Scott Forstall, ehemals Chef für iOS: gefeuert. Richard Wiliamson, verantwortlich für Apples Karten-App: gefeuert. Das zeigt schon, dass Apple mit dem aktuellen Stand des mobilen Systems keineswegs zufrieden ist. Interne Streits über grundlegende Designentscheidungen, dann das so genannte „Kartendesaster“, Apples Patzer mit der eigenen Kartenanwendung, die unzuverlässig navigiert und viele Datenlücken aufweist.
Neue Köpfe sollen jetzt aufräumen und dafür sorgen, dass iOS Apples Qualitätsstandards einhält. Ein Mann steht besonders für die anstehende Veränderung in iOS: Chefdesigner Jonathan Ive. Er besteht auf minimalistischem, klarem Design. „Skeuomorphismen“ wie die stilisierten Nähte und Abreißblätter in der Notizen-App lehnt er strikt ab. Das wird die nächsten iOS-Versionen prägen und vor allem Apples eigene Apps und die iOS-System-Apps deutlich verändern.
Auf dem iPhone findet sich die Einstellung für die Mail-Signaturen unter "Mail, Kontakte und Kalender".
Zum Tipp "Getrennte Signaturen"
Foto: ©Halyna Kubiv
Auf dem iPhone findet sich die Einstellung für die Mail-Signaturen unter "Mail, Kontakte und Kalender".
Umlaute bei der deutschen Tastatur findet man in der Einstellung "Sprachen".
Wörterbuch für iBooks und Safari kann man beim Antippen eines Wortes herunterladen.
Verlinkte Signaturen kann man aus einer empfangenen Mail kopieren und für weiteren Gebrauch verwenden.
Lieblingssong als Wecker stellt man über Wecker-Optionen ein.
Postfächer in Mail sind jetzt flexibel, sie kann man nach eigenem Wunsch einordnen.
Fotos mit Mail kann man jetzt direkt aus der Mail verschicken.
Ein iCloud-Kalender können andere abonnieren.
Nach dem Umstieg auf iOS lädt Facebook automatisch alle Kontakte in die Kontakte-App.
iPod synchronisieren
Die Probleme mit WLAN-Synchronisation zwischen einem iPod und dem Rechner behebt man in iTunes.
Entwickler-Ansicht für mobile Webseiten
Safari 6 auf dem Desktop bieten einen Entwickler-Ansicht für mobile Webseiten.
Geführter Zugriff auf eine App
Mit der Option "Geführter Zugriff" kann man einige Bereiche in der App aussperren.
App-Suche auf dem iPhone
Seit iOS 6 kann man in den Suchergebnissen auch App-Ordner nachschauen.
Podcasts aus dem gesperrten Bildschirm steuern
Die Steuerung der Podcasts aus dem Sperrbildschirm hat sich ein wenig geändert.
Mehr Safari-Tabs auf dem iPad
Grenzenlos surfen: Die Beschränkung von acht Tabs ist für das iPad aufgehoben.
iPhone mit Earpod-Tasten steuern
Die Earpods bringen eine rudimentäre Steuerung einzelner Apps.
Persönlicher Hotspot für alle Netze
Selbst die Prepaid-Karten können jetzt mit dem iPhone Internet-Verbindung freigeben.
Neue Designsprache
Wenn Ive seinen Kopf durchsetzt, werden wir viele gewohnte Designelemente in Zukunft nicht mehr sehen. Das iPad-Adressbuch im Stile eines gebundenen Buches wird es dann in der Form nicht mehr geben. Gleiches gilt für Anlehnungen in den Notizen oder dem Kalender. Jonathan Ive vertritt den Standpunkt, Design folgt der Funktion, nicht einem gewohnten Anblick beispielsweise dem eines Buches.
Ive hat einige Inkonsistenzen vor sich liegen. Zwar wachsen OS X und iOS unübersehbar zusammen, teilweise trennen sich die Wege auch wieder. So hat Apple im neuen iTunes 11 die Blätteransicht Coverflow gestrichen, in iOS 6 ist diese aber immer noch Standard in der Queransicht. Hier wird Apple eine neue Lösung finden müssen.
Was wir uns von Apple wünschen
Einer der Wünsche, die wir am häufigsten hören: Mehrere Benutzer auf dem iPad verwalten
Das iPad ist oft Familienunterhalter und geht durch viele Hände. Hier wäre es sehr hilfreich, mehrere Benutzer anlegen zu können. So hätte jeder im Haushalt seine eigenen Einstellungen und seine eigenen Apps. Aktuell kann man nur Kindersicherung oder „Einschränkungen“ konfigurieren.
