Von Patrick Woods, Halyna Kubiv - 08.01.2013, 06:26

Trends 2013

Apple Trends 2013: Baustelle iOS

Scott Forstall, ehemals Chef für iOS: gefeuert. Richard Wiliamson, verantwortlich für Apples Karten-App: gefeuert. Das zeigt schon, dass Apple mit dem aktuellen Stand des mobilen Systems keineswegs zufrieden ist. Interne Streits über grundlegende Designentscheidungen, dann das so genannte „Kartendesaster“, Apples Patzer mit der eigenen Kartenanwendung, die unzuverlässig navigiert und viele Datenlücken aufweist.
Neue Köpfe sollen jetzt aufräumen und dafür sorgen, dass iOS Apples Qualitätsstandards einhält. Ein Mann steht besonders für die anstehende Veränderung in iOS: Chefdesigner Jonathan Ive. Er besteht auf minimalistischem, klarem Design. „Skeuomorphismen“ wie die stilisierten Nähte und Abreißblätter in der Notizen-App lehnt er strikt ab. Das wird die nächsten iOS-Versionen prägen und vor allem Apples eigene Apps und die iOS-System-Apps deutlich verändern.

Neue Designsprache

Wenn Ive seinen Kopf durchsetzt, werden wir viele gewohnte Design­elemente in Zukunft nicht mehr sehen. Das iPad-Adressbuch im Stile eines gebundenen Buches wird es dann in der Form nicht mehr geben. Gleiches gilt für Anlehnungen in den Notizen oder dem Kalender. Jonathan Ive vertritt den Standpunkt, Design folgt der Funktion, nicht einem gewohnten Anblick beispielsweise dem eines Buches.
Ive hat einige Inkonsistenzen vor sich liegen. Zwar wachsen OS X und iOS unübersehbar zusammen, teilweise trennen sich die Wege auch wieder. So hat Apple im neuen iTunes 11 die Blätteransicht Coverflow gestrichen, in iOS 6 ist diese aber immer noch Standard in der Queransicht. Hier wird Apple eine neue Lösung finden müssen.

Was wir uns von Apple wünschen

Einer der Wünsche, die wir am häufigsten hören: Mehrere Benutzer auf dem iPad verwalten
Das iPad ist oft Familienunterhalter und geht durch viele Hände. Hier wäre es sehr hilfreich, mehrere Benutzer anlegen zu können. So hätte jeder im Haushalt seine eigenen Einstellungen und seine eigenen Apps. Aktuell kann man nur Kindersicherung oder „Einschränkungen“ konfigurieren.
Familien-iPad: Android bietet mit neueren Versionen bereits Tablets für mehrere Benutzer. Apple darf sich hier gerne inspirieren lassen und das iPad so zu einem noch besseren Heimunterhalter machen.

Neue Funktionen

Apple hat Nachholbedarf bei Echtzeitinformationen. Das iPhone ist die zentrale Infozentrale für den Nutzer, dem muss Apple mehr Rechnung tragen. Noch immer verbergen sich Inhalte und Informationen nur auf Abruf in Apps, Ausnahmen sind nur Wetter und Aktienkurse in der Mitteilungszentrale. Direkte Informationen im Sperrbildschirm? Die wichtigsten Umgebungsinfos auf einen Blick? Gibt es nicht. Konkurrent Android zeigt mit Google Now, dass es mittels Standort und Internetverbindung ganz einfach ist, jederzeit Wetter, Fahrplan nach Hause oder was gerade sonst in der Umgebung wichtig ist, auf einen Blick zu zeigen, ohne dass man gezielt danach suchen muss. Dies basiert zwar auf einer Mischung aus Nutzungsdaten und vielen angeschlossenen Infoquellen, kann den Alltag aber deutlich erleichtern. Das Smartphone weiß schon, welche Information gerade wichtig ist, ob unterwegs im Auto oder verirrt am Flughafen. In Zukunft wird der Sperrbildschirm mehr Infos als nur die Uhrzeit, den laufenden Musiktitel und verpasste Nachrichten preisgeben können.

Baustelle Maps

Das ambitionierte Projekt, Google Maps in relativ kurzer Zeit gleichwertig zu ersetzen, ist offensichtlich gescheitert. Eddy Cue, Apples Chef für Internetdienste, soll dies jetzt nachträglich korrigieren. Dabei gibt es viel zu tun. Der Partner Tomtom soll Wegpunkte im Material korrigieren, dazu gilt es, Inhalte aus anderen Quellen sauber und so vollständig wie möglich einzubauen und zu ergänzen.

