914480

Apple: Wer kommt nach Steve Jobs?

22.08.2003 | 14:38 Uhr |

Als Internet-Surfer ist man ja einiges gewohnt, auch über falsche Todesmeldungen bezüglich wichtiger IT-Persönlichkeiten wie erst kürzlich einmal wieder über Microsoft-Chef Bill Gates, er sei bei einem Attentat ums Leben gekommen.

Diese "Nachricht" führte zu einem zeitweisen Börsen-Crash in Südkorea. Weniger drastisch geht es in einem Artikel der Macdaily News zu, aber als möglicher Nachfolger von Steve Jobs wird dort schon einmal Apple-Designer Jonathon Ive ins Gespräch gebracht …

Um es klarzustellen: Was Autor Steve Jack unter der Überschrift "What happens when Steve Jobs dies? (opinion)" seinen Lesern verkauft, ist zweifelsfrei als subjektive Meinung in der Sparte "MacDailyNews Opinion" markiert. Doch er gibt zu, gerade diesen Titel gewählt zu haben, damit möglichst viele Leser seinen Beitrag anklicken. Ein paar Schuldgefühle verspüre er dafür aber schon.

Keine Frage zunächst für Schreiber Jack: Steve Jobs sei Apple - und umgekehrt. Besonders nach seiner Rückkehr 1997 habe er Apple wieder stark gemacht, was seine glücklosen Vorgänger - namentlich Sculley, Spindler und Amelio - nicht schafften. Außerdem sei Jobs mit seinen 48 Jahren und als Vegetarier offenbar bei bester Gesundheit. Aber - man wird ja mal spekulieren dürfen - was, wenn er nun doch den Weg alles Irdischen ginge oder einfach nur keine Lust mehr hätte, das Unternehmen in Cupertino weiter zu lenken? Manager wie Phil Schiller haben nach seiner Meinung nicht das Charisma, um eine Persönlichkeit wie Steve Jobs zu beerben. Aber hey - da ist doch noch dieser junge Kerl mit dem coolen Designer-Händchen, verantwortlich etwa für die Gestaltung des letzten iMac wie auch des aktuellen G5-Power Mac, kürzlich erst in London ausgezeichnet als "2003 Designer of the Year". Der, so Jack, müsste es doch drauf haben, als würdiger Nachfolger an Apples Spitze zu agieren. Zumal er ja schon beim G5er-Einführungs-Video zu 40 Prozent präsent sei, wie der Autor von Macdaily News akribisch herausgefunden hat. In seiner äußeren Erscheinung (mit schwarzem Rollkragenpulli wie Jobs!) sowie seinem Enthusiasmus könne man deutlich eine "Junior Jobsian aura" sehen. Er habe einfach "das gewisse Etwas". Und man solle einmal darauf achten, ob er bei zukünftigen Keynotes des Meisters nicht noch häufiger an dessen Seite auftreten werde.

Und wann wäre mit der Nachfolge zu rechnen? Steve Jack lässt uns zum Glück etwas Zeit, um uns an diesen verblüffenden Gedanken zu gewöhnen: "Jonathon Ive, Apple Computer CEO circa 2025", titelt er. Vorläufig jedenfalls hat der Autor eine äußerst engagierte und überraschend ernsthafte Diskussion bei seinen Lesern auf der selben Seite ausgelöst - mit Zustimmung, Alternativvorschlägen und einmal mehr der Frage nach der besseren Plattform gegenüber der Windows-Fraktion. Immerhin hat Microsoft sein Nachfolge-Problem bereits gelöst: Bei dem Software-Giganten aus Redmond darf inzwischen Steve Ballmer sein Charisma auch schon mal tanzend auf der Business-Bühne versprühen. Ob er das auf Grund seines Alters und Körpergewichts jedoch als potenzieller Gegenspieler von Ive auch 2025 noch macht, scheint zumindest ungewiss …

Info: What happens when Steve Jobs dies?

0 Kommentare zu diesem Artikel
914480