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Apple Watch: Watch OS 2 verzögert sich

17.09.2015 | 11:00 Uhr |

Ursprünglich für den 16. September geplant, muss Apple das Update auf Watch OS 2 verschieben. Es sei noch fehlerhaft.

Update 17. September

Eigentlich war das Update auf Watch OS 2 für gestern angekündigt, wegen eines kritischen Fehlers musste Apple die Aktualisierung jedoch verschieben . Im Laufe des Entwicklungsprozesses habe man einen Fehler entdeckt, dessen Behebung länger dauere als gedacht. Ein neuer Termin für das Update steht noch nicht fest , Apple verrät auch keine Details zu dem Fehler.

Update 9. September

Die Apple Watch kann mit dem neuen Betriebssystem Watch OS 2 erstmals Apps von Dritten nativ ausführen kann. Schon vorbereitet für die Apple Watch hat etwa Facebook seinen Messenger oder die Hersteller der GoPro eine App, mit der man das Bild der Action-Cam kontrollieren kann. Für die Apple Watch haben aber auch Gesundheitsexperten Lösungen entwickelt - diese Apps können nun auch auf Daten der Sensoren, insbesodere des Pulssensors zugreifen.

Sondermodell in Kooperation mit Hermès, mehr Farbe für das Alugehäuse und eine größere Auswahl bei den Armbändern: Apple erweitert sein Apple-Watch-Angebot.
Vergrößern Sondermodell in Kooperation mit Hermès, mehr Farbe für das Alugehäuse und eine größere Auswahl bei den Armbändern: Apple erweitert sein Apple-Watch-Angebot.
© Apple

Apple sieht die Apple Watch aber nicht nur als Gesundheitsapparat, sondern auch als Modeaccessoire. Zusammen mit Hermes hat Apple einige neue Uhren entwickelt - also das Design der Apple Watch erweitert. Hermes steuert dazu Armbänder bei, Apple liefert mit dem Watch OS die jeweils passenden Zifferblätter mit. Damit aber nicht genug: Die Apple Watch Sport bekommt zwei neue Aluminiumgehäuse in goldener und rosegoldener Farbe. Der Preis für die Uhr bleibt unverändert, das gleiche kostet auch eine Apple Watch als Product Red. Die neuen Uhren sind ab sofort in 24 Ländern erhältlich.

Update 30. Juil

Laut CEO Tim Cook hat Apple in den ersten Monaten der Apple Watch sich nicht so stark auf die Verkaufszahlen konzentriert, was auch das beredte Schweigen über den mit der Uhr erzielten Umsatz erklärt. So richtig wird die Apple Watch ohnehin erst im Herbst erfolgreich sein, meint unser Macworld-Kollege Jason Snell und liefert dafür auch die Begründung . Zum einen gelinge es Apple nun endlich, die Apple Watch in ausreichender Stückzahl und der geforderten Qualität zu produzieren. Die Uhr ist in immer mehr Ländern verfügbar und kommt mittlerweile auch in die Läden von Retailern, Best Buy macht den Anfang . Im Weihnachtsgeschäft dürfte Apple jeden Kaufwunsch erfüllen können, ist sich Snell sicher. Anfängliche Lieferschwierigkeiten seien gerade bei neuen Produkten von Apple fast schon unumgänglich, bei iPhone und iPad war es auch nicht anders. Zum anderen wird Apple "im Herbst" Watch OS 2 veröffentlichen, Entwickler können seit Juni damit arbeiten. In einer ersten Welle entstanden Apps für die Watch nur aufgrund von Spezifikationen, die Apple vorab genannt hatte, in einer zweiten ließen Entwickler ihre eigenen Erfahrungen mit der Apple Watch eingehe. In der dritten Welle schließlich kommen Apps, die sich direkt auf der Apple Watch ausführen lassen und dabei Daten der Sensoren der Uhr nutzen. Erst dann wird die Sache so richtig spannend. Darüber hinaus wird Apple bei der Weiterentwicklung der Uhr sehr genau in Betracht ziehen, für was sie genutzt wird und wie viel Akku-Leistung am Abend noch übrig ist. Die meisten Tester haben von überraschend hohen Werten berichtet, weswegen Apple sicher über den Einbau zusätzlicher Sensoren und anderer Chips nachdenken wird. Die Apple Watch kommt erst langsam in Fahrt, dann aber gewaltig.

