2004070

Special Event: Was Apple am 16.10. bringt

08.10.2014 | 18:34 Uhr |

iMac mit Retina-Display, dünnere und schnellere iPads, Startschuss zu Yosemite: Das steht bei Apple am Donnerstag auf dem Plan.

Der Event findet am 16. Oktober um 19 Uhr deutscher Zeit (10 Uhr Ortszeit) in Cupertino statt. Wie so oft ist der "Townhall" genannte Saal in Apples Hauptquartier der Austragungsort. Die grafische Aufmachung und der Text der Einladung erinnern an den Geburtstag "30 Jahre Mac", den Apple Anfang 2014 mit einer aufwendig gestalteten Website feierte. Man kann daher davon ausgehen, dass es auf dem Event neue Macs zu sehen geben wird. iMacs mit Retina Display und neue Mac-Mini-Modelle dürften am Wahrscheinlichsten sein. Es ist jedoch auch an der Zeit für neue Generationen des iPad. Vor einem Jahr hatte Apple das iPad Air und das iPad Mini mit Retina-Display vorgestellt.

It's been way too long: Was genau ist bei Apple aber nun "zu lange" her? Neue iPads, die aktuellen Modelle sind immerhin schon ein Jahr alt? Oder neue Macs, der Mac Mini ist seit zwei Jahren unverändert und der iMac hat im vergangenen Jahr lediglich einen etwas schnelleren Prozessor bekommen. Womöglich meint ja Apple beides: iPads werden im Jahresrhythmus erneuert und die Macs könnten in der Tat mal wieder mehr als eine Auffrischung bekommen.

200 ppi reichen für Retina

Top-Kandidat für den Donnerstag ist auf Rechner-Seite ein iMac mit Retina-Display, wie er schon seit Wochen als Spekulation die Runde macht . Es ist in der Tat jetzt zwei Jahre her ("way too long..."), seitdem Apple dem iMac die letzte große Innovation angedeihen ließ. Seinerzeit war es der Verzicht auf ein optisches Laufwerk, was das Gehäuse deutlich schlanker und eleganter werden ließ, und das "Fusion Drive", das die Schnelligkeit einer SSD mit der hohen Kapazität einer magnetischen Festplatte vereinte. Seither sind die Preise für SSDs weiter gefallen, man kann ruhig davon ausgehen, dass das Fusion Drive zum Standard wird. Womöglich werden aber schon die Modelle der Mittelklasse komplett auf SSD setzen, Kapazitäten von einem Terabyte lassen sich zu akzeptablen Preisen nun auch mit Flash-Speicher realisieren. Vor zwei Jahren hatte Apple natürlich auch den Monitor des iMac als innovativ gerühmt, im wesentlichen waren aber nur einige Schichten zwischen Display und Betrachter entfallen, was vor allem das Farberlebnis ein wenig verbesserte. Jetzt ist es an der Zeit, dass Apple an die Auflösung geht und Retina-Displays endlich auch für seinen Desktop anbietet. Für die Bildschirmdiagonale von 27 Zoll wird dafür ein Panel mit 5K-Auflösung benötigt (5120 x 2880 Pixel), einen Monitor mit derart vielen Pixeln hat unter anderem Dell im Angebo t. Die Auflösung beträgt bei der Größe etwas mehr 200 dpi, da man sich einen 27-Zöller aber nicht direkt vor das Gesicht hält, sollte das ausreichen, um als "Retina" durchzugehen.

Gegenüber Macwelt hat Samsung auf der IFA im September zwar dementiert, entsprechende Panels zu produzieren, doch könnte auch LG liefern - oder das Samsung-Dementi hat nur im September gegolten. Ein 27-Zoll-iMac mit Retina-Display und 1-TB-SSD würde wohl deutlich über 3.000 Euro kosten. Wenn wir uns aber noch etwas wünschen dürfen: Zwischen dem kompakten 21,5-Zöller und dem wuchtigen 27-Zöller besteht eine Lücke. Es ist verdammt lang her, dass Apple den iMac auch in 24 Zoll angeboten hat, wäre ein Grund für den Ausruf "It's been way too long". Selbst mit 1 TB SSD bliebe ein solcher iMac bezahlbar.

