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Apple bilanziert Rekordquartal - Ausblick enttäuscht

22.07.2008 | 10:00 Uhr |

Apple legt dank starker Mac- und iPod-Verkäufe für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres 2007/2008 ein weiteres Rekordquartal vor. Wall Street zeigt sich von der gewohnt zurückhaltenden Prognose für das vierte Quartal trotz eines Allzeithochs bei Mac-Verkäufen enttäuscht.

Aufmacher Apple Bilanz
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Apple bilanziert im dritten Geschäftsquartal 1,07 Milliarden Dollar Gewinn, 31 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres sogar um 38 Prozent auf knapp 7,46 Milliarden Dollar (4,7 Mrd Euro), teilte Apple am Montag nach US-Börsenschluss in Cupertino (Kalifornien) mit. Der Gewinn pro Aktie beträgt 1,19 US-Dollar, ein Zuwachs von 29 Prozent. Mehr als 40 Prozent seiner Umsätze erzielt Apple außerhalb des US-Heimatmarktes. Für das Juni-Quartal konnte Apple noch nie höhere Zahlen vermelden. Mit seinen Ergebnissen übertraf der Konzern die Schätzungen der Analysten. Für das laufende vierte Geschäftsquartal, das am 30. September endet, rechnet Apple mit einem Gewinn je Aktie von 1,00 Dollar bei einem Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, was ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten würde. Apple ist für einen eher zurückhaltenden Ausblick bekannt, die Aktie verlor nachbörslich dennoch mehr als zehn Prozent, bis Börsenschluss hatte das Papier gegenüber Freitag noch 1,1,4 US-Dollar oder 0,69 Prozent auf 116,29 US-Dollar zugelegt. Wall Street hatte auf 8,35 Milliarden US-Dollar Umsatz bei einem Gewinn von 1,24 US-Dollar pro Aktie spekuliert. Im Septemberquartal werde die Gewinnmarge deutlich fallen, kündigte der Finanzchef des Unternehmens Peter Oppenheimer an. Gründe dafür seien eine "Back to School"-Aktion, bei der Schüler und Stundenten zu neuen Macs kostenlos einen iPod dazu bekämen, sowie ein "signifikanter Produktwechsel", auf den Oppenheimer jedoch nicht näher eingehen wollte.

Mehr Macs denn je verkauft

Einen neuen Rekord erreichte Apple beim Verkauf seiner Macs, von denen der Hersteller von April bis Juni weltweit 2,496 Millionen Stück verkaufte, plus 41 Prozent bei den Stückzahlen. Die Umsätze mit Macs stiegen insgesamt um 43 Prozent. Laptops sind weiterhin die Umsatztreiber, Apple setzte im Berichtszeitraum 1,5 Millionen Macbooks, Macbooks Air und Macbooks Pro ab, 37 Prozent mehr als im dritten Quartal des letzten Geschäftsjahrs. Desktops setzte Apple 943.000 Stück ab, 49 Prozent mehr als vor einem Jahr. In diesem Segment erweist sich die im August 2007 renovierte iMac-Line als Top-Seller. Apple ist inzwischen in den USA drittgrößter Computerbauer nach Hewlett-Packard und Dell, nach Zahlen der Marktforscher der NPD-Group ist der Marktanteil dort von 15,4 Prozent im Vorjahr nun auf 19,5 Prozent gestiegen. Weltweit liegt der Konzern nach Marktanteilen auf Platz sechs.

iPods gingen 11,011 Millionen Stück über die Ladentheke (plus 12 Prozent). Aufgrund eines geringeren Durchschnittspreises stiegen die iPod-Umsätze lediglich um sieben Prozent. Zum Geschäft mit dem Apple-TV, das COO Tim Cook als "Hobby" bezeichnete, nannte Apple keine Zahlen. Diese seien jedoch zufrieden stellend.

iPhone 3G noch nicht in der Bilanz

Apple startete am 11. Juli die zweite Generation des iPhone-Handys. Nach allein am Auftakt-Wochenende weltweit mehr als einer Million verkauften Geräten fehlte vielerorts der Nachschub. Zuletzt gab es Berichte über drohende längere Lieferverzögerungen. In diesem Jahr will Apple insgesamt 10 Millionen iPhones der ersten und zweiten Generation verkaufen. Oppenheimer freut sich über die "überragend positive" Resonanz der Kunden auf das iPhone 3G, Apples COO Tim Cook zeigt sich Zufrieden mit den Anstrengungen, die Apple zur Steigerung der iPhone-Produktion unternimmt.

In den vergangenen drei Monaten waren es im Vorfeld des neuen Modells noch 717.000 Stück des originalen iPhones. Apple bilanziert die iPhone-Verkäufe über zwei Jahre, die Umsätze mit dem iPhone rechnet Apple jedoch erst ab dem Erscheinen der im März angekündigten iPhone-Software 2.0 in die Bilanz ein. Im dritten Quartal bilanziert Apple 419 Millionen US-Dollar Umsatz mit dem iPhone, diese Umsätze resultieren aus Verkäufen die Apple vor dem 6. März getätigt hatte.

Die eigene Ladenkette brachte Apple 1,44 Milliarden US-Dollar an Umsätzen ein, in den Apple-Stores setzte das Unternehmen 476.000 Macs ab, 44 Prozent mehr als im Vorjahr.

Fragen zur Gesundheit des Apple-CEOs Steve Jobs während der Bilanzpressekonferenz wiesen die beteiligten Apple-Mangaer zurück: "Steves Gesundheit ist ein Privatsache," insistierte Cook. Er hege jedoch keinerlei Pläne, Apple zu verlassen.

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