Familien-iPad: Android bietet mit neueren Versionen bereits Tablets für mehrere Benutzer. Apple darf sich hier gerne inspirieren lassen und das iPad so zu einem noch besseren Heimunterhalter machen.
Neue Funktionen
Apple hat Nachholbedarf bei Echtzeitinformationen. Das iPhone ist die zentrale Infozentrale für den Nutzer, dem muss Apple mehr Rechnung tragen. Noch immer verbergen sich Inhalte und Informationen nur auf Abruf in Apps, Ausnahmen sind nur Wetter und Aktienkurse in der Mitteilungszentrale. Direkte Informationen im Sperrbildschirm? Die wichtigsten Umgebungsinfos auf einen Blick? Gibt es nicht. Konkurrent Android zeigt mit Google Now, dass es mittels Standort und Internetverbindung ganz einfach ist, jederzeit Wetter, Fahrplan nach Hause oder was gerade sonst in der Umgebung wichtig ist, auf einen Blick zu zeigen, ohne dass man gezielt danach suchen muss. Dies basiert zwar auf einer Mischung aus Nutzungsdaten und vielen angeschlossenen Infoquellen, kann den Alltag aber deutlich erleichtern. Das Smartphone weiß schon, welche Information gerade wichtig ist, ob unterwegs im Auto oder verirrt am Flughafen. In Zukunft wird der Sperrbildschirm mehr Infos als nur die Uhrzeit, den laufenden Musiktitel und verpasste Nachrichten preisgeben können.
Baustelle Maps
Das ambitionierte Projekt, Google Maps in relativ kurzer Zeit gleichwertig zu ersetzen, ist offensichtlich gescheitert. Eddy Cue, Apples Chef für Internetdienste, soll dies jetzt nachträglich korrigieren. Dabei gibt es viel zu tun. Der Partner Tomtom soll Wegpunkte im Material korrigieren, dazu gilt es, Inhalte aus anderen Quellen sauber und so vollständig wie möglich einzubauen und zu ergänzen.
Siri wird schlauer
Mit dem Update auf iOS 6 hat auch Siri dazugelernt: Neben neuen Sprachen wie Spanisch oder Chinesisch kann Siri jetzt Sportergebnisse anzeigen, aktuelle Filme in der Umgebung empfehlen oder sogar einen Tisch in einem Restaurant reservieren. Trotz dieser Neuerungen trägt die Funktion aber immer noch die Bezeichnung „Beta“ – Apple ist also noch nicht zufrieden. Dies könnte der Tatsache geschuldet sein, dass Siri noch keine eigene vernünftige Lösung zur semantischen Erkennung der Sprache hat. Die englische Siri setzt auf die Wissensdatenbank Wolfram Alpha, die Fragen richtig versteht und Millionen Antworten kennt. Fragt man Siri auf Deutsch, wird man im besten Fall auf die Suche im Internet verwiesen.
Mehr Dienste für Siri
Auch bei Empfehlungen aus der Umgebung kann Apple nachbessern. Dafür kooperiert Apple mit ausgewählten Partnern in entsprechenden Ländern. Einige Freizeit-Beschäftigungen wie Ausgehen, Kino oder Sport hat Apple abgedeckt. Was noch fehlt, ist der Bereich Tourismus. Ein möglicher Kooperationspartner wäre das Hotelreservierungssystem HRS, mit dem Apple bereits eine Passbook-Funktion für die gleichnamige App eingeführt hat. In der Datenbank von HRS sind derzeit über 250 000 Hotels gelistet. Zu Hotelbuchungen könnten Flugsuche und -buchung mit Siri kommen. Bei Passbook sind einige Fluggesellschaften schon dabei, Apple will Bordkarten ausgeben.
Bessere Integration von Siri
Ein weiterer Schritt für iOS 7 wäre eine engere Verbindung zwischen Siri und Passbook. Damit könnte Siri beispielsweise einen Urlaubswunsch recherchieren, die Reise dann buchen und bezahlen oder mehr Funktionen von Voiceover auf dem iPhone oder iPad übernehmen: Derzeit liest Siri zwar Nachrichten oder Mails vor, nicht aber Bücher in iBooks.
Die Systemeinstellungen in iOS werden immer komplexer und auch hier könnte Siri helfen. Der persönliche Assistent übernimmt jetzt schon einfache Befehle wie „Lese xy vor“ oder „Spiele xy ab“. Aufgaben wie „Schalte Bluetooth ab“ oder „Aktiviere Wi-Fi“ an Siri zu übertragen, ist zumindest technisch gesehen, leicht und spart Zeit. Und analog zu der Suche nach Filmen und einer Empfehlung passender Beiträge könnte Siri auch das Stöbern im App Store übernehmen.
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