Im vergangenen Jahr hatte der iMac lediglich ein Prozessor-Upgrade erhalten und läuft seitdem mit Intels Core-Chips der "Haswell"-Generation. Der Mac Mini ist hingegen mit seinen Ivy-Bridge-CPUs immer noch auf dem Stand von 2012 und somit für ein Upgrade überfällig. Am Formfaktor und den Schnittstellen gibt es wenig auszusetzen oder zu verbessern, der Mac Mini könnte aber mit einem attraktiven Begleiter kommen: Einem Apple-Cinema-Display mit Retina-Auflösung, gerne nicht nur in 27 Zoll. Auch Apples separater Monitor ist überfällig für ein Upgrade.

Auch das Macbook Air hat noch kein Retina-Display, allgemein war damit gerechnet worden, dass Apple im Jahr 2014 das ändert. Zuletzt hatten die Macbook Air kurz vor der WWDC eine Aktualisierung mit schnelleren Prozessoren und niedrigeren Preise erfahren. Das Macbook Pro mit Superdrive und ohne Retina-Display ist womöglich nur noch bis kommenden Donnerstag bei Apple zu haben. Wer also unbedingt noch einen Mac mit optischem Laufwerk benötigt, sollte jetzt zuschlagen. Wer sich hingegen für iMac oder Macbook Air interessiert, der sollte besser bis Donnerstag warten.

Neue iPads - noch dünner

Selbstverständlich wird es nächste Woche Donnerstag auch neue Generationen von iPad Air und iPad Mini mit Retina-Display geben, die Apple vor einem Jahr in dieser Nomenklatur eingeführt hat. Das iPad Mini ohne Retina-Display könnte entfallen - oder bleibt ohne weitere Erwähnung zu einem nochmals reduziertem Preis als absolutes Einsteiger-Tablet vorerst noch im Programm - so wie das Non-Retina-Macbook-Pro mit 13 Zoll-Bildschirm.

Für den Kaufanreiz wird Apple bei den iPads des Jahres 2014 vor allem auf die Geschwindigkeit und die Dicke setzen. Dank A8-Prozessor werden die Tablets noch schneller und womöglich auch noch ein wenig dünner. Hüllenhersteller sind sich schon jetzt sicher, dass das kommende iPad noch etwas schlanker sein wird als das iPad Air, und produzieren bereits entsprechende Schutzhüllen.

Apple kann das schaffen, da es dem Hersteller Jahr für Jahr erneut gelingt, die Hardware ein wenig effizienter zu machen. Der Prozessor und andere Kernkomponenten werden von Apple darauf getrimmt, bei ähnlichem Stromverbrauch mehr zu leisten. Das iPhone 6 erreicht trotz des schnelle­ren Prozessors und des größeren Bildschirms eine längere Akkulaufzeit als das iPhone 5S – obwohl der Akku nur geringfügig stärker geworden ist. Dieser Fortschritt könnte auch beim iPad ein wenig Spielraum für ein noch schlankeres Gehäuse schaffen. Dass Teile wie beispielsweise das Display-Panel ebenfalls immer flacher werden, hilft Apple bei dieser Aufgabe zusätzlich.

Mehr Rechenpower und Touch ID

Das nächste iPad wird wieder einen Geschwindigkeitsschub erhalten. Der aktuelle A8-Prozessor aus dem iPhone mit seinem leicht höheren Takt würde spürbaren Fortschritt bringen und dabei den Stromverbrauch moderat halten. Seit Apple den Chipentwickler PA Semi gekauft hat (2008), ist das Unternehmen bei Prozessoren für mobile Geräte ganz vorne mit dabei und erreicht mit niedrigerer Taktrate und weniger Kernen oft bessere Ergebnisse als die Konkurrenz, die Prozessoren von der Stange bei Zulieferern kaufen muss.

Die Touch-ID ist eine der besten Apple-Neuheiten der letzten Jahre. Denn der Fingerabdruck lässt sich nicht wie der Pass­code oder ein Passwort über die Schulter „abschauen“ und kann nicht vergessen werden. Apples Touch-ID sollte auch im iPad Einzug halten. Denn die Touch-ID ist nicht nur ein Gag, es ist endlich das Ende aller Ausreden der Benutzer, die keine Lust haben, jedes Mal einen Code einzugeben, wenn sie zum iPad greifen. Die Touch-ID macht das Entsperren fast unmerklich. Seit iOS 8 erlaubt Apple es App-Entwicklern, den Fingerabdruck des Benutzers als Passwortersatz zu verwenden. Hier ist dieser Anwendungszweck ebenfalls einfacher und komfortabler als ein Passwort.