Update 22. Juli

In den jüngsten Quartalszahlen weist Apple die Apple Watch nicht einzeln aus, es wird also weiter spekuliert, wie viele Uhren Apple verkauft und ob das Unternehmen seine eigenen Ziele erreichen kann. Tim Cook ist nicht nur mit den allgemeinen Umsätzen zufrieden, sondern betont auch, dass die Watch besser gestartet sei als andere neue Apple-Produkte. Die Verkaufszahlen seien am Juni die höchsten gewesen, was sicherlich auch daran lag, dass die Apple Watch erst im Juni in großen Stückzahlen zum Kauf stand. Im April und Mai hat Apple nach eigenen Aussagen die Nachfrage nicht befriedigen können.

Die Erfahrungen der Redaktion

Die Apple Watch der Redaktion wandert von Redakteur zu Redakteur, denn jeder testet eine andere Facette. Patrick Woods hat sein Fazit nach drei Wochen Dauereinsatz im Video festgehalten, Peter Müller schreibt gerade an einem Fitness-Report . Matthias Zehden erleichtert die ersten Schritte mit der Uhr und prüft, wie gut sich die Apple Watch als Sologerät schlägt und Kollege Vilsbeck hat zusammengetragen, was man mit einer Apple Watch beim Autofahren tun und unterlassen sollte.

3.500 Apps für die Apple Watch in Entwicklung

Apple-CEO Tim Cook berichtet Mitt Juni in einem Interview mit der Bloomberg Businessweek, dass das Entwicklerinteresse an der Apple Watch sehr hoch sei. Bereits jetzt befänden sich 3.500 Apps in der Entwicklung. Die Anzahl der Watch-Apps übertrifft damit sogar deutlich die von anderen beliebten Apple Produkten zu ihrem jeweiligen Start. Mit dem Update auf Watch OS 2 im Herbst dürfte sich die Zahl der Apps deutlich erhöhen, denn die Apple Watch wird deutlich eigenständiger und auch die Apps brauchen nicht mehr für jede Interaktion ein iPhone.

Ähnlich wie beim iPhone könnte das App-Angebot auch bei der Apple Watch zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Produkten wie Smartwatches mit Android Wear werden. Den letzten Schätzungen zufolge soll Apple seit dem Launch der Smartwatch weltweit bereits 2,7 Millionen Apple Watches verkauft haben .

Genug der aktuellen Meldungen. Hier geht es weiter zu unserem großen Apple-Watch-Ratgeber, in dem wir alle wichtigen Informationen ständig ergänzen und aktualisieren.

Dass die Apple Watch mindestens ein iPhone 5 voraussetzt, war lange bekannt. Voraussetzung für die Apple Watch ist auf Seiten des iPhone iOS 8.2 . Die mittlerweile aktuelle Version von iOS 8.4 ist in erster Linie der Veröffentlichung von Apple Music geschuldet. Mit ihren 2 GB Speicher für Musik ließ sich die Apple Watch schon seit Verkaufsstart mit iTunes synchronisieren, so dass sie eigene Musik und Playlists aus iTunes auch offline abspielen konnte. Mit iOS 8.4 und Apple Music kann die Apple Watch auch gestreamte Playlists abspielen, und zwar auch beim Joggen, wenn das iPhone zu Hause bleibt - ein riesiger Vorteil gegenüber Services wie Spotify oder Rdio.

Wann und wie kann ich die Apple Watch kaufen?