Siri wird schlauer

Mit dem Update auf iOS 6 hat auch Siri dazugelernt: Neben neuen Sprachen wie Spanisch oder Chinesisch kann Siri jetzt Sportergebnisse anzeigen, aktuelle Filme in der Umgebung empfehlen oder sogar einen Tisch in einem Restaurant reservieren. Trotz dieser Neuerungen trägt die Funktion aber immer noch die Bezeichnung „Beta“ – Apple ist also noch nicht zufrieden. Dies könnte der Tatsache geschuldet sein, dass Siri noch keine eigene vernünftige Lösung zur semantischen Erkennung der Sprache hat. Die englische Siri setzt auf die Wissensdatenbank Wolfram Alpha, die Fragen richtig versteht und Millionen Antworten kennt. Fragt man Siri auf Deutsch, wird man im besten Fall auf die Suche im Internet verwiesen.

Mehr Dienste für Siri

Auch bei Empfehlungen aus der Umgebung kann Apple nachbessern. Dafür kooperiert Apple mit ausgewählten Partnern in entsprechenden Ländern. Einige Freizeit-Beschäftigungen wie Ausgehen, Kino oder Sport hat Apple abgedeckt. Was noch fehlt, ist der Bereich Tourismus. Ein möglicher Kooperationspartner wäre das Hotelreservierungssystem HRS, mit dem Apple bereits eine Passbook-Funktion für die gleichnamige App eingeführt hat. In der Datenbank von HRS sind derzeit über 250 000 Hotels gelistet. Zu Hotelbuchungen könnten Flugsuche und -buchung mit Siri kommen. Bei Passbook sind einige Fluggesellschaften schon dabei, Apple will Bordkarten ausgeben.

Bessere Integration von Siri

Ein weiterer Schritt für iOS 7 wäre eine engere Verbindung zwischen Siri und Passbook. Damit könnte Siri beispielsweise einen Urlaubswunsch recherchieren, die Reise dann buchen und bezahlen oder mehr Funktionen von Voiceover auf dem iPhone oder iPad übernehmen: Derzeit liest Siri zwar Nachrichten oder Mails vor, nicht aber Bücher in iBooks.
Die Systemeinstellungen in iOS werden immer komplexer und auch hier könnte Siri helfen. Der persönliche Assistent übernimmt jetzt schon einfache Befehle wie „Lese xy vor“ oder „Spiele xy ab“. Aufgaben wie „Schalte Bluetooth ab“ oder „Aktiviere Wi-Fi“ an Siri zu übertragen, ist zumindest technisch gesehen, leicht und spart Zeit. Und analog zu der Suche nach Filmen und einer Empfehlung passender Beiträge könnte Siri auch das Stöbern im App Store übernehmen.
Kommentare zu diesem Artikel (1 Beiträge)
Kommentar verfassen:
Kommentar verfassen

Login über einen Foren Account





Gastposting

Gastbeiträge müssen erst freigeschaltet werden, bevor Sie auf der Seite erscheinen.





Bestellen Sie "Macwelt Daily-Newsletter" kostenlos
Immer informiert sein:

Mit den kostenlosen Newslettern der Macwelt bleiben Sie auf dem Laufenden!

- Anzeige -
Macwelt Specials
- Anzeige -
Angebote für Leser
Macwelt für iPad

Für das iPad: Macwelt HD
Neu: Die Macwelt als interaktive Ausgabe für das iPad - schon am Freitag vor dem Erstverkaufstag des Heftes im App Store erhältlich.

Macwelt mobil

Macwelt Online-Videothek
Keine Abogebühren oder unnötige Vertragsbindungen. Filme und Games bequem von zu Hause aus leihen.

Handytarif-Check
Mit unserem neuen Smartphone Tarifrechner finden Sie schnell den passenden Handytarif.

3x Macwelt testen!
Ja, ich teste 3x die Macwelt mit CD für nur 12,90 € (19,- Sfr).
Macwelt 04/14
Anrede:
Vorname:
Nachname:
Straße/Nr:
PLZ/Ort:
Land:
E-Mail:
Bestätigen
Nur wenn ich innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der 3. Ausgabe nichts von mir hören lasse, möchte ich die PC-WELT mit DVD zum gleichen Preis weiterbeziehen (D: 55,80 €/Jahr, EU: 64,80 €/Jahr, CH: 103,70 Sfr/Jahr). Nach dem Testzeitraum ist der Bezug jederzeit kündbar.
Ich bin damit einverstanden, dass die IDG Tech Media GmbH und ihre Partner mich per E-Mail über interessante Vorteilsangebote informieren.
Jetzt anfordern
1658773
Content Management by InterRed