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ESPN: Apple von TV-Verhandlungen zusehends frustriert

20.01.2016 | 14:38 Uhr |

Apple verhandelt nach wie vor über einen TV-Streaming-Dienst, stößt aber auf Probleme – aber auch auf Wohlwollen von Rechteinhabern.

Im Jahr 2016 sollte nun endlich Apples TV-Streaming-Service kommen, die Verhandlungen ziehen sich aber weiter hin. In einem Interview mit dem Wall Street Journal ließ der Chef des Sportsenders ESPN John Skipper etwas über den Stand der Verhandlungen durchblicken. Apple sei derzeit frustriert von den Gesprächen mit Fernsehsendern und anderen Rechteinhabern, ESPN hingegen sieht einem Dienst Apples mit Wohlwollen entgegen. Zwar hat der Sender schon jetzt eine App für das Apple TV im Angebot, Abos dafür lassen sich aber nur über einen Kabelanbieter abschließen, aber nicht direkt. Für das Apple TV würde man aber gerne Bundles auflegen, auch das konkurrierende Angebot Sling TV beobachte man bei ESPN genau.

Mit dem Argument, dass Apps die Zukunft des Fernsehens sein, will Apple womöglich die Erwartungen dämpfen, die das Publik hegt. Seit letztem Jahr ist davon die Rede, Apple plane ein TV-Angebot über das Internet, das eine Reihe von Sendern und deren Informations-, Unterhaltungs- und Sportangebote sinnvoll bündle. Dieses soll etwa 40 US-Dollar im Monat kosten, was deutlich günstiger wäre als die typischen Kabelprogramme, für denen man in den USA in der Regel um die 100 US-Dollar im Monat zahlen muss. Auch Rechteinhaber sind daran interessiert, ihre Inhalte direkt über das Internet auf das Apple TV auszuliefern, an den Kabelprovidern vorbei. Den Anfang dafür machte HBO mit seiner App HBO Now - die es auch schon für das "alte" Apple TV gab - im Frühjahr letzten Jahres.

Deutsche Sender auf dem Apple TV

Selbst wenn Apple es in Kürze schaffen sollte, bestehende Hürden nieder zu verhandeln und mit einem Fernsehdienst an den Start zu gehen, bedeutet das noch lange nicht, dass es diesen schon in diesem Jahr auch in Deutschland geben würde. Die Situation ist eine etwas andere: Öffentlich rechtliche Sender haben ihre Apps bereits auf das Apple TV 4 gebracht, App-Anbeiter wie Magine TV, Zattoo und andere fügen über ihre Apps auch - gegen zusätzliche Gebühr - die Streams vieler Privatsender dem Angebot hinzu. Das größte Problem dürfte das Sportangebot sein, so ziert sich zum Beispiel noch Sky, seine Inhalte für bestehende und neue Abonnenten auch auf das Apple TV zu bringen. Überhaupt könnte das Vergnügen an Sportübertragungen über das Internet getrübt sei, der notwendige Pufferspeicher auf der Settopbox führt zu Verzögerungen. So jubelt etwa der Nachbar schon vor seinem DVB-T-Kiste über den Führungstreffer, während auf dem Apple-TV-Fernseher der Ball noch in der eigenen Hälfte hin und her geschoben wird...

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