Seit dem 10. April 2015 kann man die Apple Watch vorbestellen. Seit Mitte Juni ist die Apple Watch auch im Apple Store erhältlich, Apple bittet allerdings um eine Reservierung über die Webseite. Bei einem kurzen Check Mitte Juli sind fast alle Apple Modelle im Münchner Apple Store vorrätig und könnten noch am selben Tag abgeholt werden. Andere Händler haben derzeit keine Apple Watches, ausschließlich der Apple Online Store. Auch bei der Online-Bestellung gibt es im Juli keine Wartezeiten.

Ausprobiert: Die Apple Watch im Video

Wie funktioniert der Kauf?

Kaufen kann man die Watch derzeit nur bei Apple. Ausprobieren kann man die Uhr in jedem Apple Store vor Ort. Man verabredet vorab einen Termin im Apple Store oder meldet sich vor Ort als Interessent an - Apple reserviert dann einen Beratungstermin. Während man wartet, kann man sich im Apple Store umsehen und erhält eine Benachrichtigung, sobald man an der Reihe ist. Dies funktioniert also ganz ähnlich wie ein Servicetermin an der Genius Bar im Store. Zum Verkaufsstart mussten viele Käufer noch deutlich länger warten. tIn diesem Artikel hatten wir beschrieben, wie solch ein Ausprobiertermin im Apple Store abläuft und wie man die Apple Watch kaufen kann.

Welche Watch-Modelle gibt es?

Die Apple Watch ist Apples wohl vielfältigstes Produkt. Es gibt zum einen drei verschiedene Modelle (Sport, Watch und Edition) und dazu jeweils zwei verschiedene Größen. Bei den Armbändern gibt es jeweils mehrere Modelle zur Auswahl, aus Kunststoff, Leder und Stahl. Die Armbänder sind speziell passend für die Apple Watch, Standardarmbänder zum Beispiel mit 22mm-Passung können nicht an der Watch befestigt werden. Konkret nennt Apple zehn verschiedene Varianten für die "Sport" – je fünf Armbänder in je zwei Größen. Für die "Watch" nennt Apple 18 mögliche Variationen.

Welche Größe soll ich nehmen?

Auf Fotos erscheint die Apple Watch  dicker und größer als sie in der Realität ist. Es gibt zwei Versionen, mit 38 und 42mm. Dabei gibt Apple nicht die Diagonale des Bildschirms, sondern die Tiefe, beziehungsweise Kantenlänge des Gehäuses an. Selbst das größere Modell mit 42 Millimetern Höhe ist noch keine wirklich wuchtige Uhr. Wer keine besonders zierlichen Handgelenke hat, sollte also lieber zur größeren Variante tendieren. Im Idealfall macht man einen Termin in einem umliegenden Apple Store und probiert die Uhr dabei selbst an.

Größenvergleich: Apple Watch (42mm) gegenüber einer relativ durchschnittlichen Herrenuhr - die Apple Watch ist zierlicher als sie auf Fotos wirkt.
Vergrößern Größenvergleich: Apple Watch (42mm) gegenüber einer relativ durchschnittlichen Herrenuhr - die Apple Watch ist zierlicher als sie auf Fotos wirkt.

Aus welchem Material ist die Watch?

Das ist je nach Modell sehr unterschiedlich. Das "Watch Sport"-Modell hat ein Gehäuse aus Aluminium, das Frontglas ist aus gehärtetem Glas und die Unterseite aus hartem Kunststoff. Bei der mutmaßlich teureren "Watch" ist das Gehäuse aus Edelstahl, Front- und Rückglas sind in diesem Fall Saphirglas. Die teuerste im Bunde, die "Watch Edition", hat ein Gehäuse aus 18 Karat Gold und ebenfalls Saphirglas an Front- und Rückseite.

Die Bildschirmauflösungen der beiden Versionen der Apple Watch.
Vergrößern Die Bildschirmauflösungen der beiden Versionen der Apple Watch.
© Apple

Was ist, wenn das iPhone nicht in der Nähe ist?

