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Apple bilanziert Rekordquartal - Börse vom Ausblick enttäuscht

23.01.2008 | 09:44 Uhr |

Apple hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2007/2008 Umsatz und Gewinn auf neue Rekordwerte gesteigert. Der mit Spannung erwartete Ausblick auf das laufende Geschäft blieb jedoch hinter den Erwartungen der Experten zurück.

Aufmacher Apple Bilanz
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Apple gab gestern nach Börsenschluss einen Quartalsgewinn von 1,6 Milliarden US-Dollar (1,76 US-Dollar pro Aktie) bekannt, gegenüber dem Vorjahr liegt dieser um fast 60 Prozent höher. Der Umsatz kletterte um gut ein Drittel auf 9,6 Milliarden US-Dollar (6,6 Mrd Dollar im Vorjahr). 45 Prozent seiner Umsätze generierte Apple im Ausland.

Apple konnte zum dritten Mal in Folge Rekordverkäufe bei seinen Rechnern melden, im Berichtszeitraum gingen 2,32 Millionen Macs an die Kunden, 44 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr, die für einen Umsatzzuwachs von 47 Prozent führten. Insbesondere das Desktop-Geschäft brachte mit einem Plus von 53 Prozent gegenüber 2006 Geld in die Kassen. Die im August vorgestellten iMacs trugen wesentlich zum Wachstum bei, insgesamt verkaufte Apple 977.000 Desktops. Bei Notebooks legte Apple um 38 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,342 Millionen Stück zu. "Das Mac-Geschäft brennt," freute sich Apple-COO Tim Cook. Die optimistischen Prognosen der Wall Street konnte Apple jedoch nicht erfüllen. Finanzexperten hatten etwa mit bis zu 25 Millionen verkauften iPods gerechnet, 22,1 Millionen Mediaplayer setzte Apple in Wirklichkeit ab. Gegenüber dem Vorjahr waren die nur fünf Prozent mehr Geräte, die iPod-Umsätze stiegen aber um 17 Prozent gegenüber 2006. Daraus lässt sich schließen, dass der verhältnismäßig teure iPod Touch sich überdurchschnittlich gut verkauft. Dazu kommen 2,3 Millionen iPhones, die Apple von Oktober bis Dezember verkaufte.

iPod: Zukunft Wi-Fi

In der Bilanzpressekonferenz nach Bekanntgabe der Zahlen bekräftigte der Finanzchef des Unternehmens Peter Oppenheimer, dass im Jahr 2008 Apple das iPhone in Asien und weiteren europäischen Ländern einführen werde. Genaue Termine nannte Oppenheimer nicht. Für das künftige iPod-Geschäft sieht der Apple-CFO das Unternehmen gerüstet. Trotz des verhältnismäßig geringen Wachstums habe Apple einen technologischen Vorsprung erlangt, der die Nachfrage befeuern werde. "Wir glauben, dass eine der zukünftigen Wege des iPods es sein wird, zur ersten mobilen Wi-Fi-Plattform im Massengeschäft zu werden."

Erfolgreicher Leopard-Start

Mit Mac-OS X 10.5 Leopard, das seit Ende Oktober auf dem Markt ist, setzte Apple 170 Millionen US-Dollar um. Eine "interessante Zahl", meinte Oppenheimer, Mac-OS X 10.4 Tiger hatte zweieinhalb Jahre zuvor in seinem ersten Quartal 100 Millionen US-Dollar in die Kassen Cupertinos gespült. Wie schon auf der Macworld Expo vergangene Woche erwähnt, geht Apple davon aus, dass bereits 19 Prozent aller Mac-User den Leoparden laufen haben.

Die Aktie stürzte im nachbörslichen Handel jedoch wegen der zurückhaltenden Aussichten um rund zehn Prozent auf etwa 140 Dollar. Händler werteten das Abschneiden Apples als schlechte Vorgabe für den gesamten Aktienmarkt am Mittwoch. Im zweiten Quartal rechnet Apple mit einem Umsatz von 6,8 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 94 Cent pro Aktie. Wall Street hatte mit einem Ausblick auf 1,04 US-Dollar Gewinn pro Aktie und 6,98 Milliarden US-Dollar Umsatz gerechnet. Zu Börsenschluss in New York notierten Anteilsscheine des Mac-Herstellers am Ende des ersten Handelstages der Woche bei 157,05 US-Dollar, 4,31 US-Dollar oder 2,68 Prozent weniger wert als am Freitag. In Frankfurt war zuvor der Kurs um 4,67 Euro oder 4,62 Prozent auf exakt 108 Euro gestiegen. In seinen eigenen Läden nahm Apple insgesamt 1,7 Milliarden US-Dollar ein, derzeit hat Apple weltweit 204 Apple Stores in Betrieb.

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