Euro (160 GB) teuren Geräts angekurbelt werden. Die Updates werden an Apple TV übrigens ganz einfach über das Internet geladen, wie an einem Mac auch. Volker Riebartsch
Netflix hingegen setzt auf eine Lösung ohne eigene Hardware. Zwar ist das Hauptgeschäft von Netflix immer noch der Verleih von Blu-rays und DVDs, aber die Firma traf Abkommen mit Herstellern von DVD-Spielern und Spielkonsolen, so dass im kostengünstigen Abonnement der Anwender Internet-Videos von Netflix streamen kann. Auch Hulu soll angeblich aufs gleiche Pferd setzen: Laut Gerüchten will Hulu Pläne anbieten, dass für zirka zehn US-Dollar der Kunde beliebige Filme via Web-Browser auf Computer, iPad oder ähnliche Geräte laden kann.
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