Ohne Verbindung zum iPhone verliert die Watch einen Großteil ihrer Funktionen. Doch auch im "Offline-Modus" ohne iPhone-Anbindung kann sie noch einige wenige Aufgaben erledigen. So soll die Uhr Musik per Bluetooth abspielen können und weiter Schritte und Aktivitäten messen (GPS fällt ohne iPhone jedoch weg). Auch Apple Pay soll sogar offline funktionieren, sagten Apple-Sprecher nach der Vorstellung der Apple Watch. Dazu "einige" Apps. Damit dürften Systemfunktionen der Watch gemeint sein, denn Drittanbieterapps funktionieren nur mit iPhone-Verbindung (siehe Apps). Übrigens: die Apple Watch kann auch helfen, das iPhone zu finden. Auf Knopfdruck auf der Watch piept das iPhone um Aufmerksamkeit, wenn man es in der Wohnung nicht mehr finden kann.

Ist die Watch wasserdicht?

Nein, die Apple Watch ist zwar spritzwassergeschützt, aber nicht wasserdicht. Sie ist IPX7-zertifiziert. Das bedeutet, dass sie zwar wasserbeständig ist, jedoch nicht wasserdicht, obwohl die Zertifizierung bedeutet, dass sie laut Zertifizierung untertauchen dürfte. Das Problem ist jedoch der Wasserdruck, denn Schwimmbewegungen und sogar der Strahl der Dusche erzeugen schwankenden, teils starken Wasserdruck, für den die Watch nicht ausgelegt ist. Das wird in der Praxis bedeuten, dass man sie zwar beim schweißtreibenden Sport oder im Regen tragen kann, Duschen oder Schwimmen sollte man aber nicht, wenn die Watch am Handgelenk sitzt. Apple weist zudem darauf hin, dass die Lederarmbänder nicht wasserbeständig sind.

Die Apple Watch unterstützt Siri und reicht Sprachbefehle an das iPhone weiter.
Vergrößern Die Apple Watch unterstützt Siri und reicht Sprachbefehle an das iPhone weiter.
© Apple

Kann ich Apps auf der Uhr installieren?

Jein. Zwar können App-Entwickler Apps für die Apple Watch anbieten, dies hat jedoch sehr viele Einschränkungen. Zum einen gibt es "Watch-Apps" nur als Erweiterung für iOS-Apps. Eine Watch-Anwendung wird also immer im Huckepack mit einer normalen iPhone-App installiert. Dazu kommt, dass die Watch-App selbst gar nicht auf der Uhr installiert und ausgeführt wird, sondern über die neue Watchkit-Umgebung (ab iOS 8.2) auf dem iPhone läuft. Auf der Uhr sehen wir nur eine angepasste Nutzeroberfläche für die App. Ohne verbundenes iPhone funktionieren die Apps also nicht. Auch Apple selbst ermahnt Entwickler: "Apple Watch muss mit dem iPhone des Nutzers verbunden sein, damit Apps starten."

Welche Infos und Elemente zeigt die Uhr?

Apple Watch ist dazu gedacht, Informationen und Meldungen vom iPhone auf das Handgelenk zu bringen. Wenn eine App die Watch unterstützt, gibt es für Entwickler verschiedene Methoden:

Glances : Dies sind Infotafeln, die Apple Watch zeigen kann und die auf vordefinierten Designs basieren. Damit können Watch-taugliche Apps einen kurzen Überblick schaffen: "Noch 5 Minuten" oder "Jetzt den Braten aus dem Ofen nehmen!" Diese Glances sind nicht interaktiv. Wenn der Nutzer darauf tippt, öffnet sich die zugehörige App.

Benachrichtigungen : Notifications sind seit jeher ein fester Bestandteil von iOS und auch eine der wichtigsten Funktionen der Apple Watch. Standardmäßig zeigt die Uhr zunächst eine einheitlich aussehende Kurzbenachrichtigung, erst dann erscheint eine detailliertere und von Entwickler gestaltete Benachrichtigung. Diese kann auch Knöpfe enthalten, mit denen der Nutzer eine Aktion auslösen kann. Beispielsweise "Timer anhalten" oder "Licht ausschalten".

