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Apple Trends 2015: Kannibale iPad

12.01.2015 | 09:43 Uhr |

2015 wird das iPad weiter im Macbook-Markt wildern. Bringt Apple dennoch das iPad Air Plus mit 12 Zoll? Und was ist mit dem iPad Mini?

Mit dem iPad Air 2 und dem iPad Mini 3 hat Apple im Herbst 2014 die aufgepeppten Nachfolger der beiden erfolgreichen Baureihen vorgestellt und eingeführt. Beide neuen Modelle sind mit Touch-ID ausgestattet, der Fingerabdrucksensor hat nun auch Einzug bei den iPads gehalten. Touch-ID ist eine zentrale Technologie, die nicht nur das Entsperren des iOS-Geräts, seit iOS 8 auch von Apps, sondern auch den Einkauf in den Apple Stores erleichtert. Zu einer der zentralen Technologien gehört zumindest in den USA jetzt schon Apple Pay. Auch hier ist die Touch-ID zentraler Bestandteil – Bezahlen per Fingerabdruck. Im Gegensatz zum iPhone lässt sich das iPad nicht mobil beim Bezahlen etwa im Restaurant verwenden, aber beim Online-Shopping via App. Bereits Anfang des Jahres kommen die ersten Spezial-Apps für den Einkauf bei großen Ketten, die Apple Pay zusammen mit Touch-ID bieten.

Apple Trends 2015

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Trend 1: Jenseits von 10 Zoll

Zwischen das neue iPhone 6 Plus und das iPad Mini 3 passt kein weiteres, noch kleineres iPad. Hier scheinen einige Nutzer jetzt schon zum Kauf des Phablet-iPhone zu tendieren, wollen sie ein mobiles Gerät, das sich gelegentlich zum Lesen eignet. Wer nur E-Books lesen will, besitzt eh einen Kindle-Reader, der extrem leicht und Strom sparend die preiswerteste Alternative für reine Leseratten ist.

Vielleicht deshalb erhitzen im­mer wieder Gerüchte um ein gro­ßes iPad die Gemüter, mal unter dem Namen iPad Pro, neuerdings unter dem Namen iPad Air Plus – in Anlehnung an die Namensgebung bei den iPhone-Modellen.

Anfang November prescht das japanische Magazin Mac Fan in seinem Blog voran und sagt ein iPad Air Plus mit einer Bildschirmdiagonalen von 12,2 Zoll voraus, deutlich mehr, als die aktuelle Baureihe iPad Air mit 9,7 Zoll.

Die Maße sollen 30,5 x 22,1 x 0,7 Zentimeter betragen (iPad Air 2: 24 x 17 x 0,6 Millimeter), vier Lautsprecher an den Ecken sollen stets Stereosound bieten, egal wie man das iPad hält. Der Report zeigt auch eine Blaupause, verrät sogar das angebliche Verfügbarkeitsdatum: zwischen April und Juni.

Obwohl die Quelle dieses Gerüchtes durchaus seriös ist, kann es sich trotzdem als Ente herausstellen – wir hatten auch im letzten Jahr an dieser Stelle auf ein größeres iPad gesetzt. Dabei bleiben wir auch für 2015, obwohl Apple mit einem 12,2-Zoll-iPad die Verkäufe der Reihe Macbook Air mit 11 beziehungsweise 13 Zoll noch mehr kannibalisieren dürfte.

Apple-Boss Tim Cook betonte schon 2013 „Wenn wir nicht kannibalisieren, tut es ein anderer“. Der Notebook-Markt ist rückläufig, Tablets springen in die Bresche. Da der Android-Wettbewerb bereits größere Tablets im Angebot hat, wird Apple hier zuschlagen.

Seit ein paar Jahren gibt es bei Apple immer einen heißen Herbst, mit neuen iPhones, iPads und OS X. Wir sagen für 2015 eine Änderung voraus, die iPad-Modelle betreffend. Hier hat Apple schon einmal mit den Vorstellungsterminen gebrochen, mit der Vorstellung des iPad 3 im (März 2012) und ein halbes Jahr später mit der des iPad 4 (Oktober 2012). Wir glauben an eine Überarbeitung der Modellpalette zur WWDC im Juni, inklusive Verfügbarkeit. Neben dem iPad Air 2 sehen wir das kommende iPad Air Plus, ein iPad Air 3, das bereits verfügbare iPad Mini 3 und das Folgemodell iPad Mini 4.

