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Tim Cook: Apple TV nächste Woche

20.10.2015 | 14:47 Uhr |

In einem Interview auf der „Wall Street Journal Digital Live Conference“ verkündete Apple-CEO Tim Cook Neuigkeiten zum neuen Apple TV. Zudem diskutierte er eine Vielfalt an Fragen bezüglich des iPhones, der Apple Watch und Apple Music.

Das erste große Thema im Interviews mit dem WSJ ist die Apple Watch. Dass Apple bis jetzt noch keine offiziellen Verkaufszahlen zu der Uhr bekannt gab, hat laut Cook einen bestimmten Grund:

„Wir geben keine Zahlen bekannt. Das wären Informationen für die Konkurrenz und ich möchte der Konkurrenz nicht helfen. Wir haben eine Menge im ersten Quartal verkauft, im zweiten Quartal waren die Verkaufszahlen sogar noch besser. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass wir in diesem Quartal sogar noch mehr verkaufen werden.“

Bezüglich der Zukunft der Apple Watch verriet Cook, dass möglicherweise das größte Verbreitungspotential der Gesundheitsaspekt sei:

„Die Leute lieben den Gesundheits- und Fitnessaspekt der Uhr. Für mich war das schon immer klar. Der Gesundheitsaspekt hat noch einen vielversprechenden Weg vor sich.“ ( Lesetipp: Die Apple Watch als Fitnesshelfer )

Ob jemals eine Apple Watch auf den Markt kommen würde, die unabhängig von einem iPhone bedient werden kann, wollte Cook nicht verraten.

Cook über das iPhone:

Im Gespräch sollte Cook unter anderem erklären, wie Apple seine Innovationen beschleunigen könne und warum sich der iPhone-Hersteller an seinem Release-Schema mit einer S-Generation alle zwei Jahre festhalten will. Daraufhin entgegnete Cook, dass das iPhone 6S mindestens genauso innovativ sei, wie zuvor das iPhone 6 und dass Apple einem gewissen Druck ausgesetzt sei, jedes Jahr aufs Neue Innovationen vorzeigen zu können.

...über Apple Music:

Zum Thema Apple Music konnte der CEO offizielle Zahlen zum Musik-Streaming Dienst nennen: Laut Cook habe Apple Music bis jetzt 6,5 Millionen Kunden , die dafür zahlen. Im Vergleich zu Spotify ist dies aber noch wenig. Der schwedische Streaming-Dienst kann eine zahlende Kundschaft von rund 20 Millionen Anwendern vorweisen - hat aber auch acht Jahre Vorsprung im Markt. Gleichwohl verriet Cook, dass die Anwender das Menschliche an der Apple-Plattform so lieben würden - und erklärt das am eigenen Beispiel: Bevor es Apple Music gab, habe er sich in einer Art Sackgasse befunden, indem er immer und immer wieder dieselben Songs gehört habe.

...über Apple TV:

Als nächstes diskutierte Cook das Apple TV und gab sogar einen offiziellen Verkaufsstart bekannt: Das neueste Gerät der vierten Generation wird ab nächster Woche zu kaufen sein . Zudem bezeichnete Cook die momentane TV-Industrie als „schrecklich und zerrissen“ und erklärte, dass diese „wieder aufgebaut und modernisiert“ werden müsse. „Der Startschuss wurde abgefeuert“, sagte Cook. Was das für einen in der Gerüchteküche kolportierten Streaming-TV-Dienst von Apple bedeutet, bleibt natürlich in der Schwebe.

...über die Automobilindistrie:

Natürlich wurde Cook auch zum Thema „Auto“ befragt. Schließlich existiert seit einiger Zeit das Gerücht, dass Apple noch bis zum Ende dieses Jahrzehnts mit in das Automobilgeschäft einsteigen soll. Daraufhin ging Cook nicht tief ins Detail, sondern fokussierte sich mehr auf die bereits existierende CarPlay Plattform:

„Was ich sehe, wenn ich die heutigen Autos betrachte, ist die Tatsache, dass Software ein immer wichtigerer Teil des Autos der Zukunft wird. Selbstständig fahrende Autos gewinnen immer mehr an Bedeutung. Es scheint so, als stünde ein gewaltiger Wandel in dieser Industrie bevor. Wir wollen, dass die Leute eine „iPhone-Erfahrung“ in ihrem Auto haben. Wir achten auf sehr vieles. [...] Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Aber ich denke, dass der Industrie eine gewaltige Wendung bevorsteht, nicht nur entwicklungsmäßige Veränderungen. " Ein Dementi klingt anders .

...über Privatsphäre

Eine weitere Frage bezog sich auf die Privatsphäre und Apples Beziehung mit der Regierung. Cook erklärte, dass Apple keine Abstriche in Sachen der Kundenerfahrung machen würde, um Kosten zu sparen. Allerdings bemerkte er gleichzeitig, dass Apples Verpflichtung zur Wahrung der Privatsphäre nicht bei Features wie Ortung von Standorten und dem Analysieren von Fotos wirken könnten:

„Wir machen keine Abstriche bei der Erfahrung der Kunden. Unserer Ansicht nach, kann man beides haben. Wir denken, dass Verschlüsselungen ein absolutes Muss in der heutigen Zeit ist. Da darf es keine Hintertüren geben. Man kann keine Hintertüren für die „Guten“ haben. Jegliche Art der Hintertür ist auch eine Gelegenheit für die „Bösen“. Niemand sollte sich zwischen Privatsphäre oder Sicherheit entscheiden. Wir sollten schlau genug sein, um beides zu haben.“

Trotz der Auslegung seitens des Interviewers, dass solche Hintertüren ein Weg zur Verbrechensbekämpfung sein könnten, verteidigte Cook seine Position, dass es keinen Grund dafür gäbe:

„Wenn es einen Weg geben würde, nur die „bösen“ Leute zu enttarnen...das wäre eine großartige Sache. Die Realität sieht aber leider anders aus.“

...über Apples Rolle in der Gesellschaft

Das letzte Thema des Interviews drehte sich rund um Apples Rolle im öffentlichen Leben. Cook erklärte, dass das Unternehmen sich vor allem für die Umwelt , Menschenrechte , Ausbildung und mehr einsetze. Laut Cook sei es für ihn so wichtig, eine Rolle in der Öffentlichkeit einzunehmen, da „die Regierung nicht gut läuft“:

„Wir sind ein globales Unternehmen, also denke ich, dass wir die Verantwortung tragen, ein Vorbild zu sein. Jede Generation hat das Problem, Leute mit gebührendem Respekt zu behandeln. Das ist so bizarr. Ich habe gesehen, wie dieser Zustand gewachsen ist, auch heute. Und ich würde gerne meinen Beitrag zur Beseitigung dieses Zustands leisten. Weil ich denke, dass die Welt ein so viel besserer Ort sein wird, wenn wir die Leute anständig und mit menschlichem Respekt behandeln. Wir wollen etwas zurückgeben. Unsere Kultur ist es, die Welt besser zu verlassen, als wir sie vorgefunden haben.“

Daraufhin gab er Steve Jobs als seine Inspirationsquelle an, was die Verbesserung des öffentlichen Lebens betrifft:

„Steve hat Apple gegründet, um die Welt zu verändern. Das war seine Vision. Er wollte jedem den Zugang zur Technik ermöglichen und jeden befähigen, sie zu nutzen. [...] Das ist immer noch unser Ziel.“

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