Die Watch unterstützt dazu einige Systemfunktionen von iOS. So kann man dort Nachrichten (SMS/iMessages/E-Mail) anzeigen und mit Standardantworten reagieren. Auch Telefonanrufe und Siri-Eingaben kann man über die Watch starten und steuern.

Apps : Siehe oben. Dies sind angepasste Oberflächen von iOS-Apps, mit denen der Nutzer mit einer App interagieren kann. Die Gestaltung der Oberfläche ist etwas eingeschränkt. So können Animation beispielsweise nicht von der Watch gerendert werden, sondern müssen als animierte Grafik in der App gespeichert sein.

Welche Auflösung hat der Bildschirm der Apple Watch?

Es gibt zwei Größen der Apple Watch. Apple nennt zwar nur "Retina-Auflösung", inzwischen kennen wir jedoch die Details: Die kleinere Version hat eine Bildschirmauflösung von 340 mal 272 Pixeln, die größere Apple Watch bietet 390 mal 312 Bildpunkte.

Die Hardware der Apple Watch

Der S1 getaufte Prozessor in der Apple Watch basiert angeblich auf der A5-CPU aus dem iPhone 4S und ist demnach ein Single-Core-Prozessor.
Vergrößern Der S1 getaufte Prozessor in der Apple Watch basiert angeblich auf der A5-CPU aus dem iPhone 4S und ist demnach ein Single-Core-Prozessor.
© Apple

Die Apple Watch hat ein Pulsoxymeter auf der Unterseite, um die Herzfrequenz des Trägers zu messen. Dazu hat die Uhr einen eigenen Beschleunigungssensor, der Bewegungen erfasst. Einen eigenen GPS-Empfänger hat die Uhr nicht, sie nutzt die Geofunktionen des iPhone. Zur Verbindung bietet sie Bluetooth 4.0 und WiFi (b/g), verbindet sich jedoch nur direkt mit einem iPhone, nicht mit dem Internetrouter. NFC ist ebenfalls mit an Bord, aber nur für Apple Pay. Den Prozessor nennt Apple "S1", er stammt laut aktuellen Gerüchten direkt vom Singlecore A5 aus dem iPhone 4S ab.

Die Herzfrequenzmessung

Apple Watch misst den ganzen Tag über unsere Herzfequenz und speichert diese in der Health-App. Dabei hat die Watch mehrere Modi: Im normalen Alltag misst die Uhr alle zehn Minuten und nutzt dazu Infrarotlicht. Im Trainingsmodus misst die Uhr deutlich häufiger, dann wird die Herzfrequenz alle paar Sekunden erfasst und der Fotosensor durch helles LED-Licht unterstützt. Die Technik, auf der die Messung basiert, nennt sich Pulsoxymetrie. Dabei durchleuchten LEDs unsere Haut und ein Fotosensor beobachtet die Blutbewegung in unseren Äderchen. Dieses Verfahren kann sehr präzise sein.

Der Herzfrequenzmesser an der Unterseite besteht aus zwei Fotozellen und zwei LEDs.
Vergrößern Der Herzfrequenzmesser an der Unterseite besteht aus zwei Fotozellen und zwei LEDs.

Apple weist darauf hin, dass man die Uhr nicht zu fest und nicht zu locker tragen sollte, damit die Herzfrequenzmessung zuverlässig funktioniert. Die Rückseite der Uhr sollte auf der Haut aufliegen, damit diese durchleuchtet werden kann. Dringt Licht von der Seite ein, sieht der Fotosensor die Adern nicht. Aber zu fest sollte die Uhr nicht anliegen, dies ist nicht nur ungebequem, sondern gequetschte Haut lässt sich ebenfalls nicht gut durchleuchten. Zudem weist Apple darauf hin, dass je nach Durchblutung der Haut die Messung unterschiedlich gut funktionieren kann.