Trend 2: Alles 64 Bit

Der Nachfolger des iPad Air 2 wird sicher, wie auch ein mögliches iPad Air Plus von der nächsten Prozessor-Generation A9X angetrieben. Schon beim aktuellen iPad Air 2 hat Apple gezeigt, dass ein Tablett bei gleicher Akkulaufzeit und mehr Leistung mit einem kleineren Akku auskommt: 7340 mAh im iPad Air 2 im Gegensatz zu 8827 mAh im Vorgänger iPad Air. Da sich bei der Akku-Technologie keine Revolution ankündigt, müssen immer effizientere CPUs und sparsamere Displays her. Belässt es Apple bei der aktuellen Politik für das iPad Mini, kommt die vierte Version mit dem aktuell im iPad Air 2 verbauten Chip A8X. Mit der Vorstellung der kommenden iPad-Modelle dürften dann alle Modelle aus Apples Angebot fliegen, die nicht über Touch-ID verfügen, zu zentral ist diese Technologie. Nach der Neuvorstellung sehen wir die Modelle iPad Air 2 und 3, iPad Air Plus sowie iPad Mini 3 und 4.

Die 64-Bit-Architektur bei der Hardware und iOS 8 ist gesetzt, wir vermuten zudem, dass spätestens mit iOS 9 (siehe Seite 31) auch das endgültige Aus für Apps kommt, die noch im 32-Bit-Modus arbeiten.

Trend 3: Stabile Preise

Apple wird auch 2015 nicht den Fehler machen, im Billigsegment aktiv zu werden – weder bei iPads noch bei iPhones. Bei den Smartphones erfährt Samsung gerade, dass die Rechnung nicht aufgeht: Chinesische Billiganbieter verhageln Samsung die Bilanz, dazu erreichen die Verkäufe im Hochpreissegment nicht die gewünschten Zahlen. Apple ging hier immer einen anderen Weg und wird den weiter beschreiten. Bereits jetzt bekommen Neukunden die komplette Palette an Apple-Apps kostenlos, darunter die iLife- und iWork-Suite.

Einen zentralen Punkt nimmt iCloud ein: Von einem reinen Sync-Tool ist Apples Cloud-Angebot längst weit entfernt. iCloud regelt heute Einkäufe in den Stores, die Verwaltung der Musiksammlung, der Filme, Bücher und mehr. Apple Pay wird 2015 eine zentrale Rolle spielen, auch hier geht nichts ohne iCloud. Ebenfalls eine zentrale Rolle spielt der Dienst bei Homekit (siehe Seite 36). Ohne die Nutzung eines iCloud-Accounts gibt es kein Smarthome. Wir vermuten, dass Apple seinen Cloud-Dienst 2015 noch einmal preiswerter machen wird, damit dann auch große Fotosammlungen via Fotomediathek in der Cloud landen.

iPod

© Apple

iPhone und vor allem iPad haben den iPod immer mehr an den Rand gedrängt. Seit der iPod Classic aus den Stores verschwunden ist, spekulieren zwar einige Unverdrossene über einen Nachfolger, aber Neuerungen stehen 2015 nicht an – zumal die Apple Watch kommt.

Apple ist jetzt schon erfolgreich damit, Komplettlösungen anzubieten, relativ teure Hardware, die ein komplettes Paket an zusätzlichen Leistungen beinhaltet. Daran wird und soll sich nichts ändern.

Trend 4: Notebook-Ersatz

2015 werden besonders im Business-Bereich noch mehr Kunden auf ein Notebook verzichten und statt dessen zum Tablett greifen. Hier gibt es nur noch wenige Jobs, die etwa ein Macbook voraussetzen und nicht am iPad zu erledigen sind (siehe dazu auch Seite 20). Nutzer des Business- sowie Spielebereichs haben das längst erkannt. Selbst Microsoft bietet seine Office-Suite kostenlos für iOS an.

Retina-Displays sind bei allen vorgestellten Modellen 2014 Pflicht. Kommt ein iPad Air Plus, wird Apple die aktuellen Auflösungen leicht erhöhen, aber nicht in einen dummen Zahlenwettstreit mit anderen Anbietern eintreten. Zumindest am iPad reicht die Retina-Auflösung à la Apple absolut aus, das menschliche Auge kann hier keine Unterschiede mehr erkennen. Auch hier sind iPad und Macbook auf Augenhöhe.

2015 werden die iPad-Verkäufe weiter zu Lasten der Macbook-Verkäufe und der anderer Notebook-Anbieter steigen. Im privaten Bereich wird es bei rund einem Viertel der Benutzer bleiben, die das Gerät ausschließlich in den eigenen vier Wänden nutzt – trotz des relativ hohen Preises. Hier ist das iPad längst das zentrale Mediengerät, ersetzt Buch, Fernseher, Musikanlage, Game-Konsole für Casual-Gamer und natürlich alle Arbeiten, die auch ein Notebook kann.

Dank der Unterstützung durch schnelle WLAN-Standards lokal und den Ausbau von LTE für mobile Zeitgenossen steht auch kein Speicherausbau an: 2015 liegt alles in der Cloud – natürlich der iCloud.

Trends für 2015

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