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Die neuen Macs im Jahr 2012

09.01.2012 | 10:18 Uhr |

Zwei für Apple-Produkte relevante Ereignisse stehen bei Intel im Jahr 2012 an: Ein neuer Sandy-Bridge-Server-Chip und die Ivy-Bridge-Plattform. Das hat unmittelbare Folgen für Apples Rechner.

2012 wird wieder ein spannendes Mac-Jahr. Intels Technologiewechsel auf die Ivy-Bridge-Architektur dürfte in den meisten Produktkategorien für interessante neue Modelle sorgen.

Mac Pro

Ein neuer Mac Pro ist längst überfällig. Die aktuelle Version hat Apple bereits im Juli 2010 vorgestellt, damit ist das System bereits eineinhalb Jahre unverändert auf dem Markt. Es gibt Gerüchte, dass Apple den Mac Pro ganz einstellen wird, doch wir glauben nicht daran. Auch wenn der Mac Pro nicht zu Apples Kassenschlagern zählt, der Mac-Hersteller kann es sich allein schon aus Prestige-Gründen nicht erlauben, das High-End-Workstation-Segment komplett aufzugeben. Und so wird die Menschheit im Jahre 2012 einen überarbeiteten Mac Pro im neuen Design zu sehen bekommen.

Basierend auf dem Serverchip Xeon E5 von Intel und dem dazu passenden Chipsatz mit dem Code-Namen " Patsburg " dürfte der neue Mac Pro zum schnellsten Mac aller Zeiten avancieren. Der Xeon E5 kommt mit der Sandy-Bridge-Architektur und wird im 32-Nanometer-Prozess hergestellt. Er arbeitet mit bis zu acht Rechenkernen und ist mit den Intel-Technologien Turbo Boost und Hyperthreading ausgerüstet. Des Weiteren ist der Chip Dual-CPU-fähig, ein Mac Pro mit insgesamt 16 Rechenkernen dürfte damit erstmals Realität werden. Apple wird jedoch auch Konfigurationen mit nur einem Chip, also acht oder sechs Rechenkernen anbieten.

Der neue Chipsatz bietet einige Besonderheiten. Neben den üblichen SATA-Anschlüssen (es kommt erstmals SATA 3 mit bis zu sechs Gigabit pro Sekunde im Mac Pro zum Einsatz) bietet Intel auch Patsburg-Versionen mit SAS-Anschlüssen an. Damit kann man SAS-Festplatten direkt über den Chipsatz betreiben. Diese speziell für Server ausgelegten Laufwerke sind sehr robust, langlebig und deutlich schneller als herkömmliche SATA-Festplatten. Ob Apple sie allerdings im Mac Pro tatsächlich einsetzten wird, ist fraglich, denn sie sind auch deutlich teurer.

Neben neuen Prozessoren und Chipsätzen wird der Mac Pro auch mit aktuellen Grafikkarten ausgerüstet werden. Gerüchte besagen, dass Apple hierbei weiter-hin auf AMD-Grafikchips setzen wird und eventuell sogar die noch nicht offiziell vorgestellte Reihe AMD Radeon HD 7900 (Code-Name "Tahiti") verwenden wird. Erste Hinweise darauf finden sich in der Betaversion von OS X 10.7.3, die mit passenden Treibern ausgestattet ist.

Spannender dürfte jedoch sein, wie Apple das Problem des Thunderbolt -Anschlusses auf der PCI-Grafikkarte lösen wird. Thunderbolt liefert die Signale für bis zu zwei 30-Zoll-Displays. Damit ist klar, dass der Anschluss auf der Grafikkarte vorhanden sein muss. Apple wird vermutlich sogar zwei Thunderbolt-Ports für bis zu vier Displays am Mac Pro bereitstellen.

Daneben dient der Anschluss aber auch als High-Speed-Verbindung für externe Peripheriegeräte, wie zum Beispiel Festplatten oder Raid-Systeme. Wenn Apple die Thunderbolt-Anschlüsse ausschließlich über die Grafikkarte nach außen führt, muss der Mac-Hersteller spezielle Grafikkarten entwickeln, auf denen der Thunderbolt-Chip Platz findet. Das ist teuer und bedeutet, dass man die Grafikkarte weiterhin nicht gegen Standardmodelle aus dem PC-Markt austauschen kann. Zumindest nicht, ohne die Thunderbolt-Funktionalität zu verlieren. Gerüchte weisen auf ein komplett neues Gehäusedesign für den Mac Pro hin. Kompakter und leichter soll er werden. Vermutlich kommt nur noch ein Einschub für optische Laufwerke zum Einsatz, das spart schon mal Platz. Viel mehr Miniaturisierung wird beim Mac Pro jedoch nicht machbar sein. Die Serverchips, PCI-Steckplätze und die diskrete Grafikkarte brauchen Raum und ausreichend Kühlung.

Der neue Mac Pro kommt im ersten Quartal 2012 auf den Markt. Im Gespräch ist der Januar, doch Intel hat aktuell noch Probleme mit der Produktion der zugehörigen Chipsätze. Es könnte also Februar oder März 2012 werden, bis ein neuer Mac Pro im Macwelt-Testcenter ankommt.

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