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Menschenrechtler kritisieren fortwährende Rechtsverletzungen bei Foxconn

09.05.2011 | 07:14 Uhr |

Trotz Foxconns Beteuerungen, Arbeitszeiten zu beschränken und viel mehr Personal einzustellen soll sich für die Angestellten kaum etwas verbessert haben

Die Hongkonger Menschenrechtsorganisation SACOM (Students and Scholars against Corporate Misbehaviour - Studenten und Schüler gegen Missverhalten von Firmen) hat in der letzten Woche einen Bericht vorgelegt, wonach Foxconn entgegen allen Versprechen die Arbeitsbedingungen der Angestellten nicht verbessert hat. Weder wurden die Sicherheitsrisiken und Stressfaktoren in der Herstellung noch im Verkauf vermindert. Foxconn fordert nach wie vor bis zu 100 Stunden Arbeit pro Woche und verweigert angemessene Vergütung .

Faxconn erscheint seit Sommer 2006 immer wieder wegen unwürdigen Arbeitsbedingungen und Selbstmordserien in seinen Fertigungsanlagen in China den Schlagzeilen. Im Juni 2010 reiste schließlich Tim Cook, Apples COO , nach China, um sich persönlich einen Eindruck von den Verhältnissen zu bilden und Verbesserungen einzuleiten. In einem Bericht von Anfang 2011 hat Apple seinem Zulieferer Foxconn angeraten, für die Angestellten psychologische Berater anzubieten, eine Rund-um-die-Uhr Betreuung einzuführen und die Gebäude mit Netzten zu sichern, um spontane Selbstmorde zu vermeiden. Foxconn versprach, die Bedingungen zu verbessern, die Arbeitszeiten zu beschränken und zur Entlastung mehr Personal einzustellen.

SACOM berichte nun, dass davon kaum etwas in die Praxis umgesetzt wurde. Die Organisation wird laut SACOM nach wie vor mit militärischer Strenge geführt und lässt den Angestellten keine Wahl. Letztere erhalten Hungerlöhne , leiden an Erschöpfungen und weder angemessene Schutzkleidung, Ausrüstung oder Absicherungen noch irgendein offizielles Verfahren zum Melden von Missständen.

Foxconn reagierte auf diesen Bericht und räumte ein, dass die Arbeitsverhältnisse zwar nicht perfekt, aber "weitaus besser als von SACOM dargestellt sind". Foxconn beharrt, in den letzten Jahren hart an Verbesserungen gearbeitet zu haben, um auch die Verbesserungs-Vorschläge, Umweltschutz und Sicherheitsauflagen von Geschäftspartnern zu erfüllen. So sei die Arbeitsstundenregulierung jetzt gemäß den Auflagen von EICC (Electronic Industry Citizenship Coalition) auf maximal 60 Stunden pro Woche inklusive Überstunden beschränkt und eine 24-Stunden Hotline mit Beratern eingerichtet. Außerdem stehen für alle Angestellten Trainingsprogramme zur Verfügung, die mit allen Anforderungen der Arbeitssituationen oder auch Problemen im Privatleben helfen sollen. Faxconn besteht darauf, dass die bisherigen Verbesserungen bereits einen hervorragenden Erfolg bilden: "Wir zahlen schon jetzt in all unseren Niederlassungen die höchsten Gehälter in dieser Industrie-Sparte und verzeichnen die niedrigsten Kündigungsraten . ", fügt Foxconn hinzu.

Apple hat auf Anfrage zu den neuen Berichten der Menschenrechtler noch keine Stellungsnahmen abgegegben.

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