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Apple: Wir sind Marktführer - nicht Musicload

30.01.2006 | 11:12 Uhr |

Im hart umkämpften deutschen Online-Musikmarkt hat Apple sich nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr erstmals vor Musicload von T-Online knapp an die Spitze gesetzt.

"Wir freuen uns, dass der iTunes Music Store in Deutschland im Jahr 2005 über 15,5 Millionen Songs verkauft hat", sagte Apple-Sprecher Georg Albrecht am Montag der dpa.

T-Online hatte noch in der vergangenen Woche für seinen Service Musicload die Marktführerschaft beansprucht und für 2005 von 15 Millionen verkauften Musiktitel berichtet. Gleichzeitig hatte die Telekom-Tochter auf eine Erhebung des Branchenverbands IFPI verwiesen, wonach im deutschen Markt insgesamt 21 Millionen Songs online verkauft worden seien. Danach hätte sich die versammelte T-Online-Konkurrenz - darunter Apple iTunes, AOL, MSN und andere Musikportale - ein Absatzvolumen von sechs Millionen Titeln geteilt. Branchenexperten wiesen am Montag jedoch darauf hin, dass die IFPI-Zahlen "definitiv zu niedrig" seien.

Apple-Sprecher Albrecht betonte, in den von Apple vorlegten Zahlen seien keine Songs enthalten, die als "Free-Songs" verschenkt worden seien. T-Online hatte berichtet, dass von den 15 Millionen über Musicload heruntergeladenen Songs 1,5 Prozent für Marketing-Zwecke kostenlos abgegeben worden seien.

Apple hatte bislang keine Deutschland-Zahlen für seinen Online-Shop iTunes bekannt gegeben. Weltweit dominiert iTunes nach Angaben von Apple den legalen kommerziellen Online-Musikmarkt mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent.

Der Branchenverband IFPI sorgte im Zahlen-Wirrwarr am Montag dann selbst für Aufklärung: Die von T-Online zitierte Zahl von 21 Millionen Songs sei in einer Schätzung für online verkaufte Single- Titel ermittelt worden. «Musikstücke aus Verkäufen von kompletten Alben sind dabei nicht berücksichtigt worden», sagte IFPI- Wirtschaftsreferent Johann-Friedrich Brockdorff in Berlin. Dies erkläre den vermeintlichen Widerspruch. Gesamtzahlen werde der Verband am 21. März vorlegen. Zuvor hatten bereits Branchenexperten darauf hingewiesen, dass die Zahl von 21 Millionen Songs für den gesamten deutschen Online-Musikmarkt «definitiv zu niedrig» sei.

Musikliebhaber, die ihre Songs online kaufen und unterwegs auf einem mobilen Player hören wollen, stehen im Wettstreit von iTunes, Musicload und anderen Anbietern weiterhin vor einer schwierigen System-Auswahl. Die in iTunes gekauften Songs können zwar auf beliebigen Windows- und Apple-PCs gehört, aber mobil nur mit Apples iPod-Player abgespielt werden. Musicload, AOL, MSN und die anderen Microsoft-Partner hingegen bieten zwar eine Vielfalt von geeigneten mobilen Abspielgeräten an, der populäre iPod - der weltweit den Player-Markt dominiert - gehört allerdings nicht dazu.

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