Zuletzt kursierten Spekulationen um ein iPad Plus mit 12 Zoll Bildschirmdiagonale, das sogar OSX neben iOS ausführen könne. Ein derartiges Gerät müsste einen Intel-Prozessor eingebaut haben, einen Nutzen können wir uns derzeit nicht vorstellen. Wahrscheinlicher sind daher die Berichte wahr, die von einem späteren Erscheinen des Riesentablets sprachen. Wir tippen einmal auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.

Einen haben wir noch

War's das oder kommt da noch was? In den Tiefen von Apples Hardwareangebot schlummert auch eine seit bald schon drei Jahren nicht mehr verbesserte Settopbox namens Apple TV und vielleicht ist der iPod Classic, den man seit sieben Jahren so kennt, einfach nur ausverkauft gewesen und bekommt nun doch noch eine Art von Nachfolger? Man darf gespannt sein, es gibt jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass Apple nun doch mit eigener Hardware einen weiteren Angriff auf das Wohnzimmer startet. Denn der iPad Classic dürfte zuletzt vor allem dort zum Einsatz gekommen sein, als ein Datenspeicher für komplette Musikbibliotheken, der sich über ein Dock mit einem hochwertigen Lautsprecher oder einer Stereoanlage verbindet. In Zeiten des Streamings und von Airplay erscheint das zwar als eine Technik von gestern, deren Nutzer würden sich aber über eine vernünftige Nachfolge freuen, die auch ohne Auslagerung der Musik in die Cloud funktioniert. Wie wäre es also mit einem SSD-iPod mit 256 GB Kapazität, der sich auch auf Streaming versteht und derart sowohl die Apple TV überflüssig macht als auch den iPod Classic vergessen? Apple ist ja mal immer wieder für Überraschungen gut. Wahrscheinlicher ist aber ein neuer iPod Touch im Formfaktor des iPhone 6 oder gar iPhone 6 Plus, diese bieten ja auch schon bis zu 128 GB Kapazität. Wessen iPod Classic irgendwann doch einmal den Geist aufgibt, der könnte sich für ein derartiges Gerät interessieren. Die Geschichte von iPod Nano und iPod Shuffle hingegen ist so ziemlich auserzählt, Apple verpasst ihnen heuer vielleicht nochmal ein paar andere Farben und behält sie noch eine Weile im Angebot, bis die Apple Watch auch den letzten iPod aufgenagt hat.

Thank God, It's Almost Friday

Warum muss es aber für die Apple-Keynote erstmals der Donnerstag sein? Ehrlich gesagt: Wir wissen es nicht. Zwar ist die Einstellung "Das haben wir doch schon immer am Dienstag oder Mittwoch gemacht, wo kommen wir denn da hin?" keine wirklich gute, doch warum ein Donnerstag besser sein soll, erschließt sich nicht. Womöglich hat sich Apple entschlossen, die neuen Produkte "ab sofort" in den Handel zu bringen, also gleich das auf die Keynote folgende Wochenende zu nutzen und das Publikum nicht noch zehn Tage lang hinzuhalten - aber auch dafür hätte es der Mittwoch getan. Vielleicht ist OS X Yosemite fertig und kann ab kommenden Donnerstag installiert werden - derzeit sieht es aber laut Entwicklern eher nach dem 23. oder 24. Oktober für den Release aus. Vielleicht gibt es aber keinen anderen Grund als "Lasst es uns doch mal an einem Donnerstag versuchen, ist auch ein Wochentag wie Dienstag und Mittwoch". Terminprobleme mit dem Veranstaltungsort kann man ausschließen, Apple lädt auf das eigene Firmengelände in den "Townhall" genannten großen Versammlungsraum.

Wir sind ab 19 Uhr am kommenden Donnerstag live dabei!

0 Kommentare zu diesem Artikel
2004070