Weitere Faktoren, durch die die Pulsoxymetrie grundsätzlich erschwert wird, die Apple aber nicht nennt, sind beispielsweise sehr dichte Behaarung, Tattoos oder sehr dunkle Haut. Laut ersten Praxisberichten ist dunktle Haut jedoch kein Problem, tattowierte Handgelenke hingegen schon. Apple weist darauf hin, dass man für genauere Messung einen Bluetooth-Pulsgurt mit der Apple Watch verbinden könne.

Wie nutze ich die Apple Watch beim Sport?

Die Apple Watch ist dazu gedacht, unsere generelle Aktivität, aber auch konkrete Trainings aufzuzeichnen. Deshalb gibt es auf der Watch gleich zwei Systemapps, die sich mit unserer Fitness befassen: gegangene Schritte und Erinnerungen, mal aufzustehen, verwaltet die "Aktivitäten"-App. Für echten Sport gibt es eine eigene App. Hier gibt es aktuell neun Sportarten (inklusive "sonstiges"), die man auswählen kann. Vieles davon ist auf das Fitnessstudio fokussiert, beispielsweise Stepper, Crosstrainer und Rudergerät. Oder auch "Indoorwalken" (was ist das?) und -Laufen. Für draußen gibt es ebenfalls Walken, Laufen und Rad fahren. Fußball, Handball, Klettern, Aerobics, Mountainbike? Alles leider "sonstiges" oder was der Bewegungsform am nächsten kommt.

Die Apple Watch unterstützt verschiedene Trainings, vieles davon beschränkt sich jedoch auf Aktivitäten im Studio.
Vergrößern Die Apple Watch unterstützt verschiedene Trainings, vieles davon beschränkt sich jedoch auf Aktivitäten im Studio.

Diese Voreinstellungen dienen dazu, dass die Software der Apple Watch anhand der gemessenen Bewegung beispielsweise die Intensität erkennen kann. Dazu sorgen die unterschiedlichen Trainingsvarianten für unterschiedliche Messverfahren. Bei "Indoor"-Trainings wird beispielsweise die GPS-Messung über das iPhone nicht genutzt. Apropos: ja, die Apple Watch benötigt das iPhone, um die Strecke zu messen. Allerdings kalibriert sich die Apple Watch nach ein paar Trainings auf unsere Schrittlänge, sodass auch die Messung ohne iPhone, alleine durch Schrittzählung mal Schrittlänge, relativ genau werden soll. Der gewählte Trainingsmodus legt auch fest, wie oft die Uhr beispielsweise die Herzfrequenz des Trägers misst.

Die Herzfrequenz im Trainingsmodus.
Vergrößern Die Herzfrequenz im Trainingsmodus.

In der App für den Sport können wir nicht nur die Art des Trainings festlegen, sondern auch ein Ziel. Das bedeutet: eine bestimmte Zeit, Strecke oder einen definierten Kalorienverbrauch als Ziel bestimmen. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, ein "freies Training" zu starten, das ohne festgelegten Endpunkt stattfindet.

Das Redaktionsteam der Macwelt teilt sich eine Apple Watch. In diesem Beitrag beschreibt Peter Müller, wie sich die Apple Watch bei ihm als Fitnessgerät schlägt:

Wie ist die Akkulaufzeit der Apple Watch?

In den Einstellungen auf dem iPhone kann der Nutzer verschiedene "Komplikationen" einstellen. Das sind Zusatzinfos neben der Uhrzeit.
Vergrößern In den Einstellungen auf dem iPhone kann der Nutzer verschiedene "Komplikationen" einstellen. Das sind Zusatzinfos neben der Uhrzeit.
© Apple

Apple gibt an, dass die Watch dafür gedacht ist, jeden Abend aufgeladen zu werden. Bei typischer Nutzung soll die Apple Watch 18 Stunden durchhalten. Dieses Szenario enthält laut Apple 45 Minuten App-Nutzung, ein 30-minütiges Training und jeweils 90 Benachrichtigungen und 90 Mal die Uhrzeit prüfen. Bei intensiverer Nutzung schwindet die Akkulaufzeit schneller. Beispielsweise beim Sport soll die Uhr als Trackinggerät 6,5 Stunden durchhalten. Genaue Praxiswerte werden erst erste Tests ergeben können. Das Aufladen dauert laut Apple 2,5 Stunden.

