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Apple Music: Apple bezahlt auch in Probezeit

22.06.2015 | 09:43 Uhr |

Musiker müssen nicht für drei Monate auf Einkommen verzichten - Apple lenkt nach lautstarker Diskussion ein.

In der Presse und in den sozialen Netzwerken spielt sich momentan ein öffentliches Drama ab. Die Protagonisten - Apple, Taylor Swift, am Rande der Sänger von "The Brian Jonestown Massacre" Anton Newcombe und die Apple-Pressesprecherin in Großbritannien. Als Folge dieses Dramas hat Apple wohl zum ersten Mal in der eigenen Geschichte bei den Geschäftsbedingungen zu eigenen Ungunsten eingelenkt und wird mehr an die Künstler zahlen.

Der Stein des Anstoßes ist die kostenlose Probezeit bei Apple Music von drei Monaten. Nun streiten sich die Beteiligten, wer die Kosten für diese Zeit übernehmen soll. Die Ausgangsposition von Apple : Wir zahlen etwas höhere Abgaben als andere Streaming-Dienste, deswegen ist müssen die Musiker und die Labels die kostenlose Probezeit auf eigene Kosten nehmen. In den USA will Apple 71,5 Prozent an die Musiker auszahlen, weltweit rund 73 Prozent.

Als Erster hat sich dazu Andy Heath, der Vereinsvorsitzende von UK Music gemeldet . Demnach hat kein britisches Indie-Label bis jetzt die Bedingungen Apple akzeptiert, so können beim Start von Apple Music Adele, Arctic Monkeys und andere Musiker fehlen. Der Sänger der Band "The Brian Jonestown Massacre" Anton Newcombe hat noch weitere Einzelheiten der Verhandlungen mit Apple geliefert: Apple drohe mit dem Ausschluss aus iTunes , wenn die Band die eigenen Werke nicht für Apple Music freigäbe . Diese Anschuldigungen hat eine Pressesprecherin von Apple am Tag darauf über das Fachmagazin Rolling Stone dementiert.

Das Drama um Apple Music nimmt dann eine weitere Entwicklung: Der Pop-Star Taylor Swift gibt ihr neuestes Album "1989" nicht für Apple Music frei . Mehr noch, in einem extra verfassten Blog-Post auf Tumblr erklärt die Sängerin ihre Beweggründe: Kleinere Labels und unabhängige Musiker können in ihren überstrapazierten Budgets kein Quartal ohne Einnahmen leisten. Da die Kommentare beim besagten Post gesperrt sind, hat sich Eddy Cue, der iTunes-Verantwortliche bei Apple, auf Twitter gemeldet: " Wir hören euch, @taylorswift13 und Indie-Musiker. Mit Liebe, Apple ".

Etwas später hieß es im Klartext : "Apple wird den Künstlern das Streaming zahlen, sogar während der kostenlosen Probezeit auf Apple Music".

Eddy Cue hat noch in der Nacht die Einzelheiten gegenüber der Recode erklärt: Die Klagen unterschiedlicher Indie-Labels zusammen mit dem öffentlichen Brief von Taylor Swift haben die Verantwortlichen bei Apple zum Umdenken bewogen. Die Sache hat er noch mit Tim Cook besprochen und sich dazu auf Twitter geäußert. Die Zahlungen an die Künstler während der Probezeit werden sich von den Anteilen während der abonnierten Zeiten unterscheiden. Apple wird per Stream zahlen, wie viel genau, wollte Eddy Cue nicht sagen. Noch am gleichen Morgen hat er auch mit Swift telefoniert. Sie habe sich sehr dankbar gezeigt, dass Apple als Reaktion auf ihren Brief die Bedingungen geändert hätte. Ob dies genug sei, ihr neuestes Album doch noch für Apple Music freizugeben, wisse Cue nicht.

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