Und mit welchem Kabel lade ich die Apple Watch wieder auf?

Apple hat für die Apple Watch ein Induktions-Ladekabel entwickelt. Der große, kreisrunde Anschluss wird auf der Rückseite der Uhr angesetzt. Mit verbreiteten Standardladekabeln wie Micro-USB oder Lightning kann man die Uhr nicht laden. Es gibt bereits erstes Zubehör, mit dem man die Watch beispielsweise über Nacht auf dem Nachttisch platzieren kann, die meisten Halterungen nutzen jedoch das Originalkabel. Ein zusätzliches Ladekabel kostet bei Apple - je nach Länge - 35 bis 45 Euro.

Das Ladekabel ist speziell für die Apple Watch entwickelt.
Vergrößern Das Ladekabel ist speziell für die Apple Watch entwickelt.
© Apple

Kann ich über die Apple Watch Musik hören?

Ja, die Apple Watch bietet verschiedene Möglichkeiten, Musik zu steuern und auch abzuspielen. Zum einen kann die Uhr selbst Musikplayer sein. Sie bietet zwei Gigabyte Speicherplatz für Musik, die man als Playliste dort ablegen kann (über das iPhone synchronisiert). Da es keinen Kopfhöreranschluss gibt, kann sie sich direkt mit Bluetooth-Kopfhörern verbinden. Dazu erlaubt die Apple Watch es, Fernbedienung für die Musikwiedergabe des iPhone zu sein. Dies funktioniert sowohl über die Musikapp auf der Watch als auch über die Sprachsteuerung Siri.

Musikquelle auswählen: Watch oder iPhone?
Vergrößern Musikquelle auswählen: Watch oder iPhone?

Zusätzlich erlaubt es die "Remote"-App auf der Watch auch andere Geräte wie ein Apple TV oder iTunes auf einem Computer zu steuern und so vom Handgelenk aus die Wiedergabe zu lenken.

Verkürzt die Apple Watch die Akkulaufzeit meines iPhone?

Da die Apple Watch in erster Linie ein Satellit für das iPhone ist, drahtlos mit dem iPhone verbunden sein wird und sich für viele Funktionen Rechenleistung des iPhone "leihen" muss, lautet die Antwort: vermutlich ja. In welchem Maße dies stattfinden wird, ist derzeit noch offen, mutmaßlich wird dies ähnlich sein wie bei anderen Gadgets, die per Bluetooth mit einer App auf dem iPhone kommunizieren.

Kann ich die Watch auch mit einem iPad benutzen?

Kurze Antwort: nein. Die Apple Watch ist im Kern eine Erweiterung für das iPhone und ist ohne Verbindung zum iPhone dem Großteil ihrer Funktionen beraubt. Deshalb benötigt es einen Mitspieler wie das iPhone, der jederzeit drahtlos Dienste wie eine Internetverbindung, Ortungsdienste usw. bereitstellt. Mit einem iPad ist dies nicht unbedingt der Fall. Apple spricht immer nur vom iPhone als Watch-Kompagnon, deshalb muss man davon ausgehen, dass es mit dem iPad nicht funktioniert. Vermutlich wird Apple die für die Watch nötigen Softwarekomponenten beim iPad nicht in iOS integrieren.

Ich bin Linkshänder!

Das ist offenbar kein Problem, die Apple Watch soll einen Modus für Linkshänder bekommen, sodass sie auch "falsch" herum funktioniert – mit gedrehtem Displayinhalt.

Was macht die Apple Watch besonders?

Die Fitnessfunktionen der Apple Watch machen einen guten Eindruck und sind offenbar schön umgesetzt. Da der Uhr GPS fehlt, sollte beim Joggen aber das iPhone mit dabei sein.
Vergrößern Die Fitnessfunktionen der Apple Watch machen einen guten Eindruck und sind offenbar schön umgesetzt. Da der Uhr GPS fehlt, sollte beim Joggen aber das iPhone mit dabei sein.
© Apple

Vieles, was die Apple Watch können soll, beherrschen andere Smartwatches schon bereits. In einigen Punkten scheint sich Apples Ansatz jedoch angenehm von der Konkurrenz abzuheben. Dazu gehören vor allem die sozialen Funktionen. Seinen Herzschlag, eine Fingerzeichnung oder einen getippten Alarm an eine andere Watch senden zu können, klingt zwar aus Techie-Sicht zunächst wenig nützlich, könnte der Apple Watch den Hauch Menschlichkeit verpassen, der Smartwatches bislang fehlt, um den Massenmarkt zu erreichen.

Mit der Apple Watch kann man seinen Herzschlag an einen anderen Nutzer versenden. Klingt nach Spielerei, macht die Watch aber menschlicher.
Vergrößern Mit der Apple Watch kann man seinen Herzschlag an einen anderen Nutzer versenden. Klingt nach Spielerei, macht die Watch aber menschlicher.
© Apple

Dazu klingt Apples eigene Interpretation des Vibrationsalarms, das "Tactile Feedback" nach einer interessanten und ausgereifteren Lösung als dies derzeit bei Smartwatches der Fall ist. Apple-typisch ist die Watch dem bisherigen Anschein nach gut in Apples Ökosystem integriert. Laut Apple könne man damit beispielsweise das Apple TV fernsteuern und Passbook-Tickets auf der Uhr anzeigen - wofür die Watch jedoch offenbar jeweils mit dem iPhone verbunden sein muss.

Funktionen in letzter Minute reduziert

Die Apple Watch hätte nach Apples ursprünglichen Plänen vor allem im Gesundheitsbereich weit mehr leisten können, als das Modell, das im April auf den Markt kommen wird, berichtet das Wall Street Journal . So hätte etwa die Uhr die Leitfähigkeit der Haut messen können und als Herzmonitor mehr als nur den Puls, heißt es. Apple habe aber einige technische Probleme nicht lösen können, so habe die Uhr nicht richtig bei Leuten funktioniert, die trockene Haut haben, zu stark behaart sind oder die Uhr zu locker um das Handgelenk binden.

Seit 2011 in Entwicklung, Apple Store umgestaltet

Wie aus einem Porträt des New Yorker über Apples Desingchef Jonathan Ive hervorgeht, hat Apple s eit dem Jahr 2011 an der Entwicklung der Apple Watch gearbeitet. Grundform und Materialien hätten schon früh festgestanden, wichtige Funktionen wären aber erst spät zuverlässig umgesetzt gewesen. Für die Präsentation der Uhr müsse Apple noch seine Stores umgestalten, Ive und Retail-Chefin Angela Ahrendts seien gerade mit diesem Projekt befasst.

20 Millionen Stück bis Jahresende

Die Erwartungen an die Apple Watch sind und bleiben hoch. Die Analysten von CCS Insight nennen eine weitere Zahl, an der sich Apple messen lassen muss. 20 Millionen Uhren soll der Hersteller demnach bis Jahresende verkaufen und damit ein Viertel des weltweiten Wearables-Marktes für sich gewinnen. Die Apple Watch werde dem Markt die nächste Wachstumsstufe bescheren. Die Analysten von Cowen und Co. spekulieren bereits über die nächste Generation der intelligenten Uhr, die angeblich bereits Ende 2015 auf den Markt kommt und die vermissten Funktionen wie die Unabhängigkeit vom iPhone bringen wird, was wiederum das Gadget für die neuen Zielgruppen interessant macht.

Heute Abend wissen wir zumindest, wie Apple den Start der Apple Watch